Titel:  Red Lanterns #1
Herausgeber: DC Comics
Künstler: Peter Milligan, Ed Benes, Rob Hunter
Preis: $2,99

Die Red Lanterns kennen wir natürlich alle aus der kürzlich von mir erwähnten Green Lantern Geschichte „Blackest Night“. Es ist das Corps, das, während grün für Willensstärke und gelb für Angst steht, die Wut symbolisiert und ihr in gewisser Weise auch ein Gesicht gibt. Ihr Anführer Ist Atrocitus, der einzige Überlebende des Massakers auf Ysmault in Sektor 666 (passend), das von den Manhuntern quasi im Auftrag der Guardians angerichtet wurde. Klar, dass man da schonmal wütend werden kann und irgendwie ist es eben auch verständlich, dass man da die Ausgeburt der Wut wird und auf Rache sinnt. Das geht aber natürlich nicht allein, weswegen Atrocitus noch weitere Wesen um sich scharrte, denen ebenfalls große Ungerechtigkeit widerfuhr. Doch was passiert, wenn die Wut irgendwann nicht mehr ausreicht oder sogar abklingt? Das erzählt uns dieses Heft, das ich mir von meinem Comicdealer in die Hände drücken liess.

Sie betreten nun Spoilerland

 

Story: Wie man sieht, ist schon ein bisschen was an Vorwissen nötig, um überhaupt zu verstehen, was das ganze hier soll. Man muss wissen, warum sich das Red Lantern Corps gründete und welche Rolle es im Gefüge der Laternensaga spielt, um zu wissen, warum Atrocitus überhaupt eine eigene Serie verdient hat. Der Guardian nämlich, der sich für das Massaker verantwortlich zeichnet, ist schon länger tot, wurde von Hal Jordan bereits getötet und liegt nun auf Ysmault herum. Das Problem ist dabei nun, dass Atrocitus nun nicht wirklich etwas hat, worauf er seine unbändige Wut richten kann. Tatsächlich ist es sogar so, dass seine Wut nachlässt, was vor allem auch seine Mannen spüren und unter Gegurgel mitunter sogar seine Befehle missachten.
Eine kurze Vision später aber steht sein Plan fest: Rache. Nicht für sich selbst, der Zug ist lange abgefahren, aber für andere Wesen in der Galaxie, die einen Racheengel gebrauchen könnten. Nur, dass dieser eben rot ist und Blut spuckt.

Meinung: Ich glaube, dieser Comic könnte für Leute, welche die ganze Vorgeschichte nicht so mitbekommen haben, ein bisschen unsinnig und weit hergeholt wirken. Für mich allerdings, der das alles kennt und sehr mag, ist das hier einfach nur ein pures Fest. Atrocitus führt vor allem mittels einen sehr langen, inneren Monologes durch diesen Comic, was die Figur sehr gut formt und ihm eine gewisse Richtung gibt, der man wirklich gerne folgen möchte. Dazu die vielen erzählerischen Wechsel auf die Erde bei denen eben gerade angesprochene Ungerechtigkeiten stattfinden, die Atrocitus‘ Entscheidung untermauern. Das macht alles wirklich sehr viel Spaß. Außerdem ist es genau so brutal, wie man es erwarten würde, nicht zuletzt auch wegen Dex-Starr, der Red Lantern Katze, die einem namenlosen Alien die Kopfhaut abreisst.

Fazit: Wir müssen mal ein bisschen hoffen, dass das alles nicht zu pathetisch wird und die Figur des Atrocitus nicht zu sehr verweichlicht. Die Gefahr besteht zwar nur in geringem Maße, aber sie ist schon da, wenn er beispielsweise seien Taten rechtfertigen will. Sollte das alles aber genau so weitergehen und vielleicht sogar noch ein bisschen derber werden, haben wir hier wirklich eine Serie, die unglaublich viel Spaß machen könnte. Vielleicht zwar eher nur Fans der Green-Lantern-Saga, aber immerhin. Vor allem für mich und das ist mir ja eh das wichtigste.