1101 Das ist nicht mehr mein Laden
Hier die Ausgangssituation: So kurz nach Weihnachten bekam ich einen MP3-Player von meinem Daddy geschenkt bzw. ich durfte mir einen bei einer großen, roten Elektronikhandelskette aussuchen. Mario Barth war nicht dabei. Weil es mit meinen Augen ja auch nicht unbedingt besser wird und ich gerne im Bett fernsehe, nahm ich einen von TEAC namens MP4500, der neben einem recht großen Display auch noch den DVB-T-Empfang ermöglicht. An sich ist das ja kein schlechter MP3-Player, wenn man mal von der fehlenden Möglichkeit Playlisten zu erstellen, der eher billigen Verarbeitung, der mitunter extrem langsamen Firmware und dem recht langsamen Service (eine Mail beim Support blieb bis heute unbeantwortet) absieht. Sonst macht der MP3-Player eigentlich genau das, was man von ihm erwartet – er spielt Musik ab (und Fernsehen halt).
Aber weil man eben keine Playlisten erstellen kann, war das eben nicht das richtige Produkt für mich.
Also wollte ich ihn kurzerhand bei einer anderen Filliale der großen, roten Elektronikhandelskette umtauschen. Da ich neben der Verpackung auch noch den Kassenbon hatte und auch noch innerhalb der Zwei-Wochen-Frist war, sollte das, zumindest dachte ich das, kein Problem darstellen. Ich wollte einfach da hin gehen, den Player zurück geben und meine Kohle kassieren.
So lief das aber nicht.
Als ich da ankam, wurde ich von der Information erstmal eine Etage höher in den Service geschickt. Nach einer guten viertel Stunde mit einem Zettel in der Hand dann direkt wieder runter in die passende Abteilung. “Wollnsen andren MP3-Player probiern?” fragte mich der Herr der Abteilung. “Ne,” sag ich, “Ich hätt schon lieber das Geld.” Das ging aber nicht, meinte er. Auf meine Frage nach dem Wieso wurde mir gesagt, wurde mir ein “Da müssense ditt schon in der selben Fülljale umtauschen” entgegen gebellt. Wahrscheinlich empfand ich das nur als so aggressiv, weil man dort ständig mit den neusten Apres-Ski-Hits vollgeballert wird. Jedenfalls wusste ich das nicht und ich konnte das auch nicht wissen, weil das nirgendwo beschrieben steht. Ein erneutes Wieso meinerseits brachte mir da auch nur ein “Isso” ein. Fand ich blöd.
Warum ich dann noch nach meinem Namen und meiner Anschrift gefragt wurde, verstand ich zu dem Zeitpunkt dann auch nicht mehr so ganz. Darum wieder mein mittlerweile obligatorisches Wieso, worauf mir gesagt wurde, dass er das halt braucht. Hierfür, auf den Monitor zeigend. Von nun an heisse ich David Müller.
Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht deren Politik kritisieren, dass Umtäusche prinzipiell in einer Gutschrift enden. Auch, wenn ich das eher ungut finde, kann ich das schon noch in gewisser Weise nachvollziehen. Viel mehr stört mich da einfach der Umgang mit mir, dem Kunden. Wenn der Service an der Basis schon so furchtbar ist und Nachfragen eher abgeschmettert, als beantwortet werden, habe ich lieber keinen Service und bestelle lieber gleich alles im Internet zu günstigeren Preisen. Klar werde ich weiterhin in solche Läden gehen, aber nur zum Spielen und Herumtesten, kaufen werde ich dann im Netz.
Da brauchen sich die Läden gar nicht wundern, wenn ihnen die Kunden fern bleiben, denn das liegt ja einfach in der Natur der Dinge. Wozu soll ich denn, im wahrsten Sinne des Wortes, schlechten Service in Kauf nehmen, den dann quasi noch bezahlen, aber als Kunde nicht glücklicher den Laden verlassen? Es ist ja nich so, dass ich schon beim Kauf wirklich beraten wurde, obwohl ich da ja nun wirklich eine gute halbe Stunde herum stand und auf verschiedenen MP3-Playern herumtippte.
Das ist jetzt auch weniger ein Problem dieser Elektronikhandelskette im Speziellen, sondern eher ein Problem solcher Läden im Allgemeinen. Klar bieten sie ein riesiges Sortiment, logischer Weise können sie auch nicht mit den Preisen im Netz mithalten, aber wenn sie das dann nicht an der Basis, also eben beim Kunden, wettmachen, sehe ich da für mich keinen Grund mehr, dort etwas zu kaufen. Oder betrachte ich die Thematik jetzt irgendwie völlig falsch?
Jedenfalls verfüge ich nun über einen Gutschein über einen ganz ordentlichen Betrag. Den werd ich wohl in Filme und CDs umsetzen, weil dazu brauche ich nun wirklich keine Beratung. Ganz nette Actionfiguren haben sie da ja auch.
Aber einen guten MP3-Player habe ich immer noch nicht.




