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Blogparade: Meine beeindruckensten Konzerterlebnisse

festival e1290184027888 Blogparade: Meine beeindruckensten Konzerterlebnisse

Ich kann fast gar nicht glauben, dass ihr zwar auf Konzerte geht, ihr von denen aber absolut nichts zu berichten zu haben scheint. Wozu geht man denn sonst auf Konzerte, wenn das, was man da so erleben kann, so banal ist, dass man es sich nicht merken kann? Da kann man ja gleich zuhause die CDs auf voller Lautstärke hören. Dabei sind doch Konzerte eigentlich die Königsdisziplin der Musiker.
Okay, vielleicht geht ihr nicht so gerne auf Konzerte, weil ihr Angst vor Menschen, blauen Flecken und eurem eigenen Schweiss habt, aber ich bin eigentlich eher so der Typ, der da total drauf steht. Und wenn ich am nächsten Tag gut hören kann, weiss ich, dass das Konzert einfach zu leise war.

Um euch einfach mal vor zu machen, wie ich das mit meiner Blogparade meine, hier mal ein paar meiner herausragensten Konzerterlebnisse. An sich war ich nämlich schon auf extrem vielen Konzerten, was vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich in Berlin wohne und man hier ja quasi mit so etwas erschlagen werden kann. Aber ich schreib einfach mal los.

Das coolste, beste und absolut durchgeplanteste Konzert, das ich jemals sah, war einfach wirklich dieses Jahr KISS in der o2-World. Lustigerweise arbeitete da ein Freund als Rowdy und konnte uns, also meiner Freundin und mir, da eine Karte besorgen, was natürlich überawesome war, da wir so nur noch eine kaufen brauchten. Das Konzert war nämlich mit 60 Eur0 (soweit ich mich erinnere) wirklich unverschämt teuer. Aber hey, KISS, die muss man einfach mal live gesehen haben, bevor sie uns alle komplett wegsterben, sind sie doch die härteste Band der Welt. Zumindest nach eigener Aussage.
Jedenfalls war das alles wirklich absolut durchgeplant, was man auch sehr gut sehen kann, wenn man sich eifnach mal ein paar Videos der Auftritte bei Youtube anschaut. Das ist aber echt nicht schlimm, eher beeindruckend. Natürlich spuckte Gene Simmons Blut und flog, ja flog, auf ein Gitter übr der Bühne. Sau cool.

Das schmerzhafteste Konzert aber waren die Dropkick Murphys, die ich auch irgendwann dieses Jahr sah. Die Band an sich war live eher langweilig. Aber Sick Of It All, (unbedingt das hinterlegte Video anschauen), Leute, das tat richtig weh. Das war wirklich SO laut, dass es richtig in den Ohren schmerzte. Ich fragte mich, ob ich vielleicht einfach alt geworden bin, hatte ich doch noch nie körperliche Schmerzen bei einem Konzert. Das schlimmste war aber auch einfach, dass noch drei weitere Tage nicht richtig hören konnte und genau in der Zeit natürlich den Hotlinedienst zu verrichten hatte.
Aber seid beruhigt, meinen Ohren geht es wieder halbwegs gut. Mit Ohropax werdet ihr mich aber trotzdem nicht auf einem Konzert sehen. Niemals.

Von dem Jubiläumskonzert von Die Ärzte muss ich euch natürlich auch erzählen. 15 Jahre Netto hiess es und ich war damals auch nicht viel älter. Okay, doch, wahrscheinlich eher so um die 17, 18 oder sowas. Ich erinnere mich, dass zu der Zeit gerade eine Meisterschaft im Fussball stattfand, aber fragt mich bitte nicht welche oder was für eine, weil ich mich noch nie genug für Fussball interessierte, um mir sowas zu merken. Das wussten auch meine Freunde, weswegen es fraglich ist, warum wir uns immer bei mir zum Fussballschauen treffen mussten. Jedenfalls taten wir das. Die Karten für das Konzert hatten wir allerdings auch schon, nur eben einer unserer Freunde nicht. Irgendwie konnte er die Ärzte auch nicht wirklich leiden, aber so ein Jubiläumskonzert, das kann man sich nicht entgehen lassen.
Jedenfalls schafften wir es noch, die wirklich allerletzte Karte zu erjagen, was wzar nichts wert, aber doch total awesome ist. Später brannte noch ein Dixieklo. Diesen süßlichen, widerwertigen Geruch werd ich nie vergessen. Am Ende blieb nur ein grüner (oder blauer? Weiss nicht mehr) Klecks geschmolzenen Plastiks über.
Ganz davon abgesehen, dass die Ärzte sowieso eine der besten Livebands sind, die es gibt, jemals gab oder geben wird.

Motörhead hab ich auch schonmal gesehen. Damals, vor zig Jahren bei einem Bikertreffen in Hannover, das von den Hells Angels organisiert wurde. Wohl deswegen war das Konzert, das in einer Trabrennbahn stattfand, wohl auch hauptsächlich von Polizisten besucht. Trotzdem war es sehr, sehr cool. Auf dem Konzert hab ich auch das erste und einzige mal so viel Desperados getrunken, dass ich davon brechen musste. Habt ihr mal so viel Desperados getrunken, dass ihr davon brechen musstet? Ihr hab nichts verpasst, denn das Zeug schmeckt vorwärts genau wie rückwärts, was eigentlich wirklich sehr erstaunlich ist.

Mutabor. Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben Mutabor live gesehen habe. Das war auch immer mehr ein Klassenausflug, weil man da dann irgendwie immer jeden kannte. Eben von allen anderen Konzerten. Einmal, lasst es das zehnte mal gewesen sein, bekamen wir Durst, hatten natürlich aber keine Lust, etwas für Getränke zu bezahlen. Was macht man da also? Man geht auf die Bühne und klaut sich da eine Flasche Wasser. Ich lass diese Geschichte ob ihrer beschriebenen Dreistigkeit einfach mal so stehen.

Kennt ihr eigentlich noch The Wohlstandskinder? Oder überhaupt? Die habe ich leider nur zwei mal gesehen, bevor sie sich aus mir nicht verständlichen Gründen auflösten. Natürlich war ich auch bei der Abschiedstour und scheinbar war ich in der Szene so cool, dass ich da vor dem Konzert ständig von so einem Mädchen vollgelabert wurde. Sie war schon nett und alles, aber ich wollte mich wirklich nicht mit ihr unterhalten. Dank meines Freundes, der dabei war, und Kants kategorischem Imperativ, den er uns dann direkt in voller Länge erklärte, hatte sich das Problem aber auch sehr schnell wieder gelöst.

Mein allererstes Konzert, ich war sehr minderjährig und noch nicht so oft im Berlin unterwegs, war natürlich Kittie. Ich liebte diese Band, vor allem die Bassistin Talena Atfield. Klar, dass ich da Karten organisiert hatte und da natürlich auch hinwollte. Nur blöderweise hat der Typ, der eigentlich mitkommen wollte, spontan abgesagt. Also bin ich allein hin, hatte Spaß, fand Konzerte von da an total großartig und, was das beste an der ganzen Sache war, konnte sogar Talenas verschwitze Hand schütteln. Das sind so die Momente, wisst ihr. Deswegen geht man ja auch auf Konzerte, um eben den Musikern näher zu sein, als nur durch dieses Youtubevideofenster, das es zu der Zeit glaub ich auch noch gar nicht gab.

Festivals zählen natürlich zu dieser Blogparade auch dazu. Ich fahre ja regelmäßg auf das Motorcycle Jamboree, aber ein etwas krasseres war wirklich der Chiemsee Reagge Summer. Ich hatte gerade mein Abi gemacht und ein Freund hatte die mehr oder weniger spontane Idee, dass wir da doch einfach mal hinfahren könnten. Die Idee war an sich gut, nur hatten wir absolut nicht damit gerechnet, wie weit der Chiemsee eigentlich von Berlin entfernt ist. Blöd, wie wir natürlich waren, dachten wir außerdem, dass der kürzeste Weg nach Bayern über Tschechien führt. Auf der Karte mag das stimmen, in der realen Welt ist das aber schon wieder eine ganz andere Sache. Nach dem man unser Auto dann an der tschechischen Grenze komplett durchsucht hatte (ich gebe zu, dass Sprüche wie “Da neben meinen schmutzigen Schlüppis haben sie noch nicht gesucht” nicht so hilfreich waren), waren wir nach acht Stunden (eher mehr) auch schon am Ziel.
Natürlich kamen wir nachts an und versuchten irgendwie im dunklen unser Zelt aufzubauen. Als wir am nächsten Morgen wieder herauskrochen, wurden wir erstmal von allen Seiten ausgelacht, weil unser Zelt wirklich unerhört klein war. Aber wenn man sich gut versteht, dann geht das schon. Viel schlimmer war, dass es undicht war und wir dann im Auto schlafen mussten. Von dem rosanen T-Shirt möchte ich aber lieber nicht erzählen. (Florian, wir müssen sowas nochmal machen)

Knorkator wirft übrigens Brot ins Publikum, damit ihre Fans auch nicht verhungern, während sie komlett die Bühne zerlegen.

Und wenn einem ein dicker, haariger, nackter und verschwitzter Punk beim Pogen ins Gesicht springt, dann ist das weit weniger erotisch, als es vielleicht klingen mag. Erlebt bei den Real McKenzies.

Ich hab auch mal selbst ein Konzert gegeben. Aber da war ich irgendwas zwischen 9 und 12, saß vor meinem Keyboard und spielte “In einem kleinen Apfel”. Es gab Applaus, aber ich glaube heute kann ich damit niemanden mehr beeindrucken.

Und es gäbe noch tausend andere Konzertgeschichten, die ich euch erzählen könnte. Aber viele davon sind abartig, versaut, eklig oder geschmacklos. Und ich wünsche mir die DVD von Children of Bodom. (Bild via)

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Kommentare (8)


Haukesand
19.11.10

Find ich gut.
Konzerte sind in der Tat die Königsdisziplin.
Auch wenn das alles nicht so meine Musik ist.
Ich find es mehr klasse wenn die leute Blut spucken, obwohl die Musik eher zurückhaltend ist. Das sind die besten momente. Wenn alle ausrasten, aber eigentlich gar nichts ist.


Cyrus
19.11.10

Ich war schon auf einigen Konzerten, aber hab halt kein Blog, deswegen schreib ich das einfach hier.
Also Slipknot und Korn waren bis jetzt am besten. Es ist einfach genial wenn sich bei nem bestimmten Song (bei Slipknot war es “Spit it out”, bei Korn weiß ich es nicht mehr) alle in die Hocke gehen und nen circle pit bilden und dann auf Kommando hochspringen und pogen was das zeug hält. Ist dann echt lustig… So geschehen beim Korn Konzert diesen Jahres in Oktober.
Ich stand da recht weit vorne. Die erste Band war irgend ne englische Band, die zweite dann Dimmur Borgir und die dritte dann halt Korn. Erst war es relativ harmlos, aber als dann Korn angefangen hat zu spielen war das einfach nur krass was da mit den Leuten abging.
Cool find ich auch immer die Drum Solos sowie Stage Diving, was aber irgendwie recht selten vorkommt. Aber vielleicht hat das auch was mit der Lokation zu tun.


Chris
19.11.10

(Mein ‘eindrüglichstes’ Erlebnis war, als in der Live Music Hall beim Stagediving auf einmal keiner mehr da stand um mich aufzufangen.
Ficke, ey.
– Ich lese das da oben später mal in Ruhe)


Bernd
19.11.10

Keinen blog sorry.

Aber das wohl beste Konzert war erst kürzlich das Ratatat Konzert, das erste ausverkaufte auf das ich gehen durfte.

ich hatte sogar 10 minuten das gefühl das jemand mit mir tanzen würde (sagte der sozialphobiker und erhängte sich). hach sie war wunderschön


Wenn er Rowdy war, warum wurde er dann von den Sicherheitsleuten nicht rausgeleitet? Oder war er am Ende vielleicht doch ein Roadie; möglicherweise eher sogar noch ein Stagehand, wenn er nicht mit der Band gereist ist.

Kiss sind nach eigenem Bekunden übrigens nicht die “härteste”, sondern die “heißeste” Band der Welt. Zu diesem Verhörer aus dem Intro “the hottest band in the world” kam es früher wohl öfter und manch einer hat sich darüber amüsiert, wie vermessen es sei, sich angesichts so vieler, härterer Truppen dieses Attribut zuzuschreiben. Aber KISS hatten und haben Recht: Sie sind die verdammt nochmal heißeste Band dieses Planeten und ihre Konzerte sind röck’n'röll-getränkte Perfektion!

Ein paar meiner Konzerterlebnisse gibt es hier nachzulesen: http://steelborn-force.de/category/konzertberichte/
Da es ja jetzt wieder kälter ist und die Festivalsaison zu Ende ist, werden in nächster Zeit bestimmt noch ein paar weitere Berichte folgen, etwa von der heutigen Speed’n'Thrash Invasion: http://bit.ly/bwOvPq


Marco
20.11.10

Steelborn Force: Roadie, Rowdy, Stagehand, heisseste oder härteste… Klugscheißer kann niemand leiden ;)


Mookid
21.11.10

Aphex Twin und Florian Hecker beim STRP Festival in Eindhoven 2009 war so ziemlich das beste und doch zugleich das anstrengenste Konzert auf dem ich jemals war.
Hatte eine Woche Kreislaufprobleme und Schwindelanfälle (ähmm.. no drugs!)
Aber fällt wohl auch nicht in die Kategorie Konzert im speziellen, die beiden hatten je ein Laptop und synchro-PureData oder sowas wurd mir da erzählt.

Hab als Stagehand mal dauerkiffende(kein Witz!) Kastelruther Spatzen gesehen, live vor 60jährigen schunkelnden und weinenden Omis und Opis. Das War Ein Konzert.


Jens
22.11.10

Mein bisher unglaublichstes Konzert waren THE DWARVES 1997 im heimischen Jugendzentrum. Ich sach nur soviel: lauter als Motörhead, der Sänger, “Blag Dhalia”, rotzte ins Publikum, der Bassist “Hewhocannotbenamed” nackt mit Aldi-Tüte auf dem Kopf, keine Ansagen, nur Vollgas Song an Song, nach 30 Minuten alle Instrumente und Verstärker zu Brei geschlagen und Ende! Ich hab mir direkt am Merch das neue Album gekauft. Irre…

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