Originaltitel: Haunt 2
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 12.04.2011
Künstler: Greg Capullo, Todd McFarlane, Robert Kirkman
Art: Softcover (beinhaltet die Ausgaben 6 – 12)
Seiten: 156
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Lest es besser nicht neben kleinen Kindern oder herzschwachen Rentnern.
Rating: Zwei von vier abgetrennten Gliedmaßen und eine abelöste Schädeldecke

Bestellbar bei Panini und die Leseprobe, wie immer, bei mycomics.

Vor einer ganzen Weile bereits hatte ich euch ja den ersten Band von Haunt vorgestellt und rezensiert, wobei die Serie allerdings nicht wirklich gut abschnitt. Die Idee dahinter fand ich klasse, die Umsetzung allerdings eher lieblos und fade, was ich total schade fand, zumal sich da auch ein paar Leute tummeln, die man mindestens namentlich kennen sollte.
Jetzt erschien vor einigen Tagen schon der zweite Band, die direkte Fortsetzung, der Serie und weil ich das Potential zwar sah, trotzdem aber mehr erhoffte, als erwartete, habe ich ihn mir mal geordert, durchgelesen und bin nun bereit, euch ein wenig darüber zu erzählen.

Worum ging es gleich nochmal?

Der zweite Teil der Serie knüpft sogar relativ nahtlos an den Vorgänger an, der ja schon beschrieb, wie die Brüder Daniel und Kurt Kilgore zum Überweswen Haunt wurden. Jenes geschah nämlich zum einen wegen des Todes Kurt und zum Anderen wegen einiger fragwürdiger Experimente, auch an Kindern, des Wissenschaftlers Schillinger. Beide Brüder sind nun untrennbar miteinander verbunden und zusammen, wenn sie sich quasi vereinen, erschaffen sie Haunt, eine Art Anzug, mit dessen Hilfe sie silikonartige Masse, mal weich und dehnbar, mal fest wie Stahl, absondern können, um diese auf praktische Weise zu Nutzen. Diese praktischen Weisen sind dann zum Beispiel das Herumspringen, einem gewissen Spinnenmann nicht unähnlich, aber auch das Erschaffen von spitzen Lanzen, um Gegner auf nicht überraschend, aber sehr angenehme Arten, zu durchbören und zu verstümmeln

Und worum geht es in der Fortsetzung?

Jetzt im zweiten Teil bekommt Agent Haunt, wie er nun auch offiziell genannt wird, seinen ersten richtigen Auftrag, in dem er geheimes Forschungslabor hochnehmen soll, wo Supersoldeten gezüchtert werden. Es ist ja nun auch ziemlich klar, dass das alles nicht so ganz nach Plan läuft und nach einer kleinen Orgie voller Blut und Gedärm in einer kleinen Folterei endet. Außerdem sehen wir einen alten, sehr zugerichteten, Bekannten namens Cobra wieder, der als eine Art Söldner für den Oberschurken Hurg arbeitet, und Mirage, die geheime Geliebte Kurts leidet unte seinem Dahinscheiden und nimmt sogar Kontakt zu seiner hinterbliebenen Ehefrau auf.

Ach los, komm schon, fang doch endlich an zu meckern!

Tatsächlich fällt mir das ein bisschen schwer. Gut, die Story braucht wirklich erstaunlich lange, um sich zu entwickeln und die Charaktere sind immer noch ein bisschen flach, aber in dem zweiten Teil der Geschichte gibt es wirklich einige Sachen, die mir extrem gut gefielen. Dazu zählen auf jeden Fall die ganzen Sideplots, die so direkt nichts mit der Story zu tun haben. Sei es, wie Daniel die Luden seiner Lieblingshure abschlachtet (ein passenderes Wort gibt es dafür nicht), Mirage über ihre Beziehung zu Kurt reflektiert oder auch, wie sich Cobra, der verstümmelte Söldner, einem Supermodel hingibt. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Diese und noch einige andere Nebengeschichten machen die Charaktere auf gewisse Weise voller, fast dreidimensionaler, was ich ja schon im ersten Teil schmerzlich vermisste. Ich will nicht behaupten, dass die Figuren nun schon greifbarer sind und dass man dadurch mit ihnen mitleidet, aber die Serie ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und lässt auf den dritten Teil hoffen. Nicht zuletzt auch wegen es mysterösen Schattens, der scheinbar ähnlich unserem Haunts ist und ihn stets verfolgt.
Dann natürlich die Zeichnungen. Das ist auch eines der Dinge, eigentlich das Ding, von dem der Comic lebt – dieses exzessive Ausleben roher Gewalt. Nicht, dass es irgendwie vorwurfsvoll klingen soll oder dass es manchmal zu viel sein kann (vor allem nicht, wenn man da ein bisschen drauf steht), aber es ist schon ein bisschen erstaunlich, wie sehr sich das zelebrieren lässt. Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass hier Leute namens Greg Capullo und Todd McFarlane am Werk sind, die sich schon mit SPAWN hervorgetan haben. Der Stil ist schlichtweg unverkennbar.

Gibt es eine Empfehlung?

Würde ich diesen Band empfehlen müsste ich auch den Vorgänger empfehlen, weil er storytechnisch schon relevant ist. Allerdings kann ich das guten Gewissens immernoch nicht tun. Dennoch muss ich sagen, dass mir der zweite hier wirklich sehr viel Spaß gemacht hat und es sich fast lohnte, dafür den ersten gelesen zu haben. Dazu sage ich auch noch, dass der dritte ebenso mein sein wird, währenddessen eine Review dazu euer sein wird.

Disclaimer: Panini schickte mir das zu, weil oder obwohl die Review zum ersten Teil nicht unbedingt gut ausfiel. Danke!