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Achtung, hier wird es ein bisschen feministisch, aber das ist okay, ist das doch gerade eines der bewegenderen Themen im deutschsprachigen Ätherweb. Allerdings geht es hier nicht um den Frauenanteil in Blogs bzw. den Anteil von Frauen geführter Blogs in irgendwelchen Charts, sondern um Comics, eben dem Leitthema dieses Blogs. Tim Hanley nämlich untersucht Woche für Woche die Veröffentlichungen der beiden großen Verlage, Marvel und DC, darauf, wie hoch der Anteil der weiblichen Namen in den Credits ist. Dabei müssen wir das jetzt aber so betrachten, dass da halt wirklich nur die originalen Berufe, also die verschiedenen Zeichner, Autoren, Schriftsetzer, Einfärber und so weiter, betrachtet werden. Würde man das jetzt für den deutschen Markt umrechnen, müsste man natürlich noch die ganzen Übersetzer dazunehmen, wobei ich da aber auch nicht weiß, ob man sie zu den Verlagen zählen sollte. Eher nicht. Aber da das eben für den Markt der USofA erstellt wurde, brauchen wir darüber auch gar nicht weiter nachdenken.

Jedenfalls hängt Tim momentan ein bisschen hinterher, da die letzten Statistiken die KW13, also die vom 30. März, erfassen. Wenn man aber mal durch seinen Blog scrollt, stellt man fest, dass sich da allerdings über die Wochen eh nie viel geändert hat und man im Prinzip auch jede Woche die selben Bilder veröffentlichen könnte. Hier jedenfalls mal die Statistik für DC:

dc marvel gender gap 1 Comics: Der Gender Gap der beiden großen Verlage

Das find ich insofern ganz interessant, als dass man Mädchen ja eigentlich die größere Kreativität nachsagt und man eigentlich davon ausgehen sollte, dass sie auch in solchen Berufen landen. Aber wahrscheinlich sind den Mädels Comics auch einfach zu nerdig oder da ist generell kein Interesse daran vorhanden. Es kann ja auch sein, dass sie sich eher lukrativere Jobs suchen, da man mit Comics nur in den seltensten Fällen, und eher nicht als Ausmaler, das gute Geld verdient. Ach ja, oder die Personalleute bei den großen Verlagen sind Chauvis, das kann natürlich auch sein. Tim hat das aber nochmal auf die einzelnen Berufe heruntergebrochen.

dc gender gap Comics: Der Gender Gap der beiden großen Verlage

marvel gender gap Comics: Der Gender Gap der beiden großen Verlage

Es ist ein bisschen interessant, dass DC gar keine weiblichen Schreiber hatte, aber immer gerne Wonder Woman veröffentlicht, die auch irgendwie als die Leitfigur des Feminismus gilt. Na ja. Von den Statistiken kann man halten, was man möchte, und mir fällt so spontan zum Beispiel auch gar keine weibliche Comicautorin ein, aber Gründe lassen sich daraus natürlich nicht ableiten. Es wäre leicht zu sagen, dass die Verlage frauenfeindlich sind, aber es kann genauso sein, dass Frauen an der gesamten Branche gar kein Interesse haben. Weiß man nicht. Aber auffällig ist es schon.

Bei Bleeding Cool gibt es die Statistik noch weiter aufgebrochen mit ein paar Infos, was in der Woche an Sonderheiten herauskam und bei Tim Hanley gibt es die Statistiken zu den anderen Wochen.

Es gibt 9 tolle Kommentare:


#1
21. April 2011

Ich glaube es sind vor allem in der Gesellschaft überkommene Gender-Stereotypen, die für solche Diskrepanzen sorgen. Mädchen wird von klein auf vermittelt, dass Comics (vor allem Superhelden Comics) nichts für sie sind, während Jungs wiederum vermittelt wird, dass Mädchen sich nicht für Comics interessieren und das quasi ihre “Domäne” ist. Das passiert meiner Ansicht nach ganz unbewusst und hat dann eben zur Folge, dass weniger Frauen sich dafür interessieren, Comics zu schreiben.
That said: es gibt viele Comic Autorinnen, allerdings arbeiten die dann eher für Kleinst-Verlage. Von daher vermute ich mal, dass es Frauen vll. doch etwas schwerer gemacht wird, im Superhelden Bereich Fuß zu fassen, aber auch hier würde ich keine Absicht unterstellen. Das alles ist wohl ein seltsamer Gender-Stereotypen Wirrwarr, der jetzt nunmal da ist und den man langsam mal aufbrechen könnte/sollte/müsste. Passiert aber gerade so langsam, oder?

Gar nichts halte ich übrigens von dem Argument, das viele Feministinnen in Bezug auf Superheldencomics bringen: “Frauen werden in diesen Comics einseitig über-sexy und dumm dargestellt und darum wollen Frauen damit nix zu tun haben.” Ein Blick auf die Muskelpakete und hautengen Anzüge der männlichen Helden und ihr teilweise eben auch stumpfes Verhalten genügt, um das Argument als völligen Quatsch zu entlarven.


#2
21. April 2011

ich finds interessant. :D

Aber irgendwie war ich davon ausgegangen, dass Comics zeichnen (zumindest im Westen) eher Männerdomäne ist – mir fällt nämlich auch keine Zeichnerin ein.

Ich hätte aber zum Beispiel gewettet, dass Frauen eher texten oder colorieren – von wegen kreativ und Farbverständnis und so ;) (und grade wenn ich an Wonder Woman denke bin ich über die Frauenrate etwas überrascht *g*)

Naja, in Deutschland wären es dann wohl wirklich mehr Frauen – zumindest kommt es mir vor, als sei das Übersetzen hier eher ein Frauenberuf. Oder besser: Als gäbe es da einfach mehr Frauen als Männer. Alles andere kommt nicht so rüber wie ich das will. :D


#3
21. April 2011

Wenig überraschend, das ganze. Immerhin wird die US Comicszene bzw. der Markt von Superhelden dominiert. Ganz besonders Marvel/DC. Und das ist nun mal eine typische Männerdomäne. Genau so gut könnte man sich auch wundern darüber das vermutlich der Kicker oder Auto Motor und Sport vergleichsweise wenig Frauen im Team haben.

Für Marvel schreibt z.B. Kathryn Immonen und schon lange exclusiv für DC die doch relativ bekannte Gail Simone. Hatte wohl im März zufällig keinen Titel draußen, arbeitet aber eigentlich schon seit Jahren kontinuierlich.
J. Willow Wilson hat sogar zuletzt ein paar Ausgaben Superman geschrieben. Ein Flagshiptitel. Gut, war auch vor März.
Kelly Sue DeConnick arbeitet derzeit an einer Osborn Mini für Marvel.
Das sind jetzt nur die Autoren. Also geben tut es sie schon. Aber es dürft wirklich daran liegen das sich weniger Frauen für diese “kleine Jungs”-Fantasie Superhelden interessieren.


#4
21. April 2011

@AsphyxiaPallida: Amanda Conner ist z.B. eine (relativ) populäre und auch wahnsinnig gute Zeichnerin die auch im Superheldenbereich arbeitet.


#5
21. April 2011

@Bendrix: die musste ich, zu meiner schande, googlen. ;) Aber ihre Terra kenne ich und fand die tatsächlich ziemlich gut ^^


#6
21. April 2011

@Simone: Der erste Teil. Da ist auf jeden Fall viel wahres dran und um dein Oder mal zu beantworten: Ich hoffe es, wobei das sicher auch noch dauert und so eine absolute Gleichberechtigung bzw. Gleichbehandlung (ich denk da jetzt an die Erziehung zb) vielleicht auch nicht sooo sinnvoll ist. Aber da würd ich mich zu weit aus dem Fenster hängen, würd ich irgendwelche Thesen aufstellen *g*
In der Comicbranche aber. Ja. Vielleicht ist das in den USofA aber auch so eine typische Branche, die mit den selben Problemen zu kämpfen hat, wie alle anderen. Also dass sich zb. für einen Mann entschieden wird, weil man bei der Frau davon ausgehen muss, dass sie ja auch irgendwann mal schwanger wird (blödes Beispiel, aber ist ja so)
Oder sie haben einfach wirklich kein Interesse an Superhelden und stürzen sich lieber in diese ganzen Indiegeschichten. In Deutschland, würde ich mal behaupten, sieht das aber eh nochmal alles ganz anders aus, weil hier ja auch der Markt völlig anders ist.

Dein Argument da am Ende mag ich ;)

@AsphyxiaPallida: Ne stimmt, bei den Übersetzern hab ich auch so das Gefühl, dass es da mehr Frauen gibt, aber das kann eben auch total subjektiv sein… wie immer eben *g* Wie siehts denn bei Mangas aus? Da kennst du dich ja besser aus *g*

@Bendrix: Na ja, den Vergleich mit den anderen Zeitschriften find ich ein bisschen holprig *g* Das eine ist immerhin Zeichnen, also Kreativität, das andere Sport, also eh schon sehr männerdominiert. Aber ich weiss schon, was du meinst. Allerdings kann ich nicht so richtig nachempfinden, dass bzw ob Frauen generell auf Comics stehen, weil ich in meinem Umfeld fast ausschiesslich Leute habe, die damit nix anfangen können. Mit einigen Ausnahmen natürlich *g*
Die Namen sagen mir alle tatsächlich nicht sooo viel, aber es ist gut, dass du spontan welche nennen kannst. :D


#7
22. April 2011

@Marco: also, übersetzer scheinen so allgemein eher übersetzerinnen zu sein. auch bei büchern :D

bei manga ist es erstaunlich genre-abhängig. *g* Shojo-Manga (Manga für Mädels) werden oft auch eher von frauen gezeichent (lovestorys und co.), shonen (jetzt raten wir alle und kommen drauf: Kerls-Manga!) eher von Männern.
Die Gap wird da nicht so groß sein, aber es kommt mir vor, als gäbe es einen kleinen ticken mehr frauen als männer. Allerdings ist es eben auch üblich, dass eine Gruppe zusammen zeichnet (Beispiel: CLAMP) und quasi als ein Zeichner auftritt. ^^

an sich aber: vermutlich mehr frauen als männer. ;)


#8
23. April 2011

Das ist mir auch aufgefallen, als ich mal so die Credits überflog. Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht erklären, habe aber auch das Gefühl, dass Frauen ja allgemein weniger bei Comiclesern vorhanden sind. Wenn es schon weniger Frauen gibt, die sich für Comics interessieren, gibt es auch weniger Comicautorinnen. Und selbst von Autoren, gibt es nur einen geringen Prozentsatz, der es auch tatsächlich in eine Veröffentlichung und somit in den Verlag schafft.
Ich denke der Comicstil ist den meisten Mädels zu kantig (was ich aber genau dran mag), deswegen sie wenn überhaupt auch lieber Mangas lesen, also ich kenne nur Mädchen, die Mangas lesen. Ich weiß nicht, mir gefällt beides. Spontan kenn ich auch keinen weiblichen Comicautor…mhh…ne tatsächlich nicht.


#9
23. April 2011

@AsphyxiaPallida: Na sowas kann gefühlsmässig immer stimmen, aber ohne genaue Zahlen ists immer schwierig. Dazu bin ich zu statistikversessen *g*

@Celina: Weiter oben schrieb jemand, so in etwa, dass Frauen vielleicht auch einfach keine Superhelden sein wollen bzw. sich nicht so damit identifizieren können. Also mit diesem Held oder Retter sein, was ja auch wieder eine Erziehungssache sein könnte. Ich find die Erklärung eigentlich ganz passend. Mangas thematisieren ja höchst unterschiedliche Dinge, hab ich zumindest so das Gefühl, die jetzt gar nicht in diese Richtung gehen… aber wie gesagt, da bin ich mit meinen Aussagen vorsichtig, weil ich mich erstmal gar nicht so gut bei Mangas auskenne und auch keinen kenne, der das liest *gg*

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