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Tag Archives: Persönliches

Um den Aschermittwoch herum hatte ich euch ja verraten, dass ich auch dieses Jahr wieder fasten würde, wie ich es auch schon seit ein paar Jahren mache. Auch dieses Jahr wollte ich auf Fleisch, Kaffee, Süßigkeiten, Softdrinks und eben auch Eis verzichten, dafür aber ein bisschen mehr Sport machen. Tatsächlich hatte ich mir sogar ein brauchbares Set herausgesucht, es ausgedruckt und an den Schrank geklebt, um mich daran zu erinnern, dass man sich beim Fernsehen ja auch einfach ein bisschen bewegen kann. Tatsächlich funktioniert das so für mich, weil Apps dann doch nochmal irgendwie ein kleiner Umweg in der Usability sind und ich nicht bereit bin ins Fitnessstudio zu gehen. Alles cool.

Und es ist, wie es ist, es gab da irgendwie keine Herausforderung. Sicherlich hab ich nicht täglich Sport getrieben, das ist auch zeitlich echt nicht möglich, aber ich schaffte das mindestens zweimal die Woche und irgendetwas nicht zu essen ist für mich sowieso kein Problem. Ich vermisste schon Schnitzel und besonders vermisste ich Eis und anfangs war der Kaffeeentzug auch echt furchtbar, aber wenn man einfach durchhält und akzeptiert, dass man einfach für immer müde sein wird, geht es eigentlich. Nach einer Woche war es sogar wieder okay, ich war nicht ständig müde und ich hatte das Gefühl besser zu schlafen. Tiefer irgendwie und erholsamer. Schade, dass das jetzt bald vorbei ist.

Am Sonntag war es natürlich vorbei und ich hatte mir vorgenommen ganz viel Fleisch zu essen, während jedes Getränk Kaffee war und ich die Hohlräume mit Eis auffüllen wollte. Aber wie es eben so ist, hatte ich darauf tatsächlich so gar keine Lust. Ich bin extra zu einem Mittelalterfest gefahren (zu Ostern sind ja immer ganz tolle), weil es da natürlich immer sehr gute Fleischspeisen gibt. Nach einem Laibziger (das ist im Prinzip mit Käse und Schinken gefülltes Brot) mit ein paar Lactasetabletten und etwas Mutzbraten war ich so fresskomerig, dass da gar nichts Süßes mehr passte.

Es war sehr beschämend.

Und wie soll das jetzt weitergehen? Kommt wieder das hohle Versprechen, dass ich jetzt bestimmt weniger Kaffee trinken und mich gesünder ernähren werde, während ich immer wieder mal ein bisschen herumsporte? Machen wir uns nichts vor. Eine Weile werde ich das bestimmt noch tun, aber irgendwann kommt auch wieder einer dieser Momente, in denen ich mich mit einer Packung Eis von Netflix hypnotisieren lassen werde. Ich bin da ehrlich. Und irgendwann kommt wieder eine Fastenzeit und ich werde wieder ein bisschen leiden und mir wird es wieder besser gehen und ich werde wieder in alte Muster verfallen und der Zyklus ist wieder komplett.

Aber heute scheint die Sonne. Heute gibt es Eis.

Kuchen vermisse ich ja schon auch ein bisschen, aber tatsächlich ist es immer noch der Kaffee, der einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Aber ich muss sagen, dass es so nach etwas über einer Woche, fast schon zwei, tatsächlich ziemlich gut funktioniert. Tee ist okay, aber ich glaube, dass ich einfach auch die Entzugserscheinungen überwunden habe und jetzt schon fast wie ein normaler Mensch ohne Koffein funktioniere. So ein bisschen. Schwierig ist es natürlich immer noch, dafür habe ich aber echt das Gefühl, dass ich viel besser schlafe. Abends bin ich müde, ich schlafe dann einfach irgendwann ein und morgens bin ich mehr oder weniger fit. Wir wissen natürlich alle, dass sich das schnell wieder ändern wird, wenn die Fastenzeit vorbei ist und ich wieder fleißig Kaffee trinke, wie ein richtiger Erwachsener, aber für den Moment ist das tatsächlich eine überraschend erfrischende Erfahrung und ein Beweis meiner Willensstärke.

Ich erzähle natürlich auch Leuten davon, klar. Man wird halt gefragt, warum man auf einmal kein Fleisch mehr isst (mittwochs ist ja Schnitzeltag in dem einen Restaurant, wo wir immer gerne zum Mittag hingehen), keinen Kaffee mehr trinkt oder auf Süßigkeiten verzeichtet. Und man hört dann erstaunlich oft so Dinge wie “also ich könnte das ja nicht” oder “das wäre mir ja nichts”. Anfangs fand ich diese Reaktion irgendwie doof und dachte, dass das andere ja nicht machen müssen, dass es gerade nicht um sie geht oder sie niemand dazu zwingt, Verzicht zu üben. Niemand muss sich seine Willensstärke beweisen und ich will auch gar keine Ausreden hören, warum andere Leute das nicht können oder wollen oder für nötig empfinden.

Mittlerweile sehe ich das aber tatsächlich ziemlich anders. Dieses “das wäre nichts für mich” ist nicht als Bewertung zu betrachten, sondern viel mehr als eine Form der Empathie. Wenn Leute, denen man doch mehr oder weniger nahe steht, so etwas sagen, ist das glaub ich weniger eine Wertung der Sache, sondern viel mehr der Versuch sich spontan mit etwas auseinanderzusetzen, das sich so noch nicht in ihrem Bewusstsein befand. “Ich habe Weihnachten in der Stadtmission ausgeholfen.” – “Das wäre mir ja nichts” bedeutet nicht, dass man es doof oder fremd findet. Man versucht sich viel eher in diese Situation zu denken und erkennt, wie schwierig oder unangenehm das sein könnte. Tatsächlich habe ich das so oder so ähnlich auch bei mir beobachtet. “Ich bin jetzt erstmal 5 Wochen in Thailand” – “Wow, das wäre mir ja nichts” heißt nicht, dass ich das für eine blöde Idee halte, sondern dass ich anerkenne, wie schwierig und umständlich das sein kann, wie fremd, wie ungewohnt.

Ich glaube ganz fest, dass das nur wieder eines der sprachlichen Hindernisse ist, denen wir einfach täglich gegenüberstehen. Wenn man einfach nicht die richtigen Worte findet, um seine Befindlichkeiten auszudrücken und es der Empfänger dann einfach ein bisschen falsch bewertet. Vielleicht sehe ich das aber auch nur deswegen so, weil ich nicht glaube, dass Leute einem wirklich Schlechtes wollen und am Ende jeder irgendwie ein okayer Typ ist. Irgendwie, irgendwo, ganz tief drinnen. Aber so eine Einstellungssache ist vermutlich auch nichts für jeden.

Ja, Mann! Scheiße! Auch dieses Jahr, wie auch die Jahre zuvor, faste ich wieder und irgendwie kommt es mir dieses Jahr NOCH schwieriger vor. Dieses Jahr verzichte ich tatsächlich auf Kaffee, Süßigkeiten, Softdrinks, Pizza und natürlich Fleisch und ich sag es einfach, wie es ist – auf Kaffee verzichten ist einfach das schlimmste. Mittlerweile gibt es ja im Nahrungsmittelbereich ziemlich gute fleischlose Alternativen und gegen den Zuckerhieper kann man mit Obst vorgehen, aber Kaffee? So viel Tee kann man gar nicht trinken, um tägliche 5 Tassen Kaffee zu ersetzen.

Mittlerweile mache ich das aber auch schon seit ein paar Tagen (seit Aschermittwoch) und es ist besser geworden, aber die ersten Tage war es wirklich schlimm. Kopfschmerzen, eine generelle Matschigkeit und ich glaube wieder gelernt zu haben, was echte Müdigkeit ist.
Allerdings faste ich ja auch so, dass ich mir sonntags einen Cheatday gönne. Da gab es zwei Kaffee und ein bisschen Ben-&-Jerry’s-Rest, der noch im Gefrierschrank herumlag. Fleisch vermisse ich tatsächlich gar nicht und das Eis war auch eher so na ja (es war keine wirklich gute Sorte, weswegen ja überhaupt noch was übrig war), aber Kaffee. Ich mag Kaffee echt viel zu sehr.

Die Reaktionen sind aber mitunter wieder durchaus witzig. Warum ich denn auf Fleisch verzichte, wenn ich doch gar kein Vegetarier bin? Na ja einfach so. Auf Kaffee verzichten, wer macht denn sowas? Offenbar nur Idioten. Aber alle sind sich einig, dass es gut ist, dass ich auf Süßigkeiten verzichte. Na danke. Jetzt wollen wir doch mal schauen, wie eine ganze Woche ohne Kaffee funktioniert. Vermutlich wird es alles ganz schlimm, aber am Ende kann ich wieder stolz behaupten, dass ich stärker als meine Bedürfnisse bin. Denn wer eine Green Lantern sein will, muss sich auch mal in Willensstärke üben.

Bevor es hier alles wie gewohnt weitergeht und mich der Alltag in seinen tristen Armen umschließt, möchte ich euch noch kurz erzählen, was ich eigentlich Weihnachten angestellt habe. Klar, Heiligabend habe ich fein für meinen Papa gekocht und am zweiten Weihnachtsfeiertag bin ich zu meiner Mutti gefahren (Trennungskind), aber am ersten Weihnachtsfeiertag bin ich sehr über meinen Schatten gesprungen und habe etwas gemacht, was ich bei anderen immer total bewundert habe, mich selbst aber dort nie sah – ich habe ehrenamtlich gearbeitet!

Bevor ich euch davon erzähle, solltet ihr allerdings noch ein paar Dinge über mich wissen.
Weihnachten bedeutet mir nicht wirklich viel. Ich mag, dass man da frei hat und das Fernsehangebot ist auch nicht so schlecht, aber im Grunde ist das für mich alles mit ziemlich viel Stress verbunden. Man muss sich entscheiden, wo man seine Zeit verbringt und hat das Gefühl, dass man auf jeden Fall jemanden vernachlässigt. Wie gesagt, als Trennungskind sind solche Feiertage für mich eher negativ konnotiert. Vielleicht ändert es sich, wenn ich selbst mal Familie habe, aber das bleibt abzuwarten.
Außerdem habe ich nicht besonders viel Mitleid. Mitgefühl und Empathie, klar, aber Mitleid ist für mich eher mit einer gewissen Hilflosigkeit verbunden, die ich vermutlich einfach nicht empfinden möchte. Ich kann mich glaub ich ganz gut in die Gefühlslage anderer versetzen, aber vermutlich bringt es mein Beruf als Informatiker mit sich, dass ich einfach eher lösungsorientiert bin und keine gute Schulter zum ausheulen biete, weil ich immer den Drang habe die Probleme zu lösen, die mir präsentiert werden.

Wichtig zu erwähnen ist mir aber noch, dass das hier kein “Guckt mal, wie toll ich bin”-Artikel werden soll, nur weil ich einmal ehrenamtlich gearbeitet habe, was andere Leute ja schon seit vielen Jahren viel besser machen. Eigentlich wollte ich diesen Artikel überhaupt nicht schreiben, weil ich dieses “Tue Gutes und sprich darüber” für falsch halte, ist doch die gute Tat ihre eigene Belohnung und das darüber sprechen mich ja über andere Leute erhebt, was ich halt gar nicht will. Meine Vertrauten, denen ich davon erzählte, hielten das aber für eine gute und spannende Sache und meinten, dass es vielleicht dafür sorgen könnte, dass sich wiederum andere engagieren. Also weiß ich jetzt auch nicht.

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Jetzt sitze ich hier, so zwischen aufräumen und kochen, und will euch noch schnell ein ganz tolles Weihnachtsfest wünschen. Ich hoffe, ihr Mäuse könnt mit eurer Familie und/oder anderen lieben Leuten feiern, bekommt viele leckere Dinge zu essen und vielleicht auch die ein oder andere Aufmerksamkeit.
Und falls wir uns nicht mehr sehen (man weiß ja nie, wie das zwischen den Feiertagen so läuft) wünsche ich euch natürlich auch einen guten Rutsch!

Wir sehen uns dann bald wieder und ich bedanke mich für ein ganz tolles Jahr mit euren spaßigen Kommentaren und erstaunlich wenig Herumgetrolle. Ich mag euch Hasen. Pewpew.

(dieses Bild hatte übrigens @DrWaumiau von mir gemacht, allerdings schon letztes Jahr. So groß verändert habe ich mich ja jetzt auch nicht und ich habe sogar immer noch die gleiche Jacke)

18 Mar
2016
5

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Ihr habt euch vermutlich schon gewundert, warum es hier die Woche über so ruhig war (also nur hier, aber nicht bei Twitter oder Instagram), aber ich hatte nämlich gestern Geburtstag und wie ich es zu dieser Zeit im Jahr immer gerne mache, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin in den Urlaub gefahren. Dieses Jahr war endlich mal Kopenhagen dran und ich muss euch echt sagen, dass das eine echt irre schöne, spannende und inspirierende Stadt ist, in der es so viele schöne Dinge zu sehen gibt, dass ich nicht das Gefühl habe, auch nur ansatzweise alles gesehen zu haben. Das will ich aber die Tage nochmal in einem gesonderten Artikel aufarbeiten, in dem ich euch dann auch ein paar Schnieke Fotos zeigen möchte. Viel wichtiger ist erstmal, dass ich jetzt auch im Club 30 bin.

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Artikel hier formuliere und hatte auch schon vor dem Urlaub angefangen irgendetwas zu notieren, aber aus so einem Urlaub, vor allem, wenn man alleine reist, kehrt man ja doch immer irgendwie als völlig anderer Mensch zurück. Ich hatte sogar überlegt, einen Artikel mit dem Titel “30 Dinge, die ich meinem 15-jährigen Ich sagen würde” zu schreiben und hatte da auch ein paar nette Ideen, aber Artikel dieser Art sind ja eigentlich auch totaler Unsinn. Dann wollte ich diesen alten Alter++-Witz bringen, wie es Informatiker ja gerne tun, aber man muss sich ja auch mal ein bisschen von Klischees lösen. Tatsächlich habe ich aber genau eine Weisheit, die ich an dieser Stelle unter das Volk streuen will, die sowohl für Leute kurz vor der 30, als auch für Leute weit unter 30, interessant ist und bei der mir ältere Leute bestimmt auch zustimmen werden (ich weiß doch, dass hier unterschiedlichste Menschen in unterschiedlichsten Alterssituationen mitlesen):

Es ist einfach alles völlig egal.

Das soll nicht heißen, dass nichts von Bedeutung ist, es ist nur so, dass vieles einfach nicht besonders wichtig ist. Die Dinge, die wir mögen, tun, anschauen, hören, lieben oder die, mit denen wir unsere Geschlechtsorgane schmücken – das ist nur für die Person selbst wichtig, die sich damit beschäftigt, für andere ist es aber mindestens egal. Das habe ich auch im Urlaub gelernt. Da habe ich zwar meine Geschlechtsorgane nicht mit Dingen geschmückt, aber ich wollte gerne in einer Bar Bier trinken, weil Kopenhagen doch auch so eine interessante Microbrew-Szene hat. Aber ich und alleine in eine Kneipe? Ich? Aber warum eigentlich nicht? Es ist doch völlig egal, ob man alleine in eine Kneipe geht. Vielleicht lernt man Leute kennen, vielleicht nicht. Vielleicht sitzt man nur alleine in einer Ecke und genießt sein Bier, vielleicht tippt man auch nur auf dem Handy herum. Das kann doch niemand blöd finden und wenn doch, dann ist eben auch das völlig egal.
Früher, als Teenie, hatte ich durchaus Probleme mit den Dingen, die ich mochte. Ich mochte “Star Trek” beispielsweise immer sehr, sehr, sehr, aber es war mir halt auch extrem unangenehm, eben weil es nicht so richtig cool war (das war lange, lange vor dem Reboot). Cool war es Dinge mit Mädchen zu machen und Alkohol zu trinken und das tat ich sicherlich auch, aber es war eben nicht cool die Gründungsmitglieder der Vereinten Föderation der Planeten zu kennen (Andorianer, Menschen, Tellarianer, Vulkanier), ganze Wochenenden durchzuprogrammieren oder eben Comics zu lesen. Heute mag ich diese Dinge aber immer noch und es ist mir herzlich egal, was andere davon halten. Vielleicht finden Leute diese Leidenschaften merkwürdig oder komisch, aber das ist ja deren Problem und nicht meins. Und tatsächlich lässt sich diese Grundhaltung bis zu einem gewissen Punkt auch auf andere Dinge übertragen. Das “Den eigenen Kram ohne Rücksicht auf andere genießen” geht sicherlich nicht unbegrenzt und das soll es ja auch gar nicht, aber eine gewisse Egal-Grundhaltung lässt mich schon wesentlich entspannter durch den Tag gehen.
Ich glaube das ist das Geheimnis des Erwachsenwerdens. Ich schneide mich beim Kochen immer noch total oft in den Finger, ich besitze mehr Actionfiguren als mit 12 und ich bin eigentlich immer noch für jeden Unsinn zu haben. Aber ich bin gelassener, ein bisschen umsichtiger und nicht mehr so schnell aus der Ruhe zu bringen.

Und die vielen, vielen Glückwünsche von genauso vielen lieben Menschen, die ich zu meinem Geburtstag bekam, geben mir offenbar Recht. Schließlich mögen sie ja den Typen mit den eigenartigen Ideen und Hobbies. Irgendwie. Zumindest ein bisschen. Aber das reicht ja eigentlich auch.

Wichtig ist halt in erster Linie, dass man glücklich ist und dafür ist man in erster Linie selbst verantwortlich. Außer es macht dich glücklich, wenn du Nazi bist, gerne Menschen häutest oder Helene Fischer für eine Ausnahmekünstlerin hältst. Dann sei lieber nicht glücklich.

(Übrigens das Titelbild: Ich hatte meinem Papa zur Sicherheit meinen Wohnungsschlüssel gegeben, falls halt irgendwas ist. Er ist dann einfach hier eingebrochen und hat mir nicht nur diesen Geburtstagstisch gebaut, sondern auch noch meine komplette Wohnung durchgeputzt. Irre. Eltern ey. Immer wieder.)

Freunde, lasst euch nichts erzählen: Es gibt absolut keine Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. Überall brabbeln sie in komischen Dialekten, Bier ist überall ziemlich wichtig, wenn sie könnten, würden viele für ihre Autos einen Platz am Esstisch freimachen, die meisten bauen gerne hübsche Gartenzäune und setzen dann noch Hecken davor, damit der Nachbar nicht so viel sieht, Fussball finden die meisten mindestens alle 2 Jahre auch mal ganz spannend und wenn es politisch ein bisschen komplizierter wird, wählt man überall erstmal zur Sicherheit irgendwas Rechtes. So als Denkzettel an die da oben. Es ist gibt absolut keine Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern – bis auf das Jägerschnitzel.

Jägerschnitzel West kennt ihr vermutlich. Das ist dieses geklopfte und panierte Schweinefleischstück mit einer sahnigen Pilzsauce und vermutlich Kartoffeln, in welcher Form auch immer (Kartoffeln sind so vielfältig!). Jägerschnitzel Ost hingegen sorgt bei Westdeutschen Besuchern immer wieder für Überraschungen in Restaurants. Das richtige Jägerschnitzel ist nämlich eine fingerdicke Scheibe Jagdwurst, paniert und gebraten, und wird mit Nudeln (Spirelli oder Fussili – wüsste ich den Unterschied, würde ich mich entscheiden) und einer hauptsächlich auf Mehl basierenden Tomatensauce gereicht. Letscho ist aber auch gut. Letscho ist nämlich immer gut, aber das tut hier auch nichts zur Sache.

Und Jägerschnitzel ist einfach so ein Gericht aus Kindertagen, bei dem ich direkt eine kleine geistige Zeitreise unternehme. Sicherlich auch bei Pellkartoffeln mit Quark und anderen Gerichten, die man so im Kindergarten aufgetischt bekommt, aber Jägerschnitzel war schon immer sehr fein.

Jedenfalls waren die Kollegen und ich kürzlich in einem Restaurant, in dem es eben jene zauberhafte Form des Jägerschniztels gab und das war tatsächlich ein Moment, in dem mir das Fasten von Fleisch wirklich schwer fiel. Im Alltag ist es eigentlich kein Problem für mich auf Fleisch zu verzichten, weil Wurst eben meistens Unsinn ist und man auch ganz leckere vegetarische Gerichte kochen kann (Tortelloni und Rosenkohl kochen, dann mit Käse überbacken, dann essen, dann super), aber wenn man so etwas Feines sehen muss, ist es schon schwer. Daher mein Entschluss, dass ich mir am Sonntag Jägerschnitzel mache. so richtig wie oben beschrieben, aber halt mit Letscho, weil ich Mehlschwitzen nicht so gut kann.

Blöderweise habe ich mir dann aber ein paar Stücke Donauwelle gekauft und die den Sonntag über gegessen und na ja, wenn man Donauwellen für zwei alleine isst, ist einfach kein Platz mehr für viele andere Dinge. Ich bereue nichts, habe aber jetzt halt noch ein ziemlich großes Stück Jagdwurst im Kühlschrank und Jagdwurst ist ja für mich jetzt auch nichts, was ich einfach mal so esse, denn Jagdwurst ist eigentlich schon ziemlich merkwürdig, so sie denn nicht eben gebraten oder paniert ist.

Aber Donauwelle war auch ziemlich okay. Und ich glaube der Ansicht ist man auch in allen Ecken Deutschlands.

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Die Woche über ging das alles sogar ganz schön gut und ich habe erkannt, dass ich Obst ziemlich gerne mag. Und seid ich nämlich auch erkannt habe, dass ich offenbar eine leichte Laktoseintoleranz habe, macht sogar Müsli wesentlich mehr Spaß! Es war nämlich immer so, dass ich zwar schon Milch getrunken habe, aber nach einem Glas eigentlich immer Bauchweh (also Bauchweh ist ein zu starkes Wort – es war halt unangenehm) hatte. Deswegen wurde Milch bei mir halt auch nie alle und ich hab mich geärgert, dass das nicht in kleineren Packungen verkauft wird. Aber wird es, ich hatte nur nicht richtig geschaut!
Jedenfalls hab ich in meinem Dusel, das hatte eigentlich gar keinen Grund, einfach mal laktosefreie Milch gekauft. Die ist zwar teurer, aber ich dachte halt… warum nicht? Und Tatsache ey! Milch ist ja voll lecker und muss gar keinen unwohligen Bauch machen! (Wenn Milch irgendwo verarbeitet ist, habe ich da ja gar keine Probleme… außer in der Heuschnupfenzeit, aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema)
Jedenfalls Müsli, das bei mir nur aus einem Joghurt/Milch-Gemisch mitHaferflocken und Früchten besteht – mega gut!

Nachdem ich Samstag Nacht dann auch wieder in der heimatlichen Gegend war, gab es natürlich auch Nachkonzertpizza, die übrigens eine der besten Pizzen der Welt ist, und im Laufe des Tages kaufte ich mir auch oben abgebildete Reese’s, weil ich danach leider sehr süchtig bin. Aber wenn man das nicht gewohnt ist, sind vier Cups schon echt viel und ich glaube das ist ein gutes Zeichen.

Aber lasst uns lieber über heute reden: Ich war nämlich sehr, sehr schwach. Erst brachte der eine Kollege unglaublich leckeren Schokokuchen mit ins Büro, von dem ich natürlich ein Anstandsstück aß (und mir dann noch eins in den Rachen stopfte, als niemand hinschaute) und blöderweise war ich halt auch vom Wochenende noch ein bisschen fertig (das ist übrigens auch der Grund, warum der Artikel erst heute kommt), hatte aber total Lust auf Suppe, und bestellte eine Wan-Tan-Suppe und… jedenfalls bedachte ich nicht, dass in den Wan-Tans ja irgendein Fleisch sein könnte. War aber. Auch, wenn ich nicht weiß, welches.

Das ist der perfekte Zeitpunkt, um euch die Entstehung von Maultaschen zu erläutern. Jene sollen nämlich in einem Kloster in Baden Württemberg (Kloster Maulbronn) erfunden worden sein. Natürlich auch zur Fastenzeit. Dort nennt man sie auch “Herrgottsbscheißerle”, eben weil man ja das Fleisch im Teig versteckt (Deren Gott sieht und weiß alles, außer, wenn es in Teig versteckt ist) und es dann vermutlich okay ist… oder so. Auf jeden Fall sind Wan Tans und Maultaschen ja jetzt nicht so unähnlich und auf genau die gleiche Weise kann ich mir auch Calzone rechtfertigen.

Es ist also eigentlich alles im grünen Bereich und der Kuchen war auch sehr, sehr lecker.

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Ich habe euch ja kürzlich schon angedroht, dass ich euch von meinen diesjährigen Erfahrungen während des Fastens berichten werde. So fasten your seatbelts (höhö) und lauscht meiner Erzählung voller Schmerzen und Verzicht, vergangener Liebe und einigen Erkenntnissen. Und dabei faste ich gerade mal seit vier Tagen!

Es ist ja nämlich so, dass ich dieses Jahr nicht nur auf Kaffee, Softdrinks und Süßigkeiten verzichte, sondern auch auf Pizza und Fleisch. Ich dachte Pizza würde schwer für mich, tatsächlich ist es aber (neben den drei zuerst genannten) das Fleisch, das ich ein bisschen schwierig finde. Der Grund ist gar nicht mal, dass ich uuuunbedingt Fleisch in meiner Ernährung brauche, das schwierige ist es, eine gute gemüsige Alternative zu finden. Ich achte jetzt dabei natürlich nicht drauf, ob da Ei oder tierische Fette dabei sind, das ist mir sehr egal, aber neulich war ich beispielsweise mit den Kollegen zum Mittag in einem Restaurant und wollte natürlich das vegetarische Tagesgericht. Allerdings war es bereits aus und die Kellnerin wusste jetzt auch nicht so genau, was sie mir an fleischlosen Alternativen empfehlen sollte und Karten gibt es da nicht. Also musste ich nochmal aufstehen, zu der großen Karte im Hauptraum laufen und ihr sagen, was ich wollte.
Gut, da ist jetzt eine relativ unspannende Geschichte, ohne jegliche Wendung und mit keinem Grund sich über irgendwas aufzuregen, aber es zeigt doch ziemlich gut, dass es bereits bei so trivialen Dingen nicht gewohnt einfach ist. Jetzt multipliziert man das nochmal mit 100 und man kann vielleicht erahnen, wie schwer es für Veganer ist.
Ansonsten ist fleischlose Ernährung kein wirkliches Thema für mich, weil ich an sich schon versuche sehr wenig Fleisch zu essen. Zuhause bereite ich es nur selten zu (und dann auch eher Geflügel) und Wurstaufschnitte sprechen mich bei der Vielzahl an leckeren Käsen sowieso nicht so an.
Schwieriger ist da vermutlich Kaffee, da so eine Koffeinsucht (reden wir uns da lieber nichts ein) wirklich nicht so leicht zu überstehen ist. Ich kompensiere mit Schwarztee, dem Methadon unter den Koffeinabhängigen, aber ich kann auch nicht so recht sagen, ob die Kopfschmerzen jetzt vom Entzug oder von dem vor ein paar Wochen eingeklemmten Nerv in der Schulter stammen.
Über den Zuckerhieper helfen tatsächlich Früchte hinweg. Man kann es kaum glauben.

Aber weil heute ja Sonntag ist, durfte ich ein wenig sündigen, weswegen oben zu sehende Pizza* gab (sie war zu groß und mir ist ein bisschen schlecht) und im Laufe des Tages auch zwei Kaffee gab. Kaffee schmeckt immer noch und Pizza ist auch immer noch meine große Liebe. Ich glaube nicht, dass sie sauer ist, dass ich mich für eine Weile von ihr abgewendet habe.
Gut. Dann kommt jetzt also die erste richtige Woche des Fastens.

*Green Lantern for willpower!

Kuchen ficken

Oben gezeigter Kuchen entstand während der letzten Fastenzeit, ein bisschen aus dem Drang heraus, endlich wieder Süßigkeiten essen zu wollen, und auch ein bisschen aus der Not heraus, dass sonntags ja alle Geschäfte zu haben und ich irgendwie an Süßigkeiten kommen musste. Denn Fasten läuft bei mir so: Wenn ich es schaffe, die ganze Woche auf das zu verzichten, was ich faste, darf ich mich am Sonntag so sehr mit dem Kram verwöhnen, dass Caligula stolz auf mich wäre.

Also ja: Ich faste wieder. Am Mittwoch geht es los und ich werde für 40 Tage auf den Krempel verzichten, der mir am meisten Spaß macht, aber vermutlich nicht so richtig gut für mich ist. Letztes Jahr verzichtete ich auf Süßigkeiten, Softdrinks und Kaffee und ich ersetzte Vieles mit Obst und Tee (natürlich gesüßt – ich will zwar fasten, aber ich verachte mich nicht). Dieses Jahr erweitere ich das Programm noch um Pizza und Fleisch und das wird für mich richtig hart, weil der Mittwoch bei uns im Büro schon als Schnitzelmittwoch bekannt ist, da es in dem einen Restaurant mittwochs immer Schnitzel gibt, das leider sehr, sehr köstlich ist.

Also ab Mittwoch kein Kaffee, keine Süßigkeiten (also auch kein Eis 🙁 ), keine Pizza, kein Fleisch und keine Softdrinks. Außer sonntags, wenn ich nicht zu faul bin und nicht wieder vergesse tolle Dinge einzukaufen. Aber man kann leider auch nur so viel an einem Sonntag essen und meistens hat ja alles zu und… ach, das wird schwer. Ich weiß schon wieder, warum ich damals meinen Kuchen so schmückte. Wie letztes Jahr, werde ich euch natürlich auch dieses Mal wieder wöchentlich darüber auf dem Laufenden halten, wie es bei mir so läuft und wie sehr ich mein trostloses Leben so hasse. Das wird schön. Aber eigentlich will ich ja nur beweisen, dass ich stärker als meine Bedürfnisse bin und dass ich diesen ganzen Luxus eigentlich gar nicht brauche. (Übrigens liegt mein Geburtstag mitten in der Fastenzeit, aber zum Geburtstag muss man das glaub ich auch nicht durchziehen.)

Und ihr so? Fastet ihr dieses Mal mit oder ist das alles gar nichts für euch? Ihr müsst es ja nicht so sehr übertreiben, wie ich es gerade tue, und auf alles verzichten, was euer Leben lebenswert macht.