2609 Ich so in Arnhem (Holland) – Tag 2 / Teil 1 – Stadtzentrum und Openluchtmuseum
Mein zweiter Tag begann relativ früh gegen Acht mit einem etwas lauteren Gespräch im Nachbarzimmer, was voll okay ist, weil mein Wecker ja, wie schon im ersten Artikel beschrieben, nicht funktionierte und ich offenbar auch vergaß meinen Handywecker zu stellen. Also gestellt habe ich ihn, nur eben nicht angeschaltet. Jedenfalls schnell geduscht, festgestellt, dass der Fön im Zimmer auch nicht funktionierte und mir ein leichtes Frühstück gegönnt, um gestärkt in einen Tag in Arnhem starten zu können. Ich hatte viel vor, wollte ich doch eigentlich drei Museen sehen.
Oben noch mal eine Sicht auf eine der Etagen meines Hotels.
An der Rezeption fragte ich jedenfalls noch schnell nach dem kürzesten Weg zum Bahnhof und tatsächlich brauchte ich dorthin echt weniger als fünf Minuten. Ein paar Minuten laufen sind eine wirklich angenehmere Alternative zu einer überteuerten Taxifahrt.
Mein erstes Zeil war die Tourismusbörse, wo ich auch schon von einer netten Dame empfangen wurde, die mich nicht nur als Journalisten bezeichnete (Höhö, gefiel mir), sondern auch eine Übersicht über die Sehenswürdigkeiten in Arnhem gab. Wie gesagt wollte und sollte ich mir ja einiges anschauen, allerdings war ich für den ersten Termin schon eine Stunde zu spät dran. Von den drei Museen, die ich eigentlich besuchen wollte, wählte ich das Openluchtmuseum (ein Freilichtmuseum) als mein erstes Ziel, was vor allem auch daran lag, dass mir das Ticket dafür schon gekauft wurde. Zuvor aber musste ich ganz dringend noch etwas in eigener Sache erledigen, bevor ich dazu keine Zeit mehr hatte. Nachdem ich mir also einen Fahrplan für den nächsten Tag geben liess, um pünktlich am Flughafen zu sein (Ey, das ist auch so eine Geschichte. Die erzähle ich aber im nächsten Artikel, seid mal gespannt), machte ich mich auf ins Zentrum der Stadt.
Das Zentrum von Arnhem ist wirklich unglaublich schön und zeichnet sich durch mehrere Eigenheiten aus: Zum Beispiel ist das der Ort, in dem wohl das gesamte öffentliche Leben stattfindet. Natürlich gibt es auch in anderen Teilen der Stadt Läden und Geschäfte, aber hier reiht sich auf engstem Raum, der übrigens auch nicht von Fahrzeugen befahren werden darf, nicht nur Kneipe an Club, sondern eben auch Laden an Geschäft.
Im Zentrum gibt es wirklich auch einiges zu entdecken. Das Zentrum selbst ist von größeren Straßen umgeben, während es selbst von kleinen Gassen durchzogen ist, in denen eigentlich immer etwas los zu sein scheint. Zwar schließen die Geschäfte bereits gegen 17/18 Uhr, dafür ist aber auch danach die halbe Stadt dort unterwegs. Das Geschäft, das ich unbedingt besuchen wollte, war natürlich…
… der örtliche Comicbuchladen namens “Stripboekhandel De Noorman”. Es ist ja klar, dass ich so eine Reise auch zu Bildungszwecken nutze und auch mal schauen muss, wie andere Länder und Städte die Sache handhaben. Der Laden ist nicht besonders groß, dafür aber ziemlich teuer. Ich fand mehrere dort Bände, die hier höchstens die Hälfte kosten würden, dafür aber kaum aktuelle Single Issues. Was ich aber ganz cool fand, war, dass es dort auch einen regen Second-Hand-Handel gibt und dass diese Sachen dann wirklich recht günstig sind. Natürlich verliess ich das Geschäft auch nicht mit leeren Händen, aber grundsätzlich muss ich wohl sagen, dass ich einfach von meinem Comicdealer verwöhnt zu sein scheine.
Außerdem waren viele der Second-Hand-Sachen in so schlechtem Zustand, dass man das eigentlich keinem mehr anbieten dürfte.
Jedenfalls lief ich von dort aus direkt zum Busbahnhof, um von dort aus direkt zum Openluchtmuseum zu fahren. Ich habe euch mal eine kleine Galerie mit Bildern aus diesem Museum zusammengestellt, die alle auch eine kleine Beschreibung enthalten.
Das Freilichtmuseum ist in gewisser Weise eine Art Park, der das Leben der Holländer der letzten 350 Jahre zeigt. Es fängt an mit alten Bauernhäusern, Werkstätten, es gibt eine Imkerei, natürlich Windmühlen, ein Straßenbahndepot, und exemplarische Wohnräume aus verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Die Gebäude dort sind alle Originale, die dort hingebracht wurden um sie quasi auzustellen. Geplant war eigentlich, dass ich nur 1.5 Stunden dort bleibe, daraus wurden aber 3, was vielleicht daran lag, dass ich mich mit einem anderen Touristen zusammenschloss und mit ihm gemeinsam den Park erkundete.
Wie es halt immer so läuft.
Zum Mittag gab es leckeren Pfannkuchen mit Speck udn in dem leeren Glas befand sich eigentlich mal ein Bier, dass dort in dem Museum gebraut wurde und auch echt lecker war. Allerdings ist es schon leer, weil die Holländer echt manchmal ganz schöne Trödelnasen sind. Das ist auch etwas, was mir mein Begleiter erklärte, der übrigens selbst ein Türke ist, der nun schon ein paar Jahre in dem Land arbeitet, und daher einen recht objektiven Blick auf die Kultur in Holland hat. Ich sage mal so: Die reissen sich da wirklich nicht unbedingt ein Bein aus und so kann es wirklich schonmal passieren, dass man eine halbe Stunde auf eine Bedienung warten muss und sie einen komplett ignorieren. Wenn man das weiß, kommt man klar, wenn nicht, kann man sich schon ziemlich vor den Kopf gestoßen vorkommen.
Er erzählte mir beispielsweise auch, und das konnte ich später genau so bestätigen, dass ausländische Filme und Serien im Fernsehen prinzipiell nur, es sei denn, es ist für sehr junge Kinder, im Originalton gezeigt werden, dafür aber mit holländischen Untertiteln, weswegen da eigentlich jeder ziemlich gutes Englisch sprechen kann. Und tatsächlich ist das auch genau das, wie ich gern mal mein Kind erziehen würde. Filme schauen? Klar, aber nur OmU.
Das war jetzt der erste Teil meines eigentlichen Urlaubstages. Später oder morgen werde ich euch aber noch vom Highlight meines Besuchs erzählen, was einfach viel zu cool ist, um das mit dem Museumsbesuch zusammen zu werfen. Außerdem noch meine wirre Heimfahrt, die gespickt war von mehreren Panikattacken.
Gesponsert wurde mir mein Trip von http://www.niederlande.de, dem Städtereisen-Microblog und in dem Holland Blog










