2001
Bloggerkollege in Nöten: Clockworker wegen Copyrightshitfuck abgemahnt

cw 600x96 Bloggerkollege in Nöten: Clockworker wegen Copyrightshitfuck abgemahnt

Tatsächlich viel schlimmer, als die Nerdcoregeschichte finde ich momentan, was der Herr Cynx durchleiden muss. Er postete nämlichen kackendreist, wie er ist und wie wir ihn alle kennen, einfach so, ohne den Künstler zu fragen, zwei Bilder von ihm. Nicht etwa, um sich selbst daran zu bereichern oder es für sein Werk auszugeben, nein, viel schlimmer: Er stellte den Künstler vor, machte ihn bekannt, verbreitete seinen Namen, seine Kunstwerke, warf seinen Namen in den Raum und half ihm dabei, was eigentlich der Sinn jedes Kunstschaffenden sein sollte. Eben die Menschen zu erheitern, zu bereichern, vielleicht nachhaltig zum Besseren zu verändern, zum Nachdenken anzuregen. Was auch immer. Dafür darf er nun die Quittung zahlen und die beträgt ganz lässige 647 Euro. Für zwei Bilder. Eines Künstlers. Eines Künstlers der.. bekannt.. bereichern.. ich hatte das eben.

Tatsächlich finde ich, dass bei solchen Sachen die Differenz zwischen Recht und Gerechtigkeit einfach unerhört groß ist, zumal der Herr Cynx, seines Zeichens übrigens auch Deutschlands einzig wahrer Gentlemenblogger und deutsche Steampunkinstanz, mit seinem Clockworker genau keine kommerziellen Absichten hat und der Blog bis auf eine Amazonempfehlungsliste überhaupt nicht monetarisiert ist.

Weil das eben auch einfach eine Sache ist, die wirklich jeden von uns treffen kann, der irgendwelches Zeug ins Internet schreibt, um es anderen Leuten vorzustellen (Ich komme darauf einfach nicht klar. Kann man Kunst machen, ohne zu wollen, dass sie andere Leute sehen? Ich meine, gibt es schon Mittel und Wege, für das Anschauen auf Webseiten Preise festzusetzen? Leute, mal ehrlich. Wenn ich da angestrengt drüber nachdenke, dann tut es ganz hinten rechts in meinem Kopf weh. Normalerweise sitzt da mein Logikzentrum, aber ich höre es einfach nur noch wimmern. Das arme Zentrum. Es muss soviel erleiden. Es tut mir leid. So sehr.), ist es das Mindeste, dass man anderen diese Gefahr einfach bewusst macht. Man kann auch mehr tun. Menie 2 Euro sind zwar nicht viel, aber jeder wie er kann, sag ich mal. Und wenn 323.5 Leute zwei Euro spenden, hat jeder ein gutes Gewissen und der Rechteinhaber sein, na ja, Recht. Wie bisher. Ich würde gerne fluchen und entsprechende Leute mit Schimpfwörtern bedenken, aber wir haben ja in jüngster Zeit gelernt, dass das selten clever ist.

Die ganze Geschichte, ausführlicher, könnt ihr hier nachlesen. Spendenbuttons findet ihr auf dem Blog und so.

Trackbacks (1)

Kommentare (13)


:( och nee.

Werde spenden wenn ich daheim bin. Sowas ätzendes…


Hurkunde
20.01.11

…sprachlos…


Jakub
20.01.11

Echt miese Geschichte. Ich hoffe der Fotograf geht Bankrott und wird nie wieder eines seiner so tollen “Werke” verkaufen.

Da bekommt man schon kostenlos!!! Werbung und als Dankeschön wird abgemahnt. Manchmal frage ich mich,was mit den Leuten heutzutage los ist.


mandarine_one
20.01.11

Früher wäre der Fotograf im Dreieck gesprungen weil er irgendwo erwähnt wurde. Heutzutage muss man sich profilieren, weil ja Copyright und Datenpiraterie und Blödsinn, und mahnt einfach mal ab…


Chaosmacherin
20.01.11

PFF! Was für ein ….. ! Soewas gemeines! Wenn das einer mit einem Bild von mir machen würde um mich vorzustellen würde ich weinen vor Glück!


Rooby
20.01.11

Irgendwie versteh ich die Welt nicht mehr. Wieso stell ich denn ursprünglich was ins Netz? Weil ich will, dass es jemand ansieht. Wenn mir jemand dabei hilft – umso besser. Was kann man dagegen haben??? Solche Leute sollen sich doch mit ihrer Scheiße verpissen aus’m Netz und in der Fußgängerzone versuchen den Kram an den Mann zu bringen. Viel Glück dabei, ihr Web-Säue… :-/


Marco
20.01.11

AsphyxiaPallida: Super, da freut er sich! :)

Hurkunde: Das geht? :D

Jakub: Es gibt auch echt Leute, die hauptsälich davon leben. Es gibt sogar Agenturen, die nix anderes machen. Das ist das Perverse :/

mandarine one: Wie gesagt… da ist die Profitgier einfach stärker, als der Wille, die Kunst, auch die eigene, voran zu bringen. Dann darf man sich aber auch nicht mehr Künstler nennen.

Chaosmacherin: Jeder würde das und jeder Künstler, den ich bisher anschrieb, tat das auch (sofern sie denn antworteten)

Rooby: Aber da darfst du das auch nicht anschauen, weil das könnte ja abgemahnt werden.


Jakub
20.01.11

Ich könnte es ja wirklich noch verstehen, wenn ein Unternehmen, ein Bild von mir nehmen würde und es für irgendwas benutzen würde.

Aber wenn jemand auf seinem Blog über mich berichtet und dann Fotos von mir dazu,… ist das einfach Free Werbung. Und besonders, wenn man davon Leben muss also als Fotograf arbeitet, sollte man sich darüber freuen.

Rechtlich gesehen, hätten sie leider nach Erlaubnis fragen müssen für die Bilder… aber irgendwie kommt mir das suspekt vor. Eine einfache E-Mail mit dem Inhalt “Bilder bitte raus. Copyright unso” sollte doch auch ausreichen. Besonders da mit den Bilder nichts böses gemacht wurde. (Weiterverkauft etc.)

Vielen Dank für Text und Rage. Wir sind überwältigt von all der Anteilnahme und natürlich erst Recht von all den vielen, kleinen Spenden, welche uns zusammengenommen wirklich enorm entlasten.

Und um den guten Cynx mal zu entlasten: diesmal war´s ja nicht mal er selbst, der solch einem öffentlichkeitsverachtenden “Künstler” unverschämter Weise unerwünschte Aufmerksamkeit verschaffte. Würde ein Gentlemanblogger eh nie tun.

Öhm.

Diese gammelige Erbswurst kann ich mir verschämt an meinen großen Damenhut pinnen, samt Asche und Fähnchen.


Marco
21.01.11

Jakub: Recht und Gerechtigkeit… das hat halt selten etwas miteinander zu tun :/

Miss C. Tickerlein: Gute Einstellung. Ich fände es aber fast noch besser, würde der Name des Künstlers bekannt werden. Allerdings wäre das vielleicht auch einfach stillos. Aber einfach so zu bezahlen ist irgendwie auch unschön. :/


Costella
21.01.11

Es ist und bleibt leider eine geldgeile Welt. Wie hier bereits erwähnt, die Rechtslage gestattet einem Fotografen solche Schritte. Warum man sich als Künstler jedoch zu so einem Schritt bewegen lässt, kostenlose PR verstreichen zu lassen (es handelt sich hier ja schließlich um eine Non-Profit Sache!), und einen charmanten Blog den Schweiß auf die Stirn zu treiben, will mir da auch nicht in den Sinn.


Marco
21.01.11

Costella: Die Welt ist einfach manchmal total unverständlich.


Per
21.01.11

Die juristische ist noch nicht in der digitalen Welt angekommen. Und andersrum. Wer sich keinen Fachanwalt für Medienrecht leisten kann, kommt aus solchen Sachen ganz schwierig raus. Da hilft leider noch nicht mal eine Rechschutzversicherung, da man sich als Blogger rechtlich in einer totalen Grauzone befindet. Und da der eigene Anwalt schon fürs Aufstehen 150 Euro nimmt, sollte einfach bezahlt werden. Schade, aber so ist das im Moment.

Hinterlasse doch einen Kommentar