2104 Comics: Der Gender-Gap der beiden großen Verlage
Achtung, hier wird es ein bisschen feministisch, aber das ist okay, ist das doch gerade eines der bewegenderen Themen im deutschsprachigen Ätherweb. Allerdings geht es hier nicht um den Frauenanteil in Blogs bzw. den Anteil von Frauen geführter Blogs in irgendwelchen Charts, sondern um Comics, eben dem Leitthema dieses Blogs. Tim Hanley nämlich untersucht Woche für Woche die Veröffentlichungen der beiden großen Verlage, Marvel und DC, darauf, wie hoch der Anteil der weiblichen Namen in den Credits ist. Dabei müssen wir das jetzt aber so betrachten, dass da halt wirklich nur die originalen Berufe, also die verschiedenen Zeichner, Autoren, Schriftsetzer, Einfärber und so weiter, betrachtet werden. Würde man das jetzt für den deutschen Markt umrechnen, müsste man natürlich noch die ganzen Übersetzer dazunehmen, wobei ich da aber auch nicht weiß, ob man sie zu den Verlagen zählen sollte. Eher nicht. Aber da das eben für den Markt der USofA erstellt wurde, brauchen wir darüber auch gar nicht weiter nachdenken.
Jedenfalls hängt Tim momentan ein bisschen hinterher, da die letzten Statistiken die KW13, also die vom 30. März, erfassen. Wenn man aber mal durch seinen Blog scrollt, stellt man fest, dass sich da allerdings über die Wochen eh nie viel geändert hat und man im Prinzip auch jede Woche die selben Bilder veröffentlichen könnte. Hier jedenfalls mal die Statistik für DC:
Das find ich insofern ganz interessant, als dass man Mädchen ja eigentlich die größere Kreativität nachsagt und man eigentlich davon ausgehen sollte, dass sie auch in solchen Berufen landen. Aber wahrscheinlich sind den Mädels Comics auch einfach zu nerdig oder da ist generell kein Interesse daran vorhanden. Es kann ja auch sein, dass sie sich eher lukrativere Jobs suchen, da man mit Comics nur in den seltensten Fällen, und eher nicht als Ausmaler, das gute Geld verdient. Ach ja, oder die Personalleute bei den großen Verlagen sind Chauvis, das kann natürlich auch sein. Tim hat das aber nochmal auf die einzelnen Berufe heruntergebrochen.
Es ist ein bisschen interessant, dass DC gar keine weiblichen Schreiber hatte, aber immer gerne Wonder Woman veröffentlicht, die auch irgendwie als die Leitfigur des Feminismus gilt. Na ja. Von den Statistiken kann man halten, was man möchte, und mir fällt so spontan zum Beispiel auch gar keine weibliche Comicautorin ein, aber Gründe lassen sich daraus natürlich nicht ableiten. Es wäre leicht zu sagen, dass die Verlage frauenfeindlich sind, aber es kann genauso sein, dass Frauen an der gesamten Branche gar kein Interesse haben. Weiß man nicht. Aber auffällig ist es schon.
Bei Bleeding Cool gibt es die Statistik noch weiter aufgebrochen mit ein paar Infos, was in der Woche an Sonderheiten herauskam und bei Tim Hanley gibt es die Statistiken zu den anderen Wochen.







