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Tag Archives: Fasten

Kuchen vermisse ich ja schon auch ein bisschen, aber tatsächlich ist es immer noch der Kaffee, der einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Aber ich muss sagen, dass es so nach etwas über einer Woche, fast schon zwei, tatsächlich ziemlich gut funktioniert. Tee ist okay, aber ich glaube, dass ich einfach auch die Entzugserscheinungen überwunden habe und jetzt schon fast wie ein normaler Mensch ohne Koffein funktioniere. So ein bisschen. Schwierig ist es natürlich immer noch, dafür habe ich aber echt das Gefühl, dass ich viel besser schlafe. Abends bin ich müde, ich schlafe dann einfach irgendwann ein und morgens bin ich mehr oder weniger fit. Wir wissen natürlich alle, dass sich das schnell wieder ändern wird, wenn die Fastenzeit vorbei ist und ich wieder fleißig Kaffee trinke, wie ein richtiger Erwachsener, aber für den Moment ist das tatsächlich eine überraschend erfrischende Erfahrung und ein Beweis meiner Willensstärke.

Ich erzähle natürlich auch Leuten davon, klar. Man wird halt gefragt, warum man auf einmal kein Fleisch mehr isst (mittwochs ist ja Schnitzeltag in dem einen Restaurant, wo wir immer gerne zum Mittag hingehen), keinen Kaffee mehr trinkt oder auf Süßigkeiten verzeichtet. Und man hört dann erstaunlich oft so Dinge wie “also ich könnte das ja nicht” oder “das wäre mir ja nichts”. Anfangs fand ich diese Reaktion irgendwie doof und dachte, dass das andere ja nicht machen müssen, dass es gerade nicht um sie geht oder sie niemand dazu zwingt, Verzicht zu üben. Niemand muss sich seine Willensstärke beweisen und ich will auch gar keine Ausreden hören, warum andere Leute das nicht können oder wollen oder für nötig empfinden.

Mittlerweile sehe ich das aber tatsächlich ziemlich anders. Dieses “das wäre nichts für mich” ist nicht als Bewertung zu betrachten, sondern viel mehr als eine Form der Empathie. Wenn Leute, denen man doch mehr oder weniger nahe steht, so etwas sagen, ist das glaub ich weniger eine Wertung der Sache, sondern viel mehr der Versuch sich spontan mit etwas auseinanderzusetzen, das sich so noch nicht in ihrem Bewusstsein befand. “Ich habe Weihnachten in der Stadtmission ausgeholfen.” – “Das wäre mir ja nichts” bedeutet nicht, dass man es doof oder fremd findet. Man versucht sich viel eher in diese Situation zu denken und erkennt, wie schwierig oder unangenehm das sein könnte. Tatsächlich habe ich das so oder so ähnlich auch bei mir beobachtet. “Ich bin jetzt erstmal 5 Wochen in Thailand” – “Wow, das wäre mir ja nichts” heißt nicht, dass ich das für eine blöde Idee halte, sondern dass ich anerkenne, wie schwierig und umständlich das sein kann, wie fremd, wie ungewohnt.

Ich glaube ganz fest, dass das nur wieder eines der sprachlichen Hindernisse ist, denen wir einfach täglich gegenüberstehen. Wenn man einfach nicht die richtigen Worte findet, um seine Befindlichkeiten auszudrücken und es der Empfänger dann einfach ein bisschen falsch bewertet. Vielleicht sehe ich das aber auch nur deswegen so, weil ich nicht glaube, dass Leute einem wirklich Schlechtes wollen und am Ende jeder irgendwie ein okayer Typ ist. Irgendwie, irgendwo, ganz tief drinnen. Aber so eine Einstellungssache ist vermutlich auch nichts für jeden.

Ja, Mann! Scheiße! Auch dieses Jahr, wie auch die Jahre zuvor, faste ich wieder und irgendwie kommt es mir dieses Jahr NOCH schwieriger vor. Dieses Jahr verzichte ich tatsächlich auf Kaffee, Süßigkeiten, Softdrinks, Pizza und natürlich Fleisch und ich sag es einfach, wie es ist – auf Kaffee verzichten ist einfach das schlimmste. Mittlerweile gibt es ja im Nahrungsmittelbereich ziemlich gute fleischlose Alternativen und gegen den Zuckerhieper kann man mit Obst vorgehen, aber Kaffee? So viel Tee kann man gar nicht trinken, um tägliche 5 Tassen Kaffee zu ersetzen.

Mittlerweile mache ich das aber auch schon seit ein paar Tagen (seit Aschermittwoch) und es ist besser geworden, aber die ersten Tage war es wirklich schlimm. Kopfschmerzen, eine generelle Matschigkeit und ich glaube wieder gelernt zu haben, was echte Müdigkeit ist.
Allerdings faste ich ja auch so, dass ich mir sonntags einen Cheatday gönne. Da gab es zwei Kaffee und ein bisschen Ben-&-Jerry’s-Rest, der noch im Gefrierschrank herumlag. Fleisch vermisse ich tatsächlich gar nicht und das Eis war auch eher so na ja (es war keine wirklich gute Sorte, weswegen ja überhaupt noch was übrig war), aber Kaffee. Ich mag Kaffee echt viel zu sehr.

Die Reaktionen sind aber mitunter wieder durchaus witzig. Warum ich denn auf Fleisch verzichte, wenn ich doch gar kein Vegetarier bin? Na ja einfach so. Auf Kaffee verzichten, wer macht denn sowas? Offenbar nur Idioten. Aber alle sind sich einig, dass es gut ist, dass ich auf Süßigkeiten verzichte. Na danke. Jetzt wollen wir doch mal schauen, wie eine ganze Woche ohne Kaffee funktioniert. Vermutlich wird es alles ganz schlimm, aber am Ende kann ich wieder stolz behaupten, dass ich stärker als meine Bedürfnisse bin. Denn wer eine Green Lantern sein will, muss sich auch mal in Willensstärke üben.

Freunde, lasst euch nichts erzählen: Es gibt absolut keine Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. Überall brabbeln sie in komischen Dialekten, Bier ist überall ziemlich wichtig, wenn sie könnten, würden viele für ihre Autos einen Platz am Esstisch freimachen, die meisten bauen gerne hübsche Gartenzäune und setzen dann noch Hecken davor, damit der Nachbar nicht so viel sieht, Fussball finden die meisten mindestens alle 2 Jahre auch mal ganz spannend und wenn es politisch ein bisschen komplizierter wird, wählt man überall erstmal zur Sicherheit irgendwas Rechtes. So als Denkzettel an die da oben. Es ist gibt absolut keine Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern – bis auf das Jägerschnitzel.

Jägerschnitzel West kennt ihr vermutlich. Das ist dieses geklopfte und panierte Schweinefleischstück mit einer sahnigen Pilzsauce und vermutlich Kartoffeln, in welcher Form auch immer (Kartoffeln sind so vielfältig!). Jägerschnitzel Ost hingegen sorgt bei Westdeutschen Besuchern immer wieder für Überraschungen in Restaurants. Das richtige Jägerschnitzel ist nämlich eine fingerdicke Scheibe Jagdwurst, paniert und gebraten, und wird mit Nudeln (Spirelli oder Fussili – wüsste ich den Unterschied, würde ich mich entscheiden) und einer hauptsächlich auf Mehl basierenden Tomatensauce gereicht. Letscho ist aber auch gut. Letscho ist nämlich immer gut, aber das tut hier auch nichts zur Sache.

Und Jägerschnitzel ist einfach so ein Gericht aus Kindertagen, bei dem ich direkt eine kleine geistige Zeitreise unternehme. Sicherlich auch bei Pellkartoffeln mit Quark und anderen Gerichten, die man so im Kindergarten aufgetischt bekommt, aber Jägerschnitzel war schon immer sehr fein.

Jedenfalls waren die Kollegen und ich kürzlich in einem Restaurant, in dem es eben jene zauberhafte Form des Jägerschniztels gab und das war tatsächlich ein Moment, in dem mir das Fasten von Fleisch wirklich schwer fiel. Im Alltag ist es eigentlich kein Problem für mich auf Fleisch zu verzichten, weil Wurst eben meistens Unsinn ist und man auch ganz leckere vegetarische Gerichte kochen kann (Tortelloni und Rosenkohl kochen, dann mit Käse überbacken, dann essen, dann super), aber wenn man so etwas Feines sehen muss, ist es schon schwer. Daher mein Entschluss, dass ich mir am Sonntag Jägerschnitzel mache. so richtig wie oben beschrieben, aber halt mit Letscho, weil ich Mehlschwitzen nicht so gut kann.

Blöderweise habe ich mir dann aber ein paar Stücke Donauwelle gekauft und die den Sonntag über gegessen und na ja, wenn man Donauwellen für zwei alleine isst, ist einfach kein Platz mehr für viele andere Dinge. Ich bereue nichts, habe aber jetzt halt noch ein ziemlich großes Stück Jagdwurst im Kühlschrank und Jagdwurst ist ja für mich jetzt auch nichts, was ich einfach mal so esse, denn Jagdwurst ist eigentlich schon ziemlich merkwürdig, so sie denn nicht eben gebraten oder paniert ist.

Aber Donauwelle war auch ziemlich okay. Und ich glaube der Ansicht ist man auch in allen Ecken Deutschlands.

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Die Woche über ging das alles sogar ganz schön gut und ich habe erkannt, dass ich Obst ziemlich gerne mag. Und seid ich nämlich auch erkannt habe, dass ich offenbar eine leichte Laktoseintoleranz habe, macht sogar Müsli wesentlich mehr Spaß! Es war nämlich immer so, dass ich zwar schon Milch getrunken habe, aber nach einem Glas eigentlich immer Bauchweh (also Bauchweh ist ein zu starkes Wort – es war halt unangenehm) hatte. Deswegen wurde Milch bei mir halt auch nie alle und ich hab mich geärgert, dass das nicht in kleineren Packungen verkauft wird. Aber wird es, ich hatte nur nicht richtig geschaut!
Jedenfalls hab ich in meinem Dusel, das hatte eigentlich gar keinen Grund, einfach mal laktosefreie Milch gekauft. Die ist zwar teurer, aber ich dachte halt… warum nicht? Und Tatsache ey! Milch ist ja voll lecker und muss gar keinen unwohligen Bauch machen! (Wenn Milch irgendwo verarbeitet ist, habe ich da ja gar keine Probleme… außer in der Heuschnupfenzeit, aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema)
Jedenfalls Müsli, das bei mir nur aus einem Joghurt/Milch-Gemisch mitHaferflocken und Früchten besteht – mega gut!

Nachdem ich Samstag Nacht dann auch wieder in der heimatlichen Gegend war, gab es natürlich auch Nachkonzertpizza, die übrigens eine der besten Pizzen der Welt ist, und im Laufe des Tages kaufte ich mir auch oben abgebildete Reese’s, weil ich danach leider sehr süchtig bin. Aber wenn man das nicht gewohnt ist, sind vier Cups schon echt viel und ich glaube das ist ein gutes Zeichen.

Aber lasst uns lieber über heute reden: Ich war nämlich sehr, sehr schwach. Erst brachte der eine Kollege unglaublich leckeren Schokokuchen mit ins Büro, von dem ich natürlich ein Anstandsstück aß (und mir dann noch eins in den Rachen stopfte, als niemand hinschaute) und blöderweise war ich halt auch vom Wochenende noch ein bisschen fertig (das ist übrigens auch der Grund, warum der Artikel erst heute kommt), hatte aber total Lust auf Suppe, und bestellte eine Wan-Tan-Suppe und… jedenfalls bedachte ich nicht, dass in den Wan-Tans ja irgendein Fleisch sein könnte. War aber. Auch, wenn ich nicht weiß, welches.

Das ist der perfekte Zeitpunkt, um euch die Entstehung von Maultaschen zu erläutern. Jene sollen nämlich in einem Kloster in Baden Württemberg (Kloster Maulbronn) erfunden worden sein. Natürlich auch zur Fastenzeit. Dort nennt man sie auch “Herrgottsbscheißerle”, eben weil man ja das Fleisch im Teig versteckt (Deren Gott sieht und weiß alles, außer, wenn es in Teig versteckt ist) und es dann vermutlich okay ist… oder so. Auf jeden Fall sind Wan Tans und Maultaschen ja jetzt nicht so unähnlich und auf genau die gleiche Weise kann ich mir auch Calzone rechtfertigen.

Es ist also eigentlich alles im grünen Bereich und der Kuchen war auch sehr, sehr lecker.

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Ich habe euch ja kürzlich schon angedroht, dass ich euch von meinen diesjährigen Erfahrungen während des Fastens berichten werde. So fasten your seatbelts (höhö) und lauscht meiner Erzählung voller Schmerzen und Verzicht, vergangener Liebe und einigen Erkenntnissen. Und dabei faste ich gerade mal seit vier Tagen!

Es ist ja nämlich so, dass ich dieses Jahr nicht nur auf Kaffee, Softdrinks und Süßigkeiten verzichte, sondern auch auf Pizza und Fleisch. Ich dachte Pizza würde schwer für mich, tatsächlich ist es aber (neben den drei zuerst genannten) das Fleisch, das ich ein bisschen schwierig finde. Der Grund ist gar nicht mal, dass ich uuuunbedingt Fleisch in meiner Ernährung brauche, das schwierige ist es, eine gute gemüsige Alternative zu finden. Ich achte jetzt dabei natürlich nicht drauf, ob da Ei oder tierische Fette dabei sind, das ist mir sehr egal, aber neulich war ich beispielsweise mit den Kollegen zum Mittag in einem Restaurant und wollte natürlich das vegetarische Tagesgericht. Allerdings war es bereits aus und die Kellnerin wusste jetzt auch nicht so genau, was sie mir an fleischlosen Alternativen empfehlen sollte und Karten gibt es da nicht. Also musste ich nochmal aufstehen, zu der großen Karte im Hauptraum laufen und ihr sagen, was ich wollte.
Gut, da ist jetzt eine relativ unspannende Geschichte, ohne jegliche Wendung und mit keinem Grund sich über irgendwas aufzuregen, aber es zeigt doch ziemlich gut, dass es bereits bei so trivialen Dingen nicht gewohnt einfach ist. Jetzt multipliziert man das nochmal mit 100 und man kann vielleicht erahnen, wie schwer es für Veganer ist.
Ansonsten ist fleischlose Ernährung kein wirkliches Thema für mich, weil ich an sich schon versuche sehr wenig Fleisch zu essen. Zuhause bereite ich es nur selten zu (und dann auch eher Geflügel) und Wurstaufschnitte sprechen mich bei der Vielzahl an leckeren Käsen sowieso nicht so an.
Schwieriger ist da vermutlich Kaffee, da so eine Koffeinsucht (reden wir uns da lieber nichts ein) wirklich nicht so leicht zu überstehen ist. Ich kompensiere mit Schwarztee, dem Methadon unter den Koffeinabhängigen, aber ich kann auch nicht so recht sagen, ob die Kopfschmerzen jetzt vom Entzug oder von dem vor ein paar Wochen eingeklemmten Nerv in der Schulter stammen.
Über den Zuckerhieper helfen tatsächlich Früchte hinweg. Man kann es kaum glauben.

Aber weil heute ja Sonntag ist, durfte ich ein wenig sündigen, weswegen oben zu sehende Pizza* gab (sie war zu groß und mir ist ein bisschen schlecht) und im Laufe des Tages auch zwei Kaffee gab. Kaffee schmeckt immer noch und Pizza ist auch immer noch meine große Liebe. Ich glaube nicht, dass sie sauer ist, dass ich mich für eine Weile von ihr abgewendet habe.
Gut. Dann kommt jetzt also die erste richtige Woche des Fastens.

*Green Lantern for willpower!

Kuchen ficken

Oben gezeigter Kuchen entstand während der letzten Fastenzeit, ein bisschen aus dem Drang heraus, endlich wieder Süßigkeiten essen zu wollen, und auch ein bisschen aus der Not heraus, dass sonntags ja alle Geschäfte zu haben und ich irgendwie an Süßigkeiten kommen musste. Denn Fasten läuft bei mir so: Wenn ich es schaffe, die ganze Woche auf das zu verzichten, was ich faste, darf ich mich am Sonntag so sehr mit dem Kram verwöhnen, dass Caligula stolz auf mich wäre.

Also ja: Ich faste wieder. Am Mittwoch geht es los und ich werde für 40 Tage auf den Krempel verzichten, der mir am meisten Spaß macht, aber vermutlich nicht so richtig gut für mich ist. Letztes Jahr verzichtete ich auf Süßigkeiten, Softdrinks und Kaffee und ich ersetzte Vieles mit Obst und Tee (natürlich gesüßt – ich will zwar fasten, aber ich verachte mich nicht). Dieses Jahr erweitere ich das Programm noch um Pizza und Fleisch und das wird für mich richtig hart, weil der Mittwoch bei uns im Büro schon als Schnitzelmittwoch bekannt ist, da es in dem einen Restaurant mittwochs immer Schnitzel gibt, das leider sehr, sehr köstlich ist.

Also ab Mittwoch kein Kaffee, keine Süßigkeiten (also auch kein Eis 🙁 ), keine Pizza, kein Fleisch und keine Softdrinks. Außer sonntags, wenn ich nicht zu faul bin und nicht wieder vergesse tolle Dinge einzukaufen. Aber man kann leider auch nur so viel an einem Sonntag essen und meistens hat ja alles zu und… ach, das wird schwer. Ich weiß schon wieder, warum ich damals meinen Kuchen so schmückte. Wie letztes Jahr, werde ich euch natürlich auch dieses Mal wieder wöchentlich darüber auf dem Laufenden halten, wie es bei mir so läuft und wie sehr ich mein trostloses Leben so hasse. Das wird schön. Aber eigentlich will ich ja nur beweisen, dass ich stärker als meine Bedürfnisse bin und dass ich diesen ganzen Luxus eigentlich gar nicht brauche. (Übrigens liegt mein Geburtstag mitten in der Fastenzeit, aber zum Geburtstag muss man das glaub ich auch nicht durchziehen.)

Und ihr so? Fastet ihr dieses Mal mit oder ist das alles gar nichts für euch? Ihr müsst es ja nicht so sehr übertreiben, wie ich es gerade tue, und auf alles verzichten, was euer Leben lebenswert macht.

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Nein.

Also.

Doch.

Also eigentlich wollte ich das hier ja schon am Sonntag geschrieben haben, aber es gab einfach nichts erwähnenswertes zu erzählen. Ich aß halt keine Süßigkeiten, kaufte keine und habe sogar den ein oder anderen Hieper überstanden. Wie so ein richtiger Erwachsener habe ich mich dann nicht dazu hinreißen lassen, ein Kilo Kekse zu essen, sondern vielleicht mal eine Banane oder eine Scheibe Filinchen, zu essen. Ich glaube das ist ganz gut und vielleicht behalte ich das auch bei.
Heute allerdings brachte der Chef Kuchen mit ins Büro und weil das auch ein bisschen Geburtstagskuchen war, musste ich ja ein kleines Stück essen. Ich wusste halt bis dahin noch nicht, dass das genau richtig war, weil es im Büro heute so irre stressig war, dass ich gar nicht zum Mittagen kam und eigentlich von genau dem Kuchen und einem alten, klebrigen Bonbon, das ich in meiner Jackentasche fand, zehren musste. Aber da hält sich mein schlechtes Gewissen auch echt in Grenzen, zumal heute genau so ein Tag ist, an dem ich mich in eine Decke gekuschelt vor den Fernseher setzen würde, während ich eine Packung Ben&Jerry’s in mich hineinschaufle. Aber vermutlich sind das genau die Prüfungen, die man bestehen muss.

Und außerdem ist fettarmer Joghurt mit Kirschen mindestens genauso gut. Eigentlich sogar besser. Auch, wenn ich nur immer wieder sagen kann: Nichts auf dieser Welt ersetzt Schokolade.
Aber die Eierpuffer, die ich mir am Sonntag gemacht habe, waren echt nahe dran.

Aber bald ist ja Ostern und da ist das eiserne (okay, eher Aluminium) Verzichten ja auch endlich wieder vorbei. Da darf ich auch mal unter der Woche eine Kleine Süßigkeit essen. Hoffen wir nur, dass es nicht mehr so eskaliert, wie in den letzten 29 Jahren.

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Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Ich hatte ja am Dienstag Geburtstag (vielen Dank nochmal für die zahlreichen Glückwünsche!) und eine Regel beim Fasten ist ja (zumindest, wenn man Kathole ist und für jede Regel eine Ausnahme hat), dass man an Geburtstagen nicht fasten muss. Und weil ich ja auch noch über meinen Geburtstag verreist bin und es im Ausland ja immer die spannendsten Süßigkeiten gibt… jedenfalls bin ich vielleicht doch nicht so stark. Aber Pannenkoeken muss man in Holland schon gegessen haben, wenn man mal da war. Und dann fand ich auch noch diesen Laden, wo die leckersten Süßigkeiten der Welt, nämlich Reese’s, verkauft werden, fand… also im Urlaub muss man vielleicht auch nicht so sehr fasten. Dafür habe ich mich an meinem eigentlichen Betrugstag gestern total zurückgehalten und eigentlich gar nichts Süßes gegessen, in der Hoffnung, dass es das irgendwie ausgleicht.

Aber jetzt sind es ja auch nur noch zwei Wochen und vielleicht halte ich die mal ohne zu schwächeln durch. Das wäre schön und auch, wenn es unrealistisch ist, bin ich doch guter Dinge. Vor dem Urlaub hat es ja auch irgendwie geklappt und so richtig daneben benommen habe ich mich ja in Amsterdam auch nicht. Auf jeden Fall nicht so schlimm, wie sonst, wenn ich da kein Auge drauf habe, was ich so für Kram in mich hinein schaufle.

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Die Woche lief bisher eigentlich erstaunlich gut. Sicherlich kommt ab und zu noch der Hieper auf Süßigkeiten (vor allem auf Cookies!), aber mittlerweile fühle ich mich echt stark genug, dass ich dem auch ganz gut widerstehen kann. Okay, es ist die Woche aber auch schon vorgekommen, dass ich mal mein Filinchen in die Nutella getunkt habe (höhöhööhööhö) und am Freitag aß ich auch ein Stück von dem Kuchen, den ein Kollege mitbrachte. Aber die Frage, ob ich noch ein zweites möchte, verneinte ich ganz selbstbewusst und war dann sogar ein bisschen stolz auf mich.

Kritisch wird es jetzt nur vermutlich kommende Woche, weil ich morgen in aller früh in den Urlaub fliege. Gut, es ist ein Sonntag und Sonntage sind ja meine Betrügertage und Reisen müssen von Süßigkeiten begleitet werden. Aber ausländische Süßigkeiten sind halt auch immer interessant, weswegen die Zeit da vielleicht wieder ein bisschen schwieriger wird. Das Gute ist aber, dass ich am Dienstag Geburtstag habe und ich ja bereits letzte Woche festgestellt habe, dass man an Geburtstagen nicht fasten muss, vor allem nicht an den eigenen, weswegen ich mich da artgerecht mit Kuchen, Keksen und anderen Köstlichkeiten vollschlagen werde, bis ich vielleicht Diabetes bekomme.

Am Donnerstag komme ich übrigens wieder und ich habe hier blogtechnisch gar nichts vorbereitet, weswegen ihr jetzt die nächsten Tage mal auf meinen Unsinn verzichten müsst. Aber das kriegen wir schon hin. Ich entschuldige mich dann mit ein paar schönen Fotos, okay?

MUTABOR – Amsterdam – 1997 from MUTABOR – Offizieller Kanal on Vimeo.

Ich habe übrigens ganz vergessen zu erzählen, wo es hingeht! Wir werden nach Amsterdam fahr’n! Einfach so! Über’n Damm karr’n!

Zumindest ist das eine Regel, die mir ein paar Katholen neulich ans Herz legten. Zwar haben Christen für ihre Regeln ja immer ein paar Ausnahmen parat, aber diese hier ist schon wirklich sehr sinnvoll. Schließlich will man ja auf Kindergeburtstagen nicht der komische Typ sein, der nichts vom Geburtstagskuchen isst, weil er nicht nicht darf, sondern nicht will. Also habe ich mich gestern doch zu einem Stück Benjamin-Blümchen-Torte, vier Schaumküssen und ein paar Gummibärchen hinreissen lassen und hatte dabei wirklich kein schlechtes Gewissen. Man soll ja schließlich auch ein bisschen leben und wie kann man das Leben besser bejahen, als mit einem Stück Benjamin-Blümchen-Torte?
Allerdings hätte ich vor meinem Fastendings hier vermutlich noch zu einem zweiten Stück Torte gegriffen und mich mit den Gummibärchen in eine ruhige Ecke verzogen, andere Leute, die etwas davon abhaben wollen, anknurrend und anfauchend.

Aber seien wir mal ehrlich: Ich bin ein Junkie und Zucker ist meine Droge. Im Laufe der Woche fiel es mir mitunter wirklich, wirklich schwer auf Süßigkeiten und Softdrinks zu verzichten. Gerade, wenn es auf Arbeit ein bisschen stressiger wird man man Nervennahrung braucht. Aber ich hab es geschafft, die Woche tapfer zu überstehen und mittlerweile glaube ich, dass das alles wirklich gut machbar ist. Statt Süßigkeiten gibt es viel Obst und statt Softdrinks gibt es meistens irgendeine Schorle, weil ich glaube ich, nicht wirklich Cola oder Mate brauche, sondern einfach Kohlensäure. Bier geht da ja auch ganz gut. Und obwohl ich mir ja heute auch Schokolade verdient hätte (wirklich nichts ersetzt Schokolade) war mir die Schlange in der Eisdiele wirklich zu lang und das Eis dann nicht wichtig genug, um da meine Zeit zu vertrödeln. Irre.

Deswegen, und weil es ja gestern etwas gab, sitze ich gerade nur an einer Flasche verdienter Cola, die zwar mein Suchtgedächtnis antriggert, aber heute wohl okay ist. Das nächste Mal gibt es ja erst etwas in einer Woche und da muss ich das ja schon ein bisschen ausnutzen. Mehr gibt es heute an Betrügereien aber nicht.

Es läuft also bei mir, danke der Nachfrage.