0201
Zurück zum Alltagsgeschäft

So, Freunde, ich wünsche euch allen ein entspanntes, grandioses, tolles, ruhiges, aufregendes, Jahr, voller Lachen, Staunen, Jubeln, Feiern und allerlei großartiger und überraschender Dinge. Bis bald mal 2009, hallo 2010. Dieses Jahr muss für uns alle toll werden, sonst hol ich meinen Kumpel 2005, der 2010 dann mal ein bisschen verprügelt. Wenn das neue Jahr jedenfalls so anfängt, wie mein altes aufgehört hat, dann wird es mindestens awesome. Awesome, sage ich, AWE-SOME!

Heute bin ich Green Lantern und meine Freundin ist Wonder Woman

Ich wollte das eigentlich schon gestern schreiben, aber der Silvesterabend war einfach zu krass, zu flüssig und ich war gestern noch zu sehr im Tee, um überhaupt irgendwelche klaren Gedanken fassen zu können. Ich glaube, ich habe auch zu Silvester erstmal richtig versanden, was so cool an Berlin sein soll – nämlich einfach der Fakt, dass, wenn die eine Party stinkt, man einfach zu einer anderen geht. Irgendwo ist ja immer etwas los. Gerade zu Silvester.

Angefangen haben wir (wir wird in diesem Artikel immer meine Freundin und mich bezeichnen) mit einem gemütlichen Raclette-Abend bei unseren schwulen Freunden, die auch noch zwei Mädels eingeladen hatten. Raclette ist nämlich optimal, um erstmal eine gute Grundlage zuschaffen und flambierte Ananasstücke von einem Raclette sind übrigens echt awesome. Nicht das essen, weil ich mich mit Ananas nicht so gut verstehe, sondern das machen. Feuer, Leute, da brennt alles. Echt cool! Später sangen wir noch einige Klassiker bei Singstar, woraufhin wir dann, bewaffnet mit genügend Flüssigkeit, zu dieser einen Brücke am Hauptbahnhof wanderten. Da waren wir schon letztes Jahr, weil man von dort, glaube ich, auch das Feuerwerk am Brandenburger Tor sehen kann. Es könnte aber auch sein, dass es ein ganz anderes ist, mit meiner Orientierung ist es nämlich nicht so weit her.

Der Weg von der Brücke zum Hauptbahnhof war dann wie Krieg. Ich meine dann nicht diese coolen Kriege, wie die, die man immer im Fernsehen sieht, sondern eher die uncoolen, wie den zweiten Weltkrieg. An allen Seiten knallt es, Leute Penner werfen einem Böller vor die Füsse und kichern bescheuert und man sollte sich wirklich wundern, warum niemand über diese eine große, leere Fläche läuft. Das taten wir nämlich nicht, fanden dann aber heraus, dass die Leute dort hauptsächlich ihre Knaller hinwarfen. Ich sah sogar einen, der irgendwelche Böller mit einer Pistole verschoß. Das finde ich dann schon ein bisschen zu krass. Genauso krass, im Sinne von völlig uncool, ist es, wenn man Raketen innerhalb eines Bahnhofs zündet. Passiert ist da zum Glück nichts, aber ich stellte fest, dass die Leute, wenn sie im Allgemeinen eher betrunken sind, eh total bescheuert werden.

Unter Zwounddreißg Sechszehn Acht herrscht Konjunktur die ganze Nacht

Kurze Zeit später waren wir aber auch schon auf der Partylocation Nummer zwei. Zu den Dingen, die ich nicht mag, gehört übrigens, von fremden Leuten umarmt zuwerden, aber zu Silvester muss man das wohl über sich ergehen lassen. Das Gute an dieser Party war, dass wir nur so ungefähr 15 Leute da waren, wovon ich nur die kannte, die wir dort hin mitgenommen haben. Gerechent wurde allerdings mit viel mehr Leuten, weswegen es auch mehr als genug Bier gab. Und Parties, wo es mehr als genug gab, sind nach meiner Definition schon mal sehr gute Partys. Da das dann auch noch eine Party war, wo man überall rauchen durfte, war das für mich sogar eine richtig gute Party. Da die junge Frau, von der ich nur die Hälfte verstand, wenn sie etwas sagte, weil sie irgendwo aus dem Schwabenland kam, eine sehr durchwachsene Musiksammlung hatte (No Mercy, AC/DC, Snap!, Black Sabbath, und sonstige Klassiker, die niemand kennt, wo aber jeder mitsingen kann) war das für mich sogar eine grandiose Party. Gut, die junge Frau fand es natürlich eher blöd, dass nur so wenige da waren, aber ich fands sehr gut. Sie bekommt von mir ganz lieb gemeinte 9 Punkte.

Irgendwann im Verlaufe der Party wurde ein Paddelurlaub angesprochen. Ich weiß auch nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich ständig sowas sagte wie “…aber Paddeln.” Paddeln find ich blöd. Ich hoffe, ich bin standhaft geblieben, weil dort schon die ersten Gedächtnislücken auftreten.

Vielleicht hat sie ja einen Twitter-Account

Nachdem ich also schon etwas heiser vom Singen und ziemlich betrunken vom Trinken war, meinte eine Freundin meiner Freundin, sie kenne doch eine Inge, die auch noch eine Party hätte. Klar hatten wir ein schlechtes Gewissen, die Party einfach zu verlassen. Klar haben wir  ihr versichert, dass wir es trotzdem echt cool fanden (was in meinem Fall ja auch stimmte) und klar würden wir das auf jedenfall nochmal wiederholen, aber auf anderen Parties ist das Gras ja bekanntlich grüner. (Bitte nicht falsch verstehen) Blöd war nur, dass die Freundin die Inge nicht erreichen konnte. Einen Twitteraccount hatte sie auch nicht, ich hab gefragt, wobei das nur mit einem Grinsen beantwortet wurde. Oder eher einem Lächeln. Na ja.
Als wir also schon gut eine halbe Stunde durch den Schnee marschiert waren, Straßenbahnen fuhren ja nicht, warum auch immer, konnte sie die Inge endlich erreichen. “Übrigens wird da nur Electro gespielt” sagte die Freundin, was der männliche Part eines anderen Pärchens (wir mussten tauschen, weil Teile unseres ersten Pärchens zu betrunken für weitere Unternehmungen waren) dann später, auf Party Location Nummer 3 mit “Hier möchte ich am liebsten sterben” quittierte.
Jetzt mal unter uns: Ich bin ja, was Menschen und Musik angeht einer der offensten Menschen, die es gibt und Parties, die in alten Verkaufsräumen stattfinden, an denen noch Schilder hängen, die Fernseher zu 95 Euro bewerben, sind prinzipiell ja erstmal interessant, aber NUR Electro, also da möchte ich auch am liebsten sterben. Wenn dort dann noch Leute herumlaufen, die irgendwelche sehr merkwürdigen Symbole im Gesicht tragen, könnte das sogar passieren. Ich habe dieses Jahr übrigens schon meinen Namen in den Schnee gepinkelt – ohne ab zu setzen.

Du bist cool, du bist wie Cerberus

Eine Sache muss ich mir für das neue Jahr merken: Wenn gar nichts geht, im Wild at Heart geht immer noch irgendwas. Das ist, die Berliner unter euch werden es vielleicht wissen, der Psychobillyschuppen Nummer eins in Berlin. Zumindest, soweit ich das beurteilen kann. Die Leute da sind einfach alle extrem cool, die Musik ist der Hammer (mittlerweile erkenne ich gut jedes dritte Lied) und das Bier lecker. Blöd ist nur, dass es dort keine Garderobe gibt. Eigentlich mag ich Clubs, gerade im Winter, nicht, die keine Garderobe haben, aber für das Wild at Heart mache ich da gerne mal eine Ausnahme. Vor allem, wenn man direkt mit Johnny Cash begrüßt wird.
Das Problem an Clubs ohne Garderobe ist nämlich, dass man seine Klamotten einfach irgendwo hinlegen muss, was viele andere Leute dann dazu veranlasst, gerade dort nach ihrem eigenen Kram zu suchen. Prinzipiell habe ich da keine Sorge, wenn aber jemand so aussieht, als würde er irgendwie nicht in sein Umfeld gehören, in gewisser Weise schon. Natürlich suchte genau so jemand genau dort, wo wir unseren Kram hatten, nach seiner Kleidung, aber wir hatten ja Cerberus dabei.
Bämm, der suspekte Typ bekam von ihr sofort eins auf die Hände. Man muss dazu wissen, dass sie der weibliche Part des neuen Pärchens war und dabei auch klein und blond ist, also überhaupt nicht so aussieht, als würde sie sich mit betrunkenen Typen anlegen. Das überraschte mich und ich mag Leute, die mich überraschen können. Mit denen können wir noch öfter mal was machen. (Prinzipiell sage ich so etwas nicht über die Freunde meiner Freundin – sie sind also in gewisser Weise von mir geadelt)

Um acht Uhr morgens waren wir dann auch schon zuhause. Wie wir dort hingekommen sind, weiß ich nicht mehr so genau. Ich erinnere mich aber noch, dass das Michstützen überhaupt nicht funktionierte. In der U-Bahn Richtung Neukölln wurden wir noch Zeuge eines echt interessanten Gesprächs. Zeitweise waren wir sogar Teilnehmer dieses Gesprächs. Ein männlicher Jemand mit rosa Spange in den Haaren war nämlich der Meinung, dass Oi! ein Aufruf zum Geschlechtsverkehr sei. Er nannte es ficken, aber solche Wörter benutze ich nicht. Wir und auch seine Mitreisenden waren da komplett anderer Meinung, obwohl Oi! und Ficken ja mitunter auch Hand in Hand gehen, falls jemand von euch mal beim Force Attack war. Aber das ist halt auch nicht die Regel. Aber ich glaube Kerlen, die pinke Haarspangen tragen, sowieso erstmal kein Wort. Einfach auch Prinzip.
Der Rest des Nachhausewegs ist auch nur eine Art Bewusstseinsstrom, aus für mich völlig zusammenhanglosen Dingen. Irgendwas mit Schokobrötchen und Schneeengeln.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Ab heute, geht das hier in gewohnt lustiger Weise weiter. Es war ein tolles Jahr, ein tolles Silvester und das neue Jahr wird auch großartig. Davon bin ich fest überzeugt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Trackbacks (0)

Kommentare (2)


Niels
02.01.10

“…aber Paddeln.” Komm schon, paddeln is eigentlich ziemlich lustig, und was man gegen das Zelten dabei haben kann…Zelten ist toll!

War bei mir übrigens auch das beste Sülvester ever :D


Cyrus
03.01.10

Witziger Bericht! Ich glaub ich muss auch mal wieder in Berlin Silvester feiern, hab das ja schon zweimal gemacht, damals allerdings noch mit den Anhänger dieser Star Trek Sekte :P

Hinterlasse doch einen Kommentar