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Zeitreise I: Guilty

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Heute begeben wir uns zurück ins Jahr 1995: Der erste Castortransport erreicht Gorleben, Die Raumsonde SOHO startet Richtung Sonne und es gründen sich unter anderem die Bands Beatsteaks, In Extremo, Slipknot und die Foo Fighters. Aber Deutschland summt vorerst noch bei “Cottoneye Joe” von den Rednex mit, rockt zu “Zombie” von den Cranberries oder verspürt Liebeskummer bei “Sie ist weg” von den fantastischen Vier. Mir war das alles damals ein bisschen egal, weil ich zum einen erst neun war oder wurde und zum anderen ein Spiel in den Händen hielt, das mich die nächsten Monate oder gar Jahre beschäftigen sollte.

Nun, in dieser, meiner neuen Kategorie, reise ich ein bisschen durch die Zeit und stelle euch Spiele vor, die mich geprägt oder viele beeindruckt haben. Oder halt Spiele, die einfach cool sind und nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Eines dieser Spiele ist “Guilty“. Eigentlich war es ein Sequel zu “Innocent until Caught, welches ich Jahre später einmal spielte, aber das sei hier mal verschwiegen, weil es nur um “Guilty” gehen soll. Jenes Spiel war das erste, dass ich mir von meinem hart erspartem Taschengeld bei Media Markt erwarb. Ganz stolz und mit einer Vorfreude erfüllt, die einem in diesen, unseren heutigen Zeiten, nur noch selten erfüllt, trug ich dieses klappernde Paket nach Hause. Der Inhalt: Acht 3.5″ Disketten, ein Handbuch mit mehr als einhundert Seiten und eine CD von Jamiroquai. Dort liegt sie noch immer. Während das Diskettenlaufwerk rattert, durchblättere ich das Handbuch. Darin enthalten sind Steuerungshinweise, Biografien und weiterer nutzloser Kram. Ich war damals schon der Meinung, dass kein Mensch Handbücher braucht – vor Allem nicht bei Spielen.
Das Spiel war endlich installiert und ich konnte loslegen, zumindest nach dem ich einen Cdoe eingegeben hatte, der sich irgendwo im Buch befand. Die Koordinaten dazu gab mir das Spiel selbst – nervend! Aber was solls, da muss der gewillte Spieler eben durch.

Nachdem auch das erledigt war, konnte es mit dem Spiel endlich losgehen. Die Story handelt von zwi absolut gegensätzlichen Charakteren. Auf der Seite des Gesetzes die rohaarige Gesetzeshüterin und Freizeitemanze Ysanne Andropath und der machohafte Gesetzesbrecher und bekennender Lederjackenträger Jack T. Ladd. Im Universum des 22. Jahrhunderts treffen die beiden aufeinander und Jack wird auch sofort von Ysanne ein eine Gefägniszelle auf dem Raumschiff Relentless gesperrt. Doch wie entkommt man einer futuristischen Gefägniszelle? Natürlich, in dem man am Lichtschalter herumfriemelt, bis dieser endlich den Geist aufgibt und sich die Zellentüren öffnen. Das klingt nach Quatsch, aber solche Rätsel prägen das Spiel. Später, als Jack den Hyperantrieb sabotiert, muss das Schiff auf einer alten Minenkolonie notlanden und dort erfahren unsere Helden, dass überall Aliens auftauchen, die das Universum bedrohen. Diese gehören natürlich ausgeschaltet, klare Sache.
Dieses Adventure ist relativ typisch für die Zeit. Die Steuerung besteht aus einfachem Point&Click, die Rätsel sind mässig (teilweise aber auch unglaublich) schwer aber immer unterhaltsam. Und wenn das nicht reicht, lockern die sexistischen Gespräche der beiden Protagonisten das ganze auf. (Wir erinnern uns: Macho vs. Emanze) Aber das wirklich Coole, was mich schn damals beeindruckte und was ich heute vermisse, ist, dass man auch beide Charaktere steuern kann. Zwar erleben beide die selbe Geschichte, doch sind die Aufgaben und manche Orte komplett unterschiedlich und die Zwischensequenzen sind für diese Zeit wahrlich nicht von schlechten Eltern. Aber leider hab ich bei Youtube keine gefunden.
Das ist aber auch nicht so wichtig, denn das Spiel ist mittlerweile Abandonware, was bedeutet, dass man es sich quasi-legal aus dem Netz ziehen kann. Abandonware sind Spiele, die man nicht mehr kaufen kann und für die es keine Garantie mehr gibt. Es ist zwar schon prinzipiell illegal, wird aber von den Produktionsfirmen geduldet, zumal es die meisten, wie im Falle von Guilty (Psygnosis), auch gar nicht mehr gibt.

Wen das Spiel jetzt interessiert, kann sich das zum Beispiel bei Abandonia laden, allerdings geh ich auch davon aus, dass man ein Hilfsprogramm wie die Dosbox benötigt, um es zum Laufen zu kriegen. Das gibts aber auch bei Abandonia. Nun aber erstmal Back to the Future.

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Kommentare (2)


Jannick
22.03.08

Kenne ich gar nicht, das Spiel. Wobei ich solche Zukunfts-Alien-Pseudo-Spiele eh nicht so toll finde.

Aber das Spiel was mich am meisten geprägt hatte, war Day of the Tentacle. Ist zwar sehr lange her, aber ich weiß noch genau, wie ich vor dem PC war und mein Bruder mir gesagt hat, was ich machen soll.

Die Monkey Island-Teile konnte ich dann auch verstehen und befand sie auch für super.

Man merkt, das meine Brüder mich mit sehr frühem Alter an den PC geschleppt haben. *ggg*


Marco
23.03.08

Also ich muss sagen, dass ich Monkey Island nie gespielt hab, nur einmal angeschaut oder so *gg* Also keine Hoffnung, einen Monkey-Island-Beitrag wirds hier nie geben *g*

Allerdings geht sin Guilty auch kaum um Aliens-Zukunft-Schlagmichtot, sondern eher um diese eigenartige Beziehung zwischen Ysanne und Jack… Ich glaub, das Spiel hat mich damals wirklich unterbewusst zu sehr geprägt ;)

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