2002
5 Kurzreviews zu animierten Comicverfilmungen

Da ich ja jetzt die Woche auf Grund einer eher unangenehmen Krankheit ausgeknockt war und zuhause bleiben musste/durfte, hatte ich genügend Zeit, endlich mal ein paar Filme zu schauen, die sich hier bei mir stapelten. Ihr dürftet ja mittlerweile auch wissen, dass ich ganz gerne mal den ein oder anderen Superheldencomic lese, daher ist es wohl auch klar, was für Filme ich geschaut habe – nämlich die letzten paar Filme aus der Warner-Bros.-Animationsecke. Klar kann man sagen, dass das ja Zeichentrickfilme sind und die ja eindeutig für Kinder sein müssen, aber täuscht euch nicht. Manche von ihnen richten sich nämlich an ein eher erwachsenen Publikum, was für mich auch ein bisschen die These aufwirft, dass die Zukunft der Comicverfilmungen nicht bei den Realverfilmungen, sondern eher bei den Zeichentrickfilmen liegt. Erstaunlich finde ich aber, dass bei diesem Filmen oftmals sehr bekannte Namen als Synchronsprecher verpflichtet wurden. Manchmal sind aber auch weniger die Namen, als die dazugehörigen Gesichter bekannt, weswegen ich mal in kursiv in die Klammer geschrieben habe, woher man diese Leute kennen könnte. Schauen wir dochmal, was ich so angeschaut habe.

Green Lantern – First Flight (2009)
green lantern first flight 5 Kurzreviews zu animierten ComicverfilmungenSprecher: Christopher Meloni (Hal Jordan / der aus Law & Order ), Victor Garber (Sinestro / Jack Bristow aus Alias),  Tricia Helfer (Boodikka / Six!), Michael Madsen (Kilowog / kennt man, oder?), Kurtwood Smith (Kanjar Ro / Red aus That 70s Show und Präsident der Föderation in Star Trek VI)

Erstmal vorab: Der Film war scheiße. Nicht von der Story her, die war wirklich ganz gut (nur etwas abgedroschen) und recht spannend und ganz sicher auch nicht von der herausragenden Besetzung der Synchronsprecher her, sondern einfach, weil die Story des Films wirklich nicht viel mit der Geschichte der Comics zu tun hat. Abgesehen davon fehlten auch einige dramaturgische Elemente aus den Comics (zb dass GLs mit ihren Ringen nicht töten können) und viele der Charaktere sind falsch dargestellt. Damit meine ich jetzt nicht, dass sie für mich und meine Interpretation falsch dargestellt wurden, sondern ganz offensichtlich falsch. Kilowog ist zum Beispiel kein dümmlicher Riese, sondern Trainer des ganzen Corps. Boodikka ist keine Verräterin, sondern eine echt gute Lantern, aber richtig gestutzt habe ich, als ich eine Lantern sah, die aussah, wie Prinzession Iolande, denn die kommt ja erst viel, viel später zum Corps. Nur mal so.
Abgesehen davon kann ich mir vorstellen, dass der Film wirklich eher eine recht junge Zielgruppe anspricht. Wenn ihr also Kinder habt, dann ist das vielleicht ein Film, den ihr zusammen mit ihnen schauen könnt, ohne, dass sich einer von euch dabei langweilt.

Wonder Woman (2009)
wonder woman 5 Kurzreviews zu animierten ComicverfilmungenSprecher: Keri Russel (Wonder Woman / Felecity), Nathan Fillion (Steve Trevor / Capt. Malcolm Reynolds aus Firefly), Alfred Molina (Ares / Doc Ock in Spiderman 2), Rosario Dawson (Artemis / Die eine Hure aus Sin City)

Wonder Woman ist ja eigentlich eher eine Figur, die sich an die unterdrückte Frau richtet, ist sie doch eine Amazone, die gegen die bösen Männer, allen voran Ares, kämpft. Das kommt in diesem Film auch gut zum Ausdruck, ändert sich aber im Verlauf der Geschichte, weil Diana (Wonder Woman) eben doch mitbekommt, dass nicht alle Männer Penner sind. Die Geschichte ist zudem aber auch wirklich sehr spannend und extrem gut erzählt. Man hat wirklich eher selten das Gefühl, hier einen Film zu sehen, der Kinder ansprechen möchte, zumal die, ich sage mal, Kampfchoreografien wirklich extrem gut und ein Augenschmaus für jeden Martial-Arts-Fan sind. Zudem gibt es wirklich viel Blut und rollende Köpfe zu sehen. Das ist also alles eher nichts für Kinder, hat mir aber deswegen umso mehr Spaß gemacht. Zudem sind, das könnt ihr ja selbst weiter oben sehen, die Sprecher ziemlich gut ausgewählt. Klare Anschauempfehlung.

Justice League – Crisis on two Earths (2010)
justice league crisis on two earths 5 Kurzreviews zu animierten ComicverfilmungenSprecher: Mark Harmon (Superman / der aus NCIS), Alyssa Milano (Aimee Brenner / Dings hier aus Charmed), James Woods (Owlman / Shark), Chris Noth (Lex Luthor / Mr. Big), William Baldwin (Batman / einer von denen halt), Gina Torres (Super Woman / Zoe aus Firefly)

Dieser Film scheint auf den Comics zu basieren, die ich aber nicht gelesen habe. Deswegen hat mir der Film wohl auch extrem viel Spaß bereitet. Hier kommt nämlich Lex Luthor aus einer Parallelwelt, wo er natürlich ein Guter und Anführer der JLA ist, um unsere JLA um Hilfe zu bitten, ihre bösen Konterparts zu bekämpfen. Klar, dass sich unsere Helden da nicht lange bitten lassen und sofort zur Hilfe eilen. Außer Batman, aber der ist manchmal sowieso ein ganz schöner Langweiler.
Kaum auf der anderen Erde angekommen, können wir auch gleich einen recht epischen Kampf zwischen allen Superhelden und -schurken beobachten, der echt sehr cool animiert ist. Allein das wäre schon ein Grund gewesen, den Film zu schauen. Abgesehen davon entwickelt sich die Geschichte des Film aber schnell zu einer sehr spannenden Heldensaga, die in einem Showdown zwischen Batman und Owlman gipfelt. Allerdings finden auch andere Helden in dem Film Platz, um sich in kleine Geschichten zu verwickeln. Leider kommt das alles aber etwas kurz, was wohl aber auch in der Natur der Sache liegt, wenn man so viele interessante Helden zusammen würfelt und daraus einen Zwei-Stunden-Film bastelt. Dafür liefert uns The Flash aber immer wieder den ein oder anderen netten Spruch. Toller Fim!

Justice League – New Frontier (2008)
justice league new frontier 5 Kurzreviews zu animierten ComicverfilmungenSprecher: David Boreanz (Hal Jordan / Angel von Buffy), Miguel Ferrer (Martian Manhunter / aus Crossing Jordan), Neil Patrick Harris (Barry Allen / unser aller Bro!), Lucy Lawless (Wonder Woman / Xena), Kyle McLachlan (Superman / Paul Atreides aus Dune), Brooke Shields (Carol Ferris / das Mädchen aus der blauen Lagune)

Abgesehen davon, dass hier die Hintergrundgeschichte von Green Lantern auch wieder in keinster Weise stimmt, ist der Film trotzdem ganz schön gut. Diesmal allerdings spielt das ganze im Jahr 1954, was irgendwie alles wenig Sinn macht und nicht hinterfragt werden sollte. Die Leute sind von maskierten Helden eher genervt (das hatten wir ja schonmal bei Watchmen und im Marvel-Universum) und ein einsamer Marsianer versucht sich auf der Erde zurecht zu finden. Logisch, dass die blöden Normalos dann wieder nach den Helden schreien, wenn ein scheinbar unbezwingbarer Gegner auf der Bildfläche erscheint.
Ich bin mir relativ unsicher, ob der extreme Proamerikanismus hier ironisch gemeint ist, oder nicht, aber mit dem ganzen Charme der 50er Jahre, die dieser Film ausstrahlt, meine ich zu behaupten, dass es so ist. Wenn man davon einfach mal ausgeht, hat man hier einen wirklich unterhaltsamen Zeichentrickfilm, der alles in allem doch relativ kurzweilig ist und irgendwie ein Gefühl der Unvollständigkeit hinterlässt. Anschauen kann man ihn sich aber trotzdem mal.

Superman/Batman – Public Enemies (2009)
batman superman public enemies 5 Kurzreviews zu animierten ComicverfilmungenSprecher: Clancy Brown (Lex Luthor / der Böse aus dem ersten Highlander), Kevin Conroy (Batman), Tim Daly (Superman), Allison Mack (Power Girl / Die Blondine aus Smallville), John C. McGinley (Metallo / Dr. Cox!), LeVar Burton (Black Lightning / Geordie LaForge)

Ich bin ehrlich gesagt weder ein Fan von  Superman, noch von Batman, aber in diesem Film bilden sie ein wirklich sehr unterhaltsames Gespann, das im Alleingang die Welt vor Lex Luthor retten muss, der, mehr oder weniger ehrlich, zum Präsidenten der USofA gewählt wurde. Das wäre alles jetzt kein Problem, würde nicht gerade ein riesiger Asteroid aus Kryptonit auf die Erde zu rasen und alles Leben, nicht nur das der USofA, auf ihr bedrohen. Viele, eigentlich alle, der restlichen Helden haben sich Lex Luthor verschworen, ist er doch eben Präsident der freien Welt USofA, nur eben Batman und Superman nicht, die vermuten, das Lex noch irgendetwas anderes im Schilde führt (was ja auch irgendwie auf der Hand liegt).
Die Animationen in diesem Film fand ich zum Gähnen langweilig, was die Geschichte, zumindest in der ersten Hälfte, wieder wettmachte. Später wird das alles dann irgendwie träge und extrem vorhersehbar, wenn nicht sogar klischeehaft und langweilig. Wenn ich könnte, würde ich mir den nicht angeschaut haben. Außerdem funktioniert dieses Team-up auch nur, weil irgendwie jeder Schurke etwas Kryptonit dabei hat, woraufhin dann natürlich Batman gefragt ist. Das alles wird dann auch nicht mit dem Auftritt von Power Girl wett gemacht, die auch hier eher wie ein langweiliges, hilfloses, kleines Mädchen wirkt.

Obwohl ich hier so manchen Quatsch gesehen habe, waren doch auch manche Perlen dabei, weswegen ich eigentlich auf die Idee kam, dass man das alles vielleicht noch ein bisschen erwachsener machen könnte. Mehr Blut, mehr, noch ernstere Themen, vielleicht bessere Animationen und schon könnte man viele großartige Filme produzieren, ohne sie von teuren Schauspielern abhängig zu machen (was unter anderem ein Grund dafür ist, dass ich nicht glaube, dass eine JLA-Verfilmung mit realen Schauspielern zu Stande kommt). Gut, an diesen DC-Animated-Style muss man sich erst gewöhnen, aber wenn man das erstmal geschafft hat, erwarten einen eine Menge guter Filme.

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