2907 Keine Film-Review zu “Green Lantern”
Wie angedroht habe ich mir ja bereits am Veröffentlichungstag “Green Lantern” im Kino angeschaut. Es musste einfach sein, weil Green Lantern für mich einfach zu den größten Superhelden gehört, die DC zu bieten hat und die Geschichten um diese Figuren, um dieses Corps, einfach zu den besten gehören, die in den letzten Jahren erzählt wurden. es ist also ganz klar, dass ich mehr als gespannt auf den Film war, obwohl man ja so auch nur wenig Gutes darüber hörte. Ich vornehmlich aus der amerikanischen Presse, eben weil der Film ja, wie gesagt, dort schon ein paar Wochen läuft.
Und eigentlich will ich den Film ja gar nicht schlechtreden. Ich will ihn wirklich mögen, weil, ey, Green Lantern auf der großen Leinwand. Sinestro, mein eigentlicher Held, in Bewegung und die ganze Awesomeness, die DC zu bieten hat, gebannt in einen 90 minütigen (geschätzt) Film. Dass Comicverfilmungen großartig und atemberaubend sein können, wurde uns dort jetzt auch schon mehrmals vorgeführt, warum kann ich also diesen Film nicht mögen?
(Achtung, ab hier wird massiv gespoilert, gemeckert und stellenweise auch geflucht)
Aber erstmal das Gute, immerhin wurde ich ja anständig erzogen und weiß, dass man nicht immer nur meckern darf, sondern auch mal loben muss. Mark Strong als Sinestro ist toll. Er ist hochnäsig, besitzt die passende Portion Arschlochigkeit und die Maske ist erstaunlich gut.
Blake Lively ist wirklich überaus hübsch und kann ziemlich gut schmachten.
Abin Sur, diese ganze Latexpuppe, war ganz schön gut gestaltet und sah wunderbar aus.
Hector Hammond war zweitweise echt unglaublich eklig, auch, wenn sein Kopf echt viel zu klein war.
Die Konstrukte waren okay, angenehm überspitzt und machten in dem Rahmen auch echt Sinn.
Kilowog war total super!
Und sowieso, bei der Szene mit den vielen Lanterns, da ein paar bekannte Figuren (Bzzt!) zu sehen, war echt klasse.
Nun zum Gemecker.
Was zur Hölle hat man sich denn bitte hierbei gedacht? Es ist mir natürlich klar, dass man die Story aus dem Comic nicht haargenau in einem Film umsetzen kann, aber dass man so davon abweicht und das ganze dann auch noch tierisch vermurkst, hätte ich selbst auch echt nicht gedacht. Und wie sinnfrei das alles manchmal war.
Es fängt da ja schon bei nebensächlichen Kleinigkeiten an: Tom Kalmaku ist kein Eskimo; Abin Surs Schiff landet in einem Sumpf und nicht in der Wüste; Hector Hammond wird nicht vom Antrieb Abin Surs Schiff verstrahlt, sondern von Parallax “infiziert” (was überhaupt keinen Sinn macht und seine Kräfte gar nicht erklärt); Carol Ferris hatte bis dahin nie etwas mit Hal Jordan, hier haben sie aber sowas wie eine On-Off-Beziehung; Carl Ferris müsste eigentlich Tod sein; der Tod von Hals Vater ist total nebensächlich; Parallax wurde auf einem Planeten eingesperrt und nicht in der Zentralbatterie und ich könnte das ewig so weiterführen. Das ist ja klar.
Aber es sind eben auch die schwerwiegenden Fehler, die den Film stellenweise einfach nur unsinnig machen. Beispielsweise ist Hal Jordan kein Draufgänger sondern einfach nur ein tierisch unsympathisches Arschloch. Bei einer Vorführung von Kampfdrohnen, welche die Ferris Werke eigentlich an das Militär verkaufen wollte, kommt Hal nicht mit seinem Ego klar, benutzt Carol als Lockvogel (übrigens ergebnislos, weil die die Drohnen dann doch nicht so doof waren), ändert die Regeln und knallt die Drohnen ab. Und zerstört nebenbei noch ein Flugzeug. Klar, welche Firma will schon ihren Scheiß verkaufen, wenn irgendso ein Testpilot gut dastehen kann. Natürlich konnte Carol das irgendwie klären, aber Karmapunkte gab das nicht. Ich war dann übirgens auch total auf der Seite der Leute, die Hal dann verprügelten, weil der ihnen wahrscheinlich die Jobs kostete. Blöd nur, dass Hal die dann vermutlich in Notwehr tötete oder zumindest längerfristig verkrüppelte. Green-Fist. Hal Smash.
Und die ganze Sache mit den Guardians. Erstmal saßen die in keiner großen Halle, sodern in irgendeinem Turm auf noch höheren, kleineren Türmen und dann waren die auch einfach total träge und konnten einfach keine guten Entscheidungen treffen. Es war zwar ziemlich in Ordnung, wie Sinestro da ein bisschen herumfrotzelte, aber so richtig ernst nahmen sie die Bedrohung durch Parallax dann auch nicht. Immerhin wissen sie doch, wie gefährlich diese Entität ist, müssen sich aber trotzdem erst bitten lassen, dann mal ein paar Lanterns dahin zu schicken, um die dann relativ schnell töten zu lassen. Da hätte das ganze, verdammte Corps hingeschickt werden müssen.
Und überhaupt diese ganze Geschichte um die Entstehung Parallax’, der offenbar mal ein Guardian war, der kormupiert wurde, weil sie neben der Willensstärke auch noch Furcht als Energie sammeln wollten, damit aber irgendwie klar kamen. Das ist Unsinn. Offenbar war doch, wie im Film gesagt wurde, Willensstärke schon die mächtigste Wnergiequelle. Warum dann noch Furcht? Und um Furcht zusammeln, müsste man ja auch Furcht erzeugen und das wäre nicht nur moralisch mindestens fragwürdig, sondern würde auch gar nicht in den Businessplan der Guardins passen, weil… eben weil Green Lantern Corps!
Und überhaupt! Das mit der Furcht als Energiequelle hat doch schonmal nicht geklappt, warum versuchen sie es dann nochmal? Warum? Und warum schmieden sie dann noch einen gelben Powerring? Warum? WARUM! Wo macht das irgendwie Sinn? Kann man Furcht mit Furch bekämpfen? Kann ich das Monster unter meinem Bett überwältigen, wenn ich selbst einfach NOCH gruseliger werde? Ja? Nein! Das ist Unsinn. Seine Ängste und Zweifel bewältigt man, indem man mutig und, guess what, willensstark ist!
Noch etwas, nur, dass es diesmal wirklich dumm und dämlich ist, dass es weh tut: Halten wir mal fest, dass Parallax bis dato das fieseste und böseste Wesen ist, dass das Universum kennt (und die Guardians einfach nur pennen und nichts auf die Reihe kriegen. Hatten wir ja oben). Halten wir außerdem fest, dass Hal Jordan ein Arschloch und eine ziemliche Pussy ist, weil er zwar, wie Abin Sur ihm sagte, furchtlos ist, aber trotzdem vor allem möglichen Kram Angst hat (“Mimimi ich habe Angst, wie mein Vater zu sterben und vor festen Bindungen und im Green Lantern Corps zu versagen und von Parallax getötet zu werden”). Halten wir auch fest, dass Parallax von der mächtigsten Lantern ever (EVER!) gefasst wurde (Abin Sur). Halten wir zudem nochmal fest, dass Parallax die Kameraden Sinestros ganz leicht gekillt hat, als sie ihn stellen wollten.
Und dann kommt Hal Jordan, der die ganze Zeit über keine Lust hatte eine Lantern zu sein, popelt ein bisschen mit dem Monster herum und lockt es zu nahe an die Sonne, dass es dort reingezogen wird und stirbt. Bämm. Das Universum ist gerettet. Gerettet, weil das Monster offenbar unendlich dämlich ist und Hal Jordan in seiner Unfähigkeit unendlich viel Glück hatte.
Darauf komme ich nicht klar. Echt nicht. Es tut so weh. Wirklich.
Und dann ist da ja natürlich noch die Szene, die nach dem Abspann kommt, was heutzutage ja jeder gute Film braucht. Sinestro nämlich, der zwar ein bisschen wie der Bilderbuchbösewicht aussieht, hat sich die ganze Zeit über total korrekt und anständig verhalten, kam aber eben leider nur zum letzten Gefecht etwas zu spät und ist trotzdem der eigentliche Held. Er erkennt aber Hals Sieg an, bekam den ganzen Film über den Support der anderen Lanterns, sogar Kilowog war still, wenn er sprach, und was macht er? Er nimmt sich den gelben Powerring!
Warum? Warum macht er das? Wozu? Das macht keinen Sinn! (Auch, wenn ihm gelb wesentlich besser steht) Sinestro ist der Gute in dem Film, der Tapfere, der Krieger, der Mentor und es macht. Einfach. Keinen. Sinn.
Noch ein paar weitere, kleinere Nervigkeiten, in ungeordneter Reihenfolge: Oa ist mir zu überladen; die Maske; Die Gehirnwäsche des Rings; Blake Lively nervt; viel zu kurze Trainingsszene; zu wenig Screentime für Sinestro.
Und dass Nick Fury ihn am Ende auch noch rekrutieren wollte, war mir dann echt zu viel.





