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Eric Powell und die Creators Front for Diversity in Comics

Ein Beben geht durch die Comicszene. Eigentlich ist es nur ein kleines Rütteln und das Hauptproblem ist Geld, aber irgendwo haben sie ja auch Recht. Das Problem ist, dass Marvel und DC einen wirklich großen Teil des Marktes mit ihren Jahrzehnte alten Superhelden beherrschen und dass die anderen, die kreativen, Leute, die keine Superheldengeschichten nicht genug verdienen, um davon zuleben und eben auch auf diesen Zug aufspringen müssen, um das zu machen, was sie mögen und eben dabei auch ein bisschen Geld zu verdienen. Darunter leidet natürlich die Qualität.

Meine Freunde vom Comicgate haben das mal alles ein bisschen zusammengefasst und ihr solltet da mal weiterlesen, wenn ihr hintergründigere Informationen wollt. Frauke schreibt dort nämlich:

  • Unter den 500 meistverkauften Comicheften aus dem Jahr 2010 befinden sich sieben (z. B. True Blood 1 von IDW auf Platz 299; Buffy, the Vampire Slayer 32 von Dark Horse Comics auf Platz 304), die nicht bei Marvel Comics oder DC Comics veröffentlicht wurden. Keiner davon ist creator owned. (Quelle, Auswertung durch Eric Powell)
  • Von den 300 meistverkauften Comics des letzten Jahrzehnts handelten zwölf nicht von Superhelden; davon war einer creator owned.
  • Marvel Comics und DC Comics haben einen Marktanteil von 69 % (Umsatz) bzw. 77 % (Veröffentlichungen). Als nächstes folgt Dark Horse Comics mit gerade mal 5 % (Umsatz) bzw. 4 % (Veröffentlichungen). (Quelle)

Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Wahrscheinlich nichts. Und ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass das eher ein amerikanisches Problem ist. Klar leiden wir dann auch, weil wir die Comics aus anderen Sparten niemals sehen werden, eben weil sie nie existieren, aber ich habe schon auch das Gefühl, dass die Diversität, um das Fremdwort nochmal zu benutzen, dass es sich bei uns einprägt, an Comics in Deutschland schon auch recht hoch ist. Das kann vielleicht daran liegen, dass es bei uns auch ganz andere Zielgruppen gibt. Man weiß es nicht. Wie gesagt…

Eric Powell jedenfalls, Gallionsfigur der Bewegung und Schöpfer von The Goon, hat dazu mal ein sehr unterhaltsames und auch aufklärendes Video gemacht.

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Kommentare (3)


mandarine_one
31.01.11

Ich würde mal sagen, in Deutschland herrschen die “creator owned” Sachen. Vielleicht nicht den Markt aber ich glaube das öffentliche Bewusstsein. Denn wenn man mal was in den Medien über Comics liest, sind das meistens unsere kreativen Schaffer… behaupte ich jetzt mal.


Frauke
31.01.11

Danke für die Verlinkung!
Und klar geht es nur um den US-Markt. Wie ich es im Artikel geschrieben habe: Wir hier haben diese Einseitigkeit eher nicht, weil bei uns die Geschäftsmodelle für die Comicläden komplett anders aussehen. In den USA ist es ein enormes Risiko, unbekanntere Comics in den Laden zu stellen. Da gehen viele Händler lieber auf Nummer Sicher.
Außerdem sind wir vermutlich durch unsere eigene (kleine) Comicszene und die Nähe zu Frankreich/den Benelux-Ländern automatisch einer größeren Vielfalt an Comics ausgesetzt. Die USA sind da ja – allein geographisch gesehen – recht abgekapselt.
Und gerade weil wir so verwöhnt sind, war mir nicht klar, *wie* einseitig der US-Markt ist. Die Zahlen sind doch echt erschreckend.


Marco
31.01.11

mandarine_one: Das stimmt wirklich. Allein auch, weil die meisten ersten Comics, wenn man so mit Leuten spricht, meist sowas wie Mickey Maus, Tim und Struppi oder Fix und Foxy oder so waren.

Frauke: Na klar! :D
Die Zahlen sind aber wirklich erschreckend, aber das spiegelt auch so ziemlich die Mentalität der USofAner wieder… so sind sie halt. Ich mag ja Superheldencomics auch total gerne, aber es ist eben auch nicht alles. Aber was für Funktionen Comics noch so einnehmen können, muss ich dir auch nicht erzählen *g*
Wir haben da schon echt Glück eigentlich, aber die beiden großen bestimmen ja doch auch unseren Markt…

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