2211 Ich löste mein Ticket nach Skyrim und kam nicht wieder
Eigentlich wollte ich die Tage nur ganz kurz mal reinschauen, um mal zu sehen, wie es ist. Am nächsten Tag kam ich etwas zu spät ins Büro, weil ich schon wieder viel zu lange spielte. Beim nächsten Start allerdings stellte ich fest, dass ich mir ja blöderweise gar keinen Namen gegeben und mein Aussehen auch gar nicht geändert habe, somit also “Prisoner” hiess und total gewöhnlich aussah.
Heute heisst mein Charakter Verien, ist Level 15 und eine Mischung aus Battlemage und Thief. Natürlich ist er ein Dunmer, was ihm nicht nur unglaublich coole, aschfahle Haut und rot leuchtende Augen, sondern auch, neben einer gesteigerten Feuerresistenz, einen Bonus auf alle Schleichfähigkeiten und die Magicka gibt.
Und das macht alles so unglaublich viel Spaß.
Über die Landschaften muss ich euch gar nichts mehr erzählen – ihr habt sicher die Screenshots gesehen und wenn nicht, dann hilft euch das Video da oben, zu verstehen, was daran so faszinierend ist. Es gibt Eiswüsten, Berge, Sümpfe, Wälder, lauschige Lichtungen, Ödland, Felder und ich habe bisher echt nur einen Bruchteil dieser Welt gesehen.
Es gibt manchmal auch diese Momente. Diese Momente, wenn man sich über zwei Stunden durch einen Dungeon geprügelt und gekokelt hat (Battlemage, ihr wisst schon), gerade so überlebte, weil ein Gegner doch ein bisschen härter war, und aus der Höhle kriecht, um unter einem wunderschönen Nordlicht zu stehen, das sich vor dem Mond am Himmel abzeichnet.
Und obwohl ich das auf der XBox 360 spiele und da eigentlich die matschigste Grafik habe, haut es mich immer wieder buchstäblich unter den Tisch, wie schön das alles ist. Ich freue mich sogar über Schneestürme und Regen.
Und die Quests. Okay, sie treiben einen ziemlich in dier riesigen Welt herum, aber tatsächlich dauert das alles auch nur so lange, weil man auf dem Weg zu den Orten immer wieder auf andere Orte trifft, die erkundet werden wollen. Dungeons, Höhlen, verlassene Ruinen. Alle sind spannend, faszinierend und, obwohl ähnlich, doch bisher noch komplett unterschiedlich. Tatsächlich machen die auch alle so viel Spaß, dass ich von der Hauptquest bisher kaum etwas gemacht habe, eben weil die Nebenquests mich bisher an so unglaublich schöne Orte führten. Allein dieses, was ich im Tempel in Winterhold annahm. Zwar musst eich für den ersten Teil einen Dolch von einem Berg organisieren, den ein Vogelhexenviech verteidigte, dafür führte es mich später aber zu einem unterirdischen Wald. So schön.
Außerdem: Das Drachentöten. Drachen sind okay und es macht Spaß sie zu erlegen. Zwar bin ich bisher nur auf Feuerdrachen getroffen, aber es ist beeindruckend und toll sie zu erlegen. Und wenn einem sein Job Spaß macht, hat man wohl den richtigen. Blöd war allerdings nur, dass ein Drache eigenartigerweise eine Gruppe Riesen samt Mammut pullte. Sie hatten den Drachen relativ schnell erledigt, hatten es dann aber auf mich abgesehen. Leider war das Mammut schneller und zertrampelte mich unter sich.
Und das sind einfach so die Anekdoten, die irgendwie jeder zu erzählen hat.
In meinem direkten Bekanntenkreis spielen das momentan vier Leute, mehr oder weniger exzessiv. Eher mehr, weil es das Spiel einfach so will. Das Interessante daran ist aber, dass jeder zwar an der selben Stelle anfängt, das Spiel aber so unglaublich frei und die Welt so unglaublich groß ist, dass jeder andere Geschichten zu erzählen hat. Keiner steht auf die Spielweise als Dieb, dafür geht ein anderer sehr als Alchemist auf. Ein anderer ist ein reinrassiger Magier und jeder hat irgendwelche Quests gemacht, die andere noch nicht kennen. Kennst du schon, warst du schon? Geh mal dahin, guck dir mal das an. Super. Neulich kam uns sogar eine Gruppe Menschen entgegen, die sich angeregt über Bögen unterhielt.
So müssen Spiele sein.
Und tatsächlich ist Skyrim auch das einzige Spiel, das ich kenne, dass trotz seiner mitunter doch sehr extremen Bugs so viele Leute begeistert. Okay, das Pferd ist bescheuert und greift unkontrolliert Leute an, ein Schlag von den Riesen schleudert dich gefühlte 200 Meter in die Luft und viele andere Dinge hauen da auch nicht so richtig hin. Aber ey, es ist Skyrim. Skyrim darf das und ist trotzdem das coolste Spiel unter dieser Sonne.
Ganz ehrlich: Morrowind habe ich nur nebenbei gespielt aber bald wieder aufgegeben, weil es mich doch ein bisschen langweilte. Oblivion war toll, aber, nachdem ich das Hauptquest durch hatte, auch recht langweilig. Aber Skyrim – ich glaube seit Fallout 3 hat mich kein Spiel mehr auf diese Weise geflasht. Sicherlich, die Mass-Effect-Reihe, aber da war das auch irgendwie anders, weil es linearer war, vorhersehbarer. Skyrim aber. Skyrim ist eine ganze Welt, in der ich machen kann, was ich möchte (außer Kinder töten. Leider. Zumindest auf der Kiste).
Ob Held oder Schurke, Vampir oder Werwolf, Kaiserlicher oder Rebell. Das sind zwar alles noch Entscheidungen, die ich treffen muss, aber auch Entscheidungen, die ich treffen kann.
Und wenn sie mir nicht gefällt, bringe ich einfach alle um.
Weil ich es kann.




