Titel:  Grifter #1
Herausgeber: DC Comics
Künstler: Nathan Edmondson, Cafu
Preis: $2,99

Grifter wurde mir von einem der Mitarbeiter des Comicladens meines Vertrauens sehr ans Herz gelegt, während ein anderer absolut gar nichts von diesem Helden hielt, wohingegen ich auf verschiedenen Comicseiten im Netz auch viele unterschiedliche Meinungen wahrnahm. Offenbar ist Grifter also eine dieser Serien, wo man sich wirklich ganz dringend selbst ein Bild machen muss. Ich hingegen war mindestens gespannt, habe mich aber auch sehr auf die Veröffentlichung gefreut. Worum es hier überhaupt, was ich davon halte und ob ich es empfehlen kann, könnt ihr nun also endlich in dieser Comicreview nachlesen.


Sie betreten nun Spoilerland

Story: Cole Cash, manchmal auch Christopher Argent, verdient sein Geld, mithilfe seiner Komplitzin Gretchen, auf eher unehrliche Weise, indem er wohlsituierte Geschäftsleute betrügt und ausnimmt. Gerade mit einem Job fertig, will er sich mit ihr, sie wartet dort bereits auf ihn, nach San Juan absetzen, als er plötzlich entführt wird. Er erwacht vermeindlich kurze Zeit später, auf einem Tisch festgeschnallt, in der Nähe eines Tanks, in dem ein blau leuchtendes Gliberviech schwimmt. Er kann flüchten, leidet nun aber unter Wahnvorstellungen – soll heissen, er hört stimmen.
Gerade, als er mit dem Flugzeug zu seiner Freundin fliegen will, hört er wieder jene Stimmen, die ihm sagen, dass er getötet werden soll. Es stellt sich heraus, dass von den Wesen besessene Menschen ihn verfolgen und eben töten wollen. Er kann (sogar relativ spektakulär) entkommen und stellt fest, dass er, nicht wie vorher von ihm angenommen, nur 17 Minuten durch den Überfall verlor, sondern sogar 17 Tage.
Während dessen ist ihm jetzt auch noch das Militär in Form seines Bruders auf den Fersen, die ihn ebenso dringend fassen wollen, wie eben jene blauen Glubberviecher.

Meinung: Ich bin mir wirklich, wirklich unsicher. Auf der einen Seite ist die Geschichte sogar ziemlich spannend und unterhaltsam, aber auch schon oft erzählt worden. Es ist eben auf eine Weise die typische Geschichte eines Kerls, der von allen verfolgt wird. Hinzu kommt, dass der Charakter des Grifters, trotz einiger kurzer innerer Monologe, noch relativ flach und unspektakulär wirkt und mich irgendwie momentan noch nicht so richtig interessiert. Dafür allerdings ist die Geschichte ziemlich interessant und spannend und ich frage mich wirklich, was das für blaue Glibberviecher sind. Was mir außerdem äußerst positiv auffiel, war, dass die Geschichte nonlinear (sagt man das so?) erzählt wurde. Soll heissen, dass hier in dem Fluchtteil zur Vorgeschichte und wieder zurück gesprungen wurde, was der Geschichte eine echt angenehme Dynamik gab.
Die Zeichnungen sind im Übrigen nicht herausragend gut, aber doch sehr gut, wenn ihr mit der Beschreibung etwas anfangen könnt. Dafür ist das Kostüm aber ein bisschen doof.

Fazit: Wie gesagt bin ich mir ein bisschen unsicher. Wenn die Geschichte weiterhin so spannend und interessant bleibt und man dem Grifter selbst noch ein bisschen Tiefe gibt, könnte das echt etwas ziemlich Gutes werden. Davon werde ich aber auf jeden Fall mit der zweiten Ausgabe überzeugen.