Blogparaden mach ich ja eigentlich nur mit, wenn sie mir besonders gut gefallen. Aber bei [gehirnstürm] fand ich eine, die mich als alten Lesefuchs doch besonders interessiert. Und zwar veranstaltet read it! eine Blogparade, in der man eine Liste von Büchern erstellen soll, die man unbedingt gelesen haben sollte. Genauer gesagt besteht diese Liste aus zehn Büchern. Hier also meine Favoriten, die mir mit einem Blick auf mein Bücherregal sofort auffallen. wie immer ungeordnet:
- Andreas Eschbach – Eine Billion Dollar
Ja, was macht man mit so viel Geld? Jemand namens John Fontanelli kommt durch ein mysteriöses Testament und eine Prophezeiung an so viel Geld und ist auf einen Schlag so reich, dass sogar der Papst eine Audienz bei ihm möchte. En grandioses Gedankenspiel und man lernt sogar noch etwas über die Wirtschaft und warum Zinsen so scheiße sind.
- Isaac Asimov – Die Foundation-Trilogie
Also das Buch hab ich über die letzten Jahre immer wieder mal gelesen und ich wage sogar zu behaupten, dass es eins der besten Bücher ist, die ich kenne. Es handelt von dem großen Imperium der Menschen, dass sich über mehrere Sternensysteme erstreckt. Wie es nunmal so ist, steht es kurz vor dem Untergang, was aber niemand, ausser einem genialen Mathematiker, erkennt. Um die Zeit der Barberei nach dem Zerfall des Imperiums zu verkürzen, hat er eine Wissenschaf entwickelt, in der alles nach einem genauen Plan verläuft. Oder doch nicht?
- Knorkator – Des Wurzels Zweig
Hey, Knorkator, alles klar? Dass die Band von mir als direkter Nachfolger zur Weimarer Klassik gehandelt wird, dürfte klar sein. Zwar sind in dem Buch hauptsächlich naive Zeichnungen, aber deren Interpretation… das kann man nicht beschreiben.
- Douglas Adams – Lachs im Zweifel
Eh klar, dass sich der Anhalter außerhalb jeder Wertung bewegt. Aber wer den Menschen Adams kennen lernen möchte, sollte auf jeden Fall dieses Buch lesen. Er ist nämlich nicht nur ein genialer Autor gewesen, sondern auch technikaffiner Umweltschützer, der in einem Nashornkostüm durch die Welt zog und auch mit Rochen tauchte.
- Bruce Campbell – If Chins Could Kill
Untertitel: Confessions of a B-Movie-Actor. Das Buch ist ganz klar als Biografie anzusehen (oder Autobiografie? Ich kann mir den Unterschied nie merken). Allerdings lernt man hier auch noch, wie ads ganze Filmgewerbe funktioniert, wie man einen Film, zb. Evil Dead, erfolgreich machen könnte, dass Sam und Ted Raimi ziemlich verrückte Vögel sind und, dass die Filmwelt eine riesengroße Familie ist.
- Benjamin von Stuckrad-Barre – Soloalbum
Im Prinzip konnte ich mit diesen ganzen Adoleszensromanen nie etwas anfangen… auch nicht, als ich selbst noch adoleszierend war. Allerdings ist das ein ganz toller Roman über einen namenlosen Kerl, der von seiner Freundin mit den Worten “The killer in me is the killer in you” verlassen wurde. Nun ist er auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, was das eigentlich bedeuten soll. Das ganze zieht sich dann ständig in einem Brit-Pop-Kontext durch das Buch und, auch, wenn man Brit-Pop nicht leiden kann, trotzdem gefällt. Mir zumindest.
- Rocko Schamoni – Dorfpunks
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das Buch erschrocken hat. Nicht, weil es ganz großartig modern und erfrischend ist, sondern eher, weil ich mich ziemlich häufig selbst darin erkannt hab. Rocko, der ja auch Musiker ist, beschreibt hier seine Jugend auf den Dorf, seinen Weg zur Mannwerdung, alles gespickt mit Musik, mit der ich eher etwas anfangen konnte. Ein tolles Buch.
- Sven Regener – Neue Vahr Süd
Kennt ihr den Film “Herr Lehmann” mit Christian Ulmen? Dieses Buch ist quasi das Prequel dazu. Es handelt von Frank Lehmann, der irgendwie verpennt hat, seine Verweigerung bei der Bundeswehr einzureichen, das aber noch nachholen will, dann noch in einer richtigen Assi-WG landet, eine süße Studentin kennenlernt und eigentlich nur zu seinem Bruder nach Berlin ziehen möchte.
- James Patterson – Wer hat Angst vorm Schattenmann
Jenes Buch ist eines von vielen aus einer Serie, die alle von Alex Cross, einem Psychologen oder sowas, handeln, wovon ich aber nur noch ein weiteres gelesen habe. Jedenfalls ist das Buch so toll, weil der Schurke des Werkes eine Art Rollenspieler ist. Er tötet nach klaren Regeln. So hat er immer ein paar mehrseitige Würfel dabei, die das Schicksal seiner Opfer bestimmen. Er würfelt also erstmal, ob er sie tötet, der nächste Wurf entscheidet, ob er sie dann noch vergewaltigt und so weiter. Jedenfalls habe ich Washington nach diesem Buch als Reiseziel gestrichen.
- Ray Bradbury – Fahrenheit 451
Nein, das ist nicht von Michael Moore und die Zahl stimmt auch. Die Geschichte handelt von Guy Montag, Feuerwehrmann, der Bücher verbrennen muss, weil diese die Menschen nur verwirren. Langsam aber fängt er an zu zweifeln, ob das wirklich alles so richtig ist. Während er also Bücher in seiner Wohnung hortet, wütet draußen irgendein Krieg gegen irgendjemanden und seine Frau steht vor der schwierigen Frage, ob sie noch eine Fernsehwand benötigen. Übrigens kann man den Film “Equilibirum” mit Christian Bale als direktes Remake betrachten.
Fazit: Ich will mit Rocko Schamoni mal einen trinken gehen, mit Ray Bradbury, Douglas Adams und Isaac Asimov im Fahrstuhl stecken bleiben, aber nicht in Washington und die Leute von Knorkator sollen nach ihrer bald beendeten Musikkarriere weiter Bücher schreiben.
Tags: blogparade, Bücher, Lesbares,
2. October 2008 um 19:54
KRIMSKRAMS

Hurra..es gibt bislang 6 Kommentare ;)
Wie kein Neuromancer oder Do Androids dream of electronic Sheep?
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beides nicht gelesen habe… aber zumindest Neuromancer ist fest vorgenommen und muss vor der Verfilmung gelesen werden *g*
hehe schöne liste, 2/3 davon hab ich auch schon gelesen. und schön, das eschbach gerade so gut zum thema passt
und Sven Regener – Neue Vahr Süd kommt gleich auf die amazon liste, herr lehmann war schon herrlich …
[...] Minds Delight [...]
Neue Vahr Süd muss ich nochmal ausdrücklich empfehlen *g* Das hat auch wunderbar gepasst, wenn man sich da immer den jungen Ulmen bei vorgestellt hat *g*
Thx, interessant