1611 Wie ich mit den Vampiren zur Premiere tanzte
Ich hatte es euch ja kürzlich schon verraten, dass ich die unwahrscheinliche Ehre gehabt haben werde, bei der Premiere des Musicals “Tanz der Vampire” dabei sein zu dürfen. Jetzt war es am Montag auch endlich soweit und ich möchte echt nicht untertreiben, aber ein bisschen aufgeregt war ich da schon. Das aber auch nur deswegen, weil ich eben noch nie bei so einer Premiere, bei der auch Prominente und Reporter anwesend sind, dabei war.
Um aber mal den Schluß vorzugreifen: So sehr Prominente waren da gar nicht. Ich sah gerade mal die frisch gekürten Ms. und Mr. Berlin, die ich auch nur an den Schärpen erkannte, und meine Begleiterin sah die nette Türkin, die mal im Playboy war, an die ich mich aber gar nicht erinnerte. Aus anderen Berichten aber weiß ich, dass, neben Mark Terenzi und Peter Imhof, noch Menschen da waren, die freiwillig bei GZSZ mitspielen. Vermutlich ist es für alle Beteiligten das beste gewesen, dass wir uns nicht über den Weg liefen, denn worüber man da eigentlich lachen sollte ist nämlich das Musical selbst. Die coolsten Prominenten dort aber waren zweifelsohne die Doubles von berühmten Vampiren wie Blade, Louis und Lestat und sogar Edward Cullen. Aber da habe ich mir dann doch kein Autogramm geholt, ich möchte ja keiner dieser nervigen Fans ein.
Das Musical selbst aber hat seinen Ruf, seine Vorschusslorbeeren und alles Gute, was man im Vorfeld darüber hört, wirklich mehr als verdient. Es ist witzig, mitreissend und bis zum Schluß immer unterhaltsam und nie langweilig. Mehr noch als die außerordentlich schönen Kostüme, die alle irgendwie unterschiedlich sind und doch eine einheitliche Linie besitzen, hat mich vor allem das Bühnendesign begeistert. Wie da beispielsweise am Anfang einer Szene Säulen heruntergefahren werden und sich eine Wendeltreppe hineindreht, wie realisiert wurde, dass Vampire ja gar kein Spiegelbild haben, Menschen aber eben schon, oder auch wie da Schneestürme illusioniert wurden. Das war alles so unglaublich toll und ich glaube, dass “traumhaft” es einfach am besten beschreibt. Es war traumhaft.
Und natürlich die Musik. Einige Songs waren tatsächlich eine Variation von “Total Eclipse of the Heart” und das ist wirklich weitaus weniger nervig, als man vielleicht annehmen mag, weil das in gewisser Weise der Anker in die Realität ist, an dem man sich entlanghangeln kann, um in diese Welt einzutauchen. Es ist aber ganz klar, dass es vor allem auch den Darstellern zu danken ist, dass dies alles so gut herüber gebracht wurde. Allein Professor Abronsius sorgt für unglaublich viele Lacher, während man vom Vampir, Graf von Krolock, wieder in die eigentliche Düsternis des Stücks zurück geholt wird.
Ihr merkt, ich kann nicht viel kritisieren. Es gab vielleicht zwei Stellen, wo mir das Getanze ein bisschen zu viel war, aber das kam mir auch erst in den Sinn, als ich wirklich angestrengt überlegte, was ich denn als Negativpunkt nennen könnte. Da wird es allerdings schon sehr mau und ich kann euch nur ganz dringend ans Herz legen, ob es noch schlagen möge oder nicht, dass ihr, wenn ihr die Gelegenheit bekommt, euch das Stück in jedem Fall anschauen solltet. Leider kosten die Karten schon einen ganzen Haufen Geldeinheiten, aber wirklich – es gehört zu den besten Bühnenshows, die ich jemals sah. Das KISS-Konzert inbegriffen.





