2704 Willkommen im neuen Semester!
Okay, das aktuelle Semester ist bei mir nun auch schon zwei Wochen alt, allerdings hab ich erst am Freitag meine Semesterstart-Tüte gekriegt. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Der Inhalt dieser Papiertüten dient einzig und allein der Propaganda der Firmen, die darin enthalten sind. Das heisst aber nicht, dass da nicht manchmal auch ganz praktische Sachen enthalten sein können. So aber nicht bei der diessemestrigen Propagandatüte.
Wie gesagt, am Freitag erhielt ich sie, als ich zwischen den Vorlesungen noch Zeit hatte und mal lässig über dem Campus geschlendert bin. Schon auf dem Weg zur Mensa kamen mir einige Studenten mit diesen Tüten entgegen, noch mehr fand ich aber neben den Mülleimern. Vor dem Eingang der Mensa dann fand ich den jungen Herren, der mir das Objekt meiner Begierde endlich überreicht.
Zuhause angekommen, überprüfte ich den Inhalt dann mal genauer: Einige Zeitschriften, ein paar Notizblöcke und weiterer Nippes. Drei Zeitschriften waren dabei. Einmal die “Maxi” mit echt tollen Modetipps für junge Mädchen und heranwachsende Frauen, dann die “In Touch” mit Exclusiv-Fotos von Nicole Richies Plage (beides kam sofort in den Mülleimer) und ein Kochbuch von Jamie Oliver. Letzteres hab ich mal beiseite gelegt. Vielleicht koch ich ja mal was daraus. Immerhin ist da ein “Lecker für lau”-Sticker drauf und Dinge für lau sind ja auch oft Dinge für mich. Weitere Investigationen liessen mich einige Flyer finden, die ich auch sofort weg warf. Wäre ich ein Kiffer, hätte ich dafür sicher Verwendung. Bin ich aber nicht, als weg damit. Praktisch wäre vielleicht der Friseur-Gutschein über 2,50€. Wenn ich aber kurz die mitgelieferte Preisliste überblicke, stelle ich fest, dass der Preis eines normales Haarschnitts weniger der 2,50€ immer noch mehr ist, als der Zehneuro-Friseur unten an der Ecke für einen Haarschnitt nimmt. Wer den Gutschein aber haben möchte, sollte sich schnell bei mir melden, sonst liegt er im Müll.
Jetzt zu den wirklich praktischen Sachen in der Tüte: Essen. Und zwar gab es, wie schon letztes Semester, einen Kartoffelsnack von Pfanni. Einfach Wasser drüber und Durchfall. So jedenfalls kam mir das vor, als ich Wasser drüber kippte und kurz kostete. Da sind Verdauungsprobleme echt vorprogrammiert und außerdem hab ich auch echt schon leckerer gekotzt. Allerdings in den selben gelb-grün Tönen. Bärgs! Dazu gab es auch noch ein Salatdressing zum selber anrühren von Knorr. Das war sogar lecker.
Was ich allerdings mit den Pröbchen der Elvital-Pflegespülung für längeres, feines Haar, das leicht nachfettet, soll, weiß ich auch noch nicht. Genaus weiß ich auch noch nicht wohin mit dem FA-Duschgel-Pröbchen, denn immerhin riecht es nach Orange und Pfirsichblüte. Wenn Schnaps so schmeckt, ist er ja ganz lecker, aber Seife schmeckt ja leider nie so, wie sie riecht. Warum, weiß ich eigentlich gar nicht, weil die meisten Dinge doch so schmecken, wie sie riechen.
Das Coolste in der Tüte war aber echt der schwarze Bleistift von www.engineersparadise.com. Weil, hallo? Ein schwarzer Bleistift? Wie geil ist das denn, bitte? Also ich mein jetzt nicht die Farbe drumherrum oder die Schreibfarbe. Sondern das, was eigentlich holzfarben ist, ist bei dem hier schwarz. Das ist echt cool, ich bin wahrlich begeistert. Aber ich wette, wenn ich den einmal anspitze, wars das mit dem Coolsein und es wird ein läppischer Bleistift.
Was das Fazit dieses Artikels sein könnte, weiß ich auch gar nicht so genau. Wahrscheinlich, dass, alles, was gratis ist, eigentlich ganz schöner Mist ist. Aber manchmal ist auch ganz cooler Kram dabei. Am Ende landet aber eh alles im Müll. Also, lasst euch nicht so viel Mist andrehen. Am Ende schleppt ihr ihn durch ganz Berlin, nur, um es dann zuhause wegzuschmeissen.
Hier aber meine Vorschläge für den Inhalt einer gelungenen Semester-Start-Tüte: Ganz wichtig wären Kippen und Feuerzeuge. Das brauch man als Student immer. Oder Kaffee. Oder Pfefferspray, es wohnt ja nicht jeder in Mitte. Manche Studenten wohnen auch mal in Wedding, Weißensee oder Neukölln. Irgendwelche ungesunden Knabbereien wären auch sinnvoll und als Ausgleich dann noch ein paar Vitamintabletten. Bier wäre auch eine Alternative. Meinetwegen auch Sternburg, solange es umsonst ist. Aber darauf kommt ja wieder keiner.




