Titel: Justice League
Herausgeber: DC Comcis
Künstler: Geoff Johns, Jim Lee, Scott Williams
Preis: $3,99

Flashpoint nahm nun also mit einem wirklich beeindruckenden Ende, auch ein bisschen sentimental und sicherlich auch ein wenig kitschig, sein Ende und läutete damit in einem fliessenden Übergang eine neue DC-Ära ein. Die einen schimpfen es Reboot, die anderen Neubeginn und geeinigt hat man sich entweder auf das DC New Universe oder einfach die New 52.

Ich bin natürlich mehr als gespannt auf das neue Universum, die neuen alten Helden, deren Zusammenspiel, die Veränderungen, die Geschichten, weswegen ich natürlich sofort, als ich erfuhr, dass sie bei meinem Lieblingscomicdealer zur Abholung bereit lagen, zu eben jenem zog, um meine Klauen um das erste heft zu legen – um Justice League #1. Davon konnte mich nicht einmal Green Lantern Hal Jordans Gatlinggun-Piephahn abhalten, den sie tatsächlich auch auf dem Cover beibehielten, was ich echt nicht gedacht hätte. (Habe ich jetzt eure Wahrnehmung gestört?)

Was ich von der Ausgabe halte, was mich gestört oder gar sehr erfreut hat und wie ich das mit meinem Hintergrundwissen kombinieren kann, könnt ihr in folgender Review nachlesen.

Ihr betretet nun die Spoilerzone.

Nachdem sich jedenfalls mein vorfreudeinduzierter Klammergriff um die Ausgabe löste und ich das Heft ausgelesen hatte, konnte ich, um das Fazit schonmal ein wenig vorweg zu nehmen, eigentlich nur eins sagen: Hui!
Ich bin wirklich ganz schön überrascht, wie großartig das alles wirkt. Alles scheint viel mehr aus einem Guss zu sein und man hat wirklich das Gefühl, hier eine Welt vor sich zuhaben, die geradezu darauf wartet vom Leser erkundet zu werden. Das liegt wahrscheinlich aber auch vor allem an der Geschichte, die hier erzählt wird.

Alles spielt nämlich vor fünf Jahren, während die Helden noch unbekannt und hauptsächlich gefürchtet sind und ausser sich selbst andere nur über Gerüchte und Legenden kennen. Während Batman also ein schrilles Roboter-Transformer-Dings über die Dächer Gothams verfolgt und selbst wiederum von menschenbesetzten Helikoptern verfolgt wird, taucht plötzlich der grünste und strahlenste aller Helden auf: Green Lantern Hal Jordan. (Ja, ich jubelte an der Stelle ein bisschen. Innerlich.)
Hal Jordan offenbart auch direkt ein bisschen die Hintergrundgeschichte des Corps, woran sich übrigens auch nicht viel geändert zu haben scheint, und nachdem er begriffen hat, dass Batman wirklich existiert, verfolgen nun beide gemeinsam das schrille Roboter-Transformer-Dings. Sie finden es in der Kanalisation, wo es einen Kasten an der Wand anbringt und sich in einem Selbstmordanschlag auf die beiden Helden “For Darkseid” röchelnd selbst in die Luft sprengt. Weil das ganz offensichtlich außerirdisch war und Hals Ring es nicht erkennt (er erkennt nämlich sonst alles), suchen sie eben den nächsten Außerirdischen auf der Erde auf: Superman. Allerdings wird dieser von Batman als höchst gefährlich eingestuft.

Wie gesagt: Hui.

Die Geschichte ist also zumindest schon interessant und auch ziemlich fesselnd, auch, wenn ich in der kurzen Zusammenfassung rausgelassen habe, dass hier auch schon Cyborg, noch als kompletter Mensch und Vorzeigefootballspieler, vorgestellt wird. Was mir allerdings ein bisschen negativ auffällt ist, dass die Charaktere zumindest hier noch ein bisschen eindimensional erscheinen. Okay, es ist die erste Ausgabe, sie ist actiongeladen und lässt momentan noch nicht viel Raum für Charakterisierungen, aber doch wirken sie, als seien sie um oberflächliche Beschreibungen der Figuren erstellt worden. So ist Green Lantern der witzige Quatschkopf, Batman der mürrische Einzelgänger, Vic Stone der Sportler mit Vaterproblemen und Superman der Alien. Aber wie gesagt, das kommt sicher alles später und ist bestimmt kein Kritikpunkt von meinerseits. Auf jeden Fall ist es wirklich angenehm, dass gerade Hal Jordan hier nicht so schwermütig und eher als der Draufgänger erscheint, wie ich ihn eigentlich immer sehr mochte.

Was auch ganz toll ist, ist wirklich die Optik. Gerade durch Green Lantern, der seinen Ring hier wirklich nahezu exzessiv nutzt, konnten sich die Zeichner ein wenig austoben und das ist wirklich sehr gut gelungen. Vom Kostümdesign her bin ich da schon etwas kritischer. Obwohl Batman eigentlich aussieht, wie immer und Hal Jordans Kostüm klassisch aber aufgewertet erscheint, empfinde ich die fehlende rote Hose von Superman doch als fehlend. Aber daran gewöhnt man sich bestimmt. Hoffe ich. Dafür mag ich aber die unbeschwerte Jugendlichkeit der Helden doch ziemlich.

Fazit: Hui. Was soll ich auch mehr sagen? Ihr kauft das doch eh. Ich kann nur sagen, dass ihr euch später sicher ärgern könntet, würdet ihr es nicht tun. Ich glaube jedenfalls, dass das alles wirklich ganz schön gut werden könnte.

Übrigens: Ihr könnt davon ausgehen, dass es hier einige Rezensionen der ersten Hefte der neuen Serien geben wird. Ich hoffe, ihr seid da ein bisschen gespannt drauf.