Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 06.12.2012
Künstler: Mike Benson, Adam Glass, Laurence Campbell
Art: Softcover (enthält Deadpool Pulp #1-4)
Seiten: 100
Sprache: deutsch
Preis: 14,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Völlig gegeben, da alle Gewaltszenen passend dunkel gehalten sind
Rating: Eine von fünf Atombomben

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Jeder kennt diese Pulp-Hefte, deren deutsche Entsprechung vielleicht die Groschenromane sind, ein schmales Geld am Kiosk kosten, prinzipiell zur Trivialliteratur zählen und in den USofA der 30er bis 50er hauptsächlich Science-Fiction und Mysterygeschichten erzählten. Der Begriff selbst geht auf die Art des Papiers zurück, auf denen sie gedruckt wurden und ob ein Deadpool-Groschenroman Sinn macht, ob das noch Deadpool ist, wie wir ihn kennen, und ob mir das genauso viel Spaß macht, könnt ihr in folgender Comicreview nachlesen.

Worum geht es eigentlich und warum ist das anders als anderer Deadpool-Comics vergleichbarer Art?

Die Geschichte spielt während der 60er Jahre, mitten im kalten Krieg, in den USofA. Die Welt befindet sich kurz vor einem Atomkrieg und das eh schon brüchige politische Gefüge wird dadurch erschüttert, dass die Schurkin Outlaw eine Koffer-Atombombe gestohlen hat. Ohne die dazugehörigen Schlüssel ist das noch nicht tragisch, befindet sich der eine beim Präsidenten selbst, während die Position des anderen geheim ist. Während J. Edgar Hoover also die Generäle Stryfe und Cable brieft, befindet sich ein Agent namens Wade Wilson, Codename Deadpool, gerade in Asien, wo er mit ein paar Kommunisten russisch Roulette spielt… und gewinnt. Schnell wird er zurück in die Staaten gebracht, wo er sich einem ausführlichen psychologischen Test unterziehen muss, bevor er sich um die verschwundene Bombe kümmern darf. Natürlich kommt dabei heraus, dass er hochgradig wahnsinnig und dadurch äußerst gefährlich ist – trotzdem bekommt er den Auftrag, doch hinter der ganzen Sache steckt mehr, als Deadpools Stimmen und gar er selbst ahnen – nämlich ein Komplott, den dritten Weltkrieg wirklich auszulösen.

Was ist eigentlich der Unterschied von einem normalen Deadpool zu einem Pulppool?

Das dies der erste Pulppool seiner Art ist, kann ich natürlich nur alle von mir gelesenen Deadpools mit diesem einen Pulp vergleichen und sagen, dass die Optik auf jeden Fall schon einmal düsterer ist, was der Geschichte sehr zuträglich ist, ist es doch eine vergleichsweise ernste. ES ist weniger die Geschichte eines wahnsinnigen und dadurch superlustigen Waffe-X-Partizipanten, sondern viel mehr die Geschischte zweier Agenten, wovon einer Spaß am Chaos hat und der andere einfach Spaß am Töten. Dadurch ist es gewiss keine typische Deadpoolstory, zumal er auch hier noch gar nicht am Waffe-X-Programm teilnahm und weder Tumore noch den Heilungsfaktor besitzt. Auch ein bisschen scahde ist, dass die Stimmen in seinem Kopf, bis auf eine entscheidende Stelle in der Geschichte, gar keine Rolle spielen und eher stiefmütterlich in den Verlauf der Story eingebaut werden. Somit ist Deadpool lediglich ein Psychopath im Dienste seiner Regierung, die allerdings etwas ganz anderes plant, als schlich die Bombe zurückzuholen.

Aber was denn?

Die Origin Deadpools ist, dass er im zweiten Weltkrieg in Japan gefangen genommen und auf schlimmste Weise gefoltert wurde, was ihn dazu trieb Dinge zu tun, die man von keinem Menschen erwarten würde. Um das irgendwie zu verarbeiten, wurde er kurzerhand wahnsinnig. Jetzt stellt sich im Verlauf der Geschichte aber heraus, dass Stryfe ein doppeltes Spiel spielt und die Bombe gern in einer amerikanischen Großsstadt zu zünden würde, um dadurch den dritten Weltkrieg auszulösen, woraus die USofA gestärkt hervor gehen sollen. Im weiteren Verlauf dann erfährt man, dass nicht nur Deadpool, sondern auch Cable gar nicht in Japan gefangen genommen und gefoltert, sondern in Kuba zu Schläfern gemacht wurden, die auf Codewort alle Befehle ausführen. Bei Deadpool klappt das aufgrund seines Wahnsinns natürlich nicht – er rettet die Welt.

Fazit: Wenn man jetzt von der Historie der Pulpmagazine ausgeht, also dass sie Trivialgeschichten abdruckten, dann ist das hier alles völlig in Ordnung und sicher auch im Sinne dieses Genres. Auf gewisse Art ist es auch eine gute Agentengeschichte mit Spannung, Herz und einer ganz netten Wendung, aber es ist eben keine gute Deadpoolgeschichte. Deadpool ist leider nicht Deadpool, er ist nur ein wahnsinniger Killer und gerade der Humor ist es doch auch, was den klassischen Deadpool auszeichnet. Unglaublich begeistert hat mich das alles nicht wirklich, aber es war schon recht nett, wenn auch eben nicht besonders gut und auch nicht wirklich empfehlenswert – Eben trivial.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini!