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Eigentlich mag ich ja vieles von dem, was Jeff Lemire (The Nobody, Frankenstein – Agents of S.H.A.D.E., Trillium), aber eine kanadische Justice League, die sich auch noch Justice League United nennt und ein paar spannende, aber viel mehr weniger spannende Charaktere vereint? Das finde ich dann gelinde gesagt etwas schwierig. Allerdings sind da eben auch so Figuren wie Martian Manhunter, Supergirl, Animal Man und Adam Strange dabei und das alles fand ich so faszinierend verwirrend, dass ich da dringend mal einen Blick hineinwerfen musste.

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Die Geschichte beginnt relativ unspektakulär mit Stargirl und Animal Man, die sich selbst auch eher als B-Liga-Helden wahrnehmen, auf einer Convention in Kanada, als plötzlich Adam Strange, der hier noch Archäologie ist, an sie heran tritt und ihnen erzählt, dass seine Kollegin (wir wissen alle, dass sie mehr für ihn ist) urplötzlich bei einer Ausgrabung verschwunden ist. Mit dabei hat er auch einen Schädel, der eindeutig nicht von dieser Welt stammt. das genügt den beiden, um der Sache mal etwas auf den Grund zu gehen. Kaum bei der Ausgrabungsstätte angekommen, werden sie auch schon von Aliens angegriffen, aber glücklicherweise tauchen Green Arrow und der Martian Manhunter auf, um die Situation zu klären. Wäre da nur nicht der riesige Alien, der sich immer wieder in ein anderes Material verwandelt, wenn Stargirl ihn mit ihrem kosmischen Stab berührt (das ist einfach so und es ist ganz nett).
Im Verlauf der Geschichte, die Ausgrabungsstätte hat sich als geheimes Labor von Außerirdischen enttarnt, in dem Adam Strange auch endlich sein Signatur-Jetpack findet, wird das alles aber noch ein bisschen abgefahrener. Die Helden werden nämlich auf den Planeten der Außerirdischen teleportiert, wo sie erfahren, dass hinter dem Verschwinden der Wissenschaftlerin ein Schurke namens Byth steckt, der höchst brisante Forschungen an sich riss. Im Universum tobte nämlich ein Krieg, der alles zu verschlingen drohte und nur eine Lösung konnte den kurzen Frieden, den die Völker schließen konnten, sichern – ein Wesen, mit Merkmalen aller Spezies!
Statt aber ein Sinnbild für den Frieden im Universum zu werden, riss der Byth, der übrigens auch Lobo anheuerte, damit er dort ein bisschen für Ordnung sorgt und sich nebenbei auch noch mit Hawkman prügelt, der eben auch noch zufällig von Byth entführt wurde, alles an sich und wollte das Wesen zur Waffe ausbilden. Und Supergirl taucht auch noch auf, weil sie einfach hörte, dass es Ärger gibt und helfen wollte. Und dann läuft da nebenbei auch noch eine Geschichte um eine kanadische Superheldin, die langsam ihre Kräfte entdeckt, mit den anderen aber nie zusammentrifft.

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Ähm…

Ihr merkt selbst, dass das doof klingt, oder? Das ist es nämlich auch. Wir haben hier zwar ein paar coole Figuren, die so gar nicht zusammenpassen, was gerade deswegen aber für nette Spannungen sorgt (Green Arrow kann Animal Man nicht ernst nehmen, Adam Strange kommt mit dem Jetpack nicht klar, die Prügeleien zwischen Lobo und Hawkman sind auch ziemlich nett), aber der Story halt einfach nicht hilft. Ich weiß nicht, ob es einfach daran liegt, dass die Figuren gerade einfach Zeit hatten, aber sie fühlen sich so zusammengewürfelt an, dass sie schon fast austauschbar wirken. Dabei fühlt sich auch alles so unglaublich zufällig und gar nicht durchgeplant an, dass man sich schon fragt, ob es vorher überhaupt ein Skript gab, oder ob Lemire hier nicht mitten in der Entwicklung gesagt bekam, dass eben auch noch Held XY (beispielsweise Supergirl) unbedingt einen Auftritt braucht.
Dabei ist die Geschichte um das Hybridenkind, mit dem der Martian Manhunter als einziger Kontakt aufnehmen kann, und der Part um diesen riesigen Krieg im Universum schon ziemlich interessant, allerdings hätte das mit weit weniger Helden, aber mit mehr Charakteren (do you see, what I did there?) wesentlich mehr Sinn und vermutlich auch Spaß gemacht.
Dafür ist es mitunter aber wirklich schön anzuschauen. Man erkennt Einflüsse aus Lemires “Animal Man”-Run, der dem Mike McKone sicherlich an manchen Stellen gesagt haben wird, wie er sich Dinge vorstellt (beispielsweise einzelne Panels in komplett schwarz-weiß-rot), die Charaktere sind wirklich ziemlich gut gezeichnet und es gibt einige tolle Splashpages. Allerdings hilft das alles nichts, wenn die Story dazu nicht catcht. Dabei ist es gar nicht langweilig, es ist einfach nur viel zu viel. Es hat viel zu viele Fäden, aber nur einen dünnen roten, keinen richtigen Plan und für die Story recht unnütze Figuren. Und dass Stargirls Hauptaufgabe darin besteht, am Anfang das Wesen mit ihrem Stab zu pieksen, bis es aus etwas besteht, das die Helden angreifen können (ganz abgesehen davon, dass die Aliens das Problem ziemlich fix lösen) halte ich nicht für wirklich sinnvoll.
Es ist ein bisschen schade, aber immerhin hat mich meine Vorahnung dieses mal nicht im Stich gelassen. Aber vielleicht sollte ich nochmal den Rest von “Animal Man” und “Supergirl” lesen.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Erscheint am: 14.04.2015
Seiten: 124
Format: Softcover
Original-Storys: Justice League United 0-4
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: Mike McKone
Preis: 14,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Das liest sich alles ziemlich zügig weg.
Rating: Nur 2 von 5 Helden haben eigentlich Lust dabei zu sein.

Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar!

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