Titel: Batwoman #1
Herausgeber: DC Comics
Künstler: J. H. Williams III, W. Haden Blackman

Ihr wisst doch schon lange, dass Batwoman eine, wenn nicht sogar die, von mir am heissesten erwartete Serie ist. Die Nummer 0 wurde irgendwann mal vor fast einem Jahr veröffentlicht und von mir für grandios befunden. Das aber auch nur, weil mir kein stärkeres Wort einfällt. Blöderweise wurde die Serie dann immer wieder weiter nach hinten verschoben, was jetzt so im Nachhinein total Sinn macht, stand doch der Reboot vor der Tür. Zwischenzeitlich las ich dann “Batwoman: Elegy”, worüber ich euch ganz dringend mal ein Review schreiben muss und jetzt, jetzt endlich, liegt hier, gerade gestern frisch von meinem Comicdealer geholt, Batwoman #1 ausgelesen vor mir. Und was ich darüber zusagen habe, könnt ihr in folgender Review nachlesen.


Sie betreten nun Spoilerland

Story: Die Geschichte setzt ziemlich genau da an, wo Elegy aufhörte. Weniger von de Hauptstory, als von den Entwicklungen der Figuren her. Batwoman war nämlich gezwungen, ihre lange tot geglaubte Schwester zu töten, die als Schurkin zurückkehrte, sich Alice (aus dem Wunderland) nannte und einen terroristischen Akt vollstrecken wollte. Weil ihr Vater allerdings wusste, dass sie noch lebte, aber nicht ahnte, dass Alice wirklich ihre Schwester ist, kündigte sie ihm quasi die Tochterschaft.
Jetzt gibt es eine neue Bedrohung in Gotham, die als Weeping Woman, also als Geist, auftritt und Kinder stiehlt und diese vermutlich auch ertränkt. Das hängt ganz offensichtlich mir einer Legende zusammen, bei der eine Frau aus Versehen ihre Kinder ertrinken liess und sich dann ebenso das Leben nahm. Nun ist Batwoman dran, den Fall zu lösen.

Meinung: Ich glaube das ist der erste Comic des Neustarts, der meine Erwartungen komplett erfüllte und sogar noch ein bisschen übertraf. Ich mag den Charakter der Batwoman sehr und finde ihre Hintergrundgeschichte, extrem gut und passend. Sie ist nämlich ein ehemaliger Marine, der wegen dieser “Don’t ask don’t tell”-Sache aus der Armee ausschied bzw. freiwillig ging oder eher freiwillig gegangen wurde. Ihr wisst schon.
Jetzt lebt sie ihre Sexualität offen aus, allerdings auf eine Art, die hier überhaupt nicht nervt oder mit der Moralkeule daherkommt, weil sie so direkt gar nicht im Vordergrund steht oder speziell thematisiert wird. Natürlich gibt es hier auch Liebesgeschichten (eher in Elegy, hier eher Sex), aber diese werden ganz normal behandelt. Das mag ich.
Die Geschichte selbst ist auch spannend und interessant und fühlt sich bisher auch genauso an, wie die erste große Storyline, obwohl der Autor hier ein anderer ist. Aber da bin ich wirklich frohen Mutes.
Was aber wirklich erwartet großartig ist, sind wieder die Zeichungen. Ich habe wirklich selten einen Comic gesehen, der mit so viel Liebe zum Detail und so clever umgesetzt wurde, während man sich hier sogar mehrerer Stile bediente. Gerade die Szenen als Batwoman sind oftmals überaus dynamisch über zwei Seiten gezeichnet, wobei hier kaum ein großer Wert auf Panelbegrenzungen gelegt wurde. Kate Kane selsbt allerdings sieht manchmal ein bisschen leblos aus, was zum Einen vielleicht ihr Stil als Rockabella, zum Anderen aber vielleicht auch wirklich dem Zeichner zu schulden sein könnte. Trotzdem. Batwoman #1 gehört zu den schönsten Comics, die ich im ganzen Reboot las.

Fazit: Es stand für mich schon lange vorher fest, lange, bevor es überhaupt Gesrpäche über ein Reboot gab, dass ich diese Serie lesen werde. Für Neueinsteiger könnte es allerdings ein bisschen schwierig werden, aber ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr vorher nochmal schnell “Batwoman: Elegy” lest. Vertraut mir einfach. Ihr wisst doch, dass ihr das könnt.