2010 Google sagt: It gets better
René hat schon völlig recht, wenn er sagt:
Das hier ist nicht nur ein Thema für schwule Menschen, sondern für alle, die in der Schule zu klein, zu groß, zu dünn, zu dick, zu Dings, zu Bums waren und vor allen Dingen *sind*. It will get better and I still promise.
Da dem in der Form nichts mehr hinzu zu fügen ist, erzähle ich euch einfach mal kurz, wie ich die Schule so empfunden habe: Eigentlich gar nicht so schlimm. Ich war nicht der Kleine, der Große, der Dumme, der Schlaue, der Schwule, der Hässliche, aber auch nicht der Coole, der Frauenheld, der mit dem Motorrad, der mit der Lederjacke, der Tattowierte, der Sportler oder der Informatiker.
Dazu muss man aber sagen, dass Mobbing bei uns nicht wirklich so ein Thema war, wie man es vielleicht immer im Fernsehen sieht und wie es sicher auch einige erlebt hatten. Wir hatten zwar auch ein paar Schwule und gerüchteweise auch die ein oder andere Lesbe, aber das waren auch ganz okaye Typen. Jetzt nicht unbedingt Freunde von mir, aber man hat halt mal geplaudert. Unser Problem waren eher weiche Drogen. Ob da jetzt ein Zusammenhang besteht, weiß ich auch nicht.
Sicherlich hatten wir auch Außenseiter, die sich aber untereinander gut verstanden haben und nicht wirklich die typische Außenseiterrolle einnahmen, wie man sie kennt. Sicherlich wurde auch mal gemobbt, Kinder sind halt Arschlöcher, aber das bewegte sich in einem kleinen Rahmen und wurde von den Lehrern meistens direkt unterbunden. Was gut war. Sehr gut.
Unterm Strich hatten wir halt viele kleinere Cliquen und eigentlich hab ich mich auch mit jedem ganz gut verstanden, auch, wenn ich heute davon eigentlich niemanden mehr sehe. Als es dann in die Sekundarstufe II ging wurden die Karten sowieso neugegeben und man hat sich eher an Leute gehalten, mit denen man onehin besser auskam. So im Nachhinein betrachtet, hatten wir da alle wohl echt Glück, denn offenbar hätte es auch ganz anders kommen können.




