Originaltitel: Aquaman #1
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 26.06.2012
Künstler: Geoff Johns und Ivan Reis
Art: Softcover (enthält Aquaman #1-6)
Seiten: 132
Sprache: deutsch
Preis: 14,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Aquaman wird von Unwissenden gerne belächelt, aber wir wissen ja alle, dass sie falsch liegen.
Rating: 4 der 5 Zacken des fünfzackigen Dreizacks sind… zackig.

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Bei Aquaman darf man prinzipiell erstmal kritisch sein. Das ist völlig okay und völlig angebracht, denn niemand möchte Aquaman sein, von niemandem ist Aquaman der Lieblingsheld und sowieso kann er doch gerade mal mit Fischen reden. Oder? Steckt nicht vielleicht doch viel mehr in diesem Helden, als man ahnt? Immerhin hat ja niemand seine Comics gelesen und trotzdem weiß jeder über ihn Bescheid. Ist seine Waffe lediglich eine Wasserpistole? Außerdem kann er doch auch unter Wasser atmen. Das ist cool. Oder? Wie cool Aquaman vielleicht wirklich ist, warum gerade ihm der DC-Neustart total gut tat und dass Mera ziemlich heiss ist, erfahrt ihr in folgender Review.

Aquaman ist cool? Come on, das nimmt dir keiner ab

Die Serie wurde ja zum DC-Neustart ziemlich abgefeiert. Ich war kritisch, handelt es sich hierbei doch eben im Aquaman. Auf der anderen Seite aber Aquaman während des Flashpoint-Events auch ziemlich gut drauf, was aber wohl hauptsächlich daran lag, dass es eine alternative Zeitlinie war und er im Krieg mit den Amazonen, allen voran Wonder Woman, die Welt zerstörte. Oder irgendwie so.
Jedenfalls ist er zurück, ist wie immer, aber irgendwie besser, auf jeden Fall aber ein Außenseiter. Jedem ist bewusst, dass er der König von Atlantis ist, aber niemand nimmt ihn für voll, kann er doch lediglich mit Fischen sprechen. Nun versucht Aquaman also, der nicht mehr in Atlantis leben möchte und mit seiner ihm Angetrauten Mera an der Küste lebt, irgendwie die Menschen davon zu überzeugen, dass er eben doch nicht der Loser ist, für den ihn jeder hält. Tatsächlich ist das aber gar nicht so lustig geschrieben, wie ich es hier darstelle – es wird ziemlich ernsthaft thematisiert und könnte fast als Symbol dienen, wie man mit Bullying umgehen sollte.

Und was macht ihn da jetzt so cool?

Tatsächlich ist es diese lockere Selbstironie, wenn Aquaman beispielsweise in einem Fischrestaurant gefragt wird, ob er denn überhaupt Fisch essen dürfe, obwohl er doch vermeidlich mit ihnen sprechen kann. Auf der anderen Seite will er aber nicht etwa den anderen A-Liga-Helden nacheifern, sondern nur für seine Heldentaten anerkannt werden. Glücklichweise tauchen just in diesem Moment ein paar piranhaähnliche Fischmenschen auf, die munter Menschen fressen und verschleppen. Klar, dass Mera und Aquaman da helfen möchten, wobei sie in der Welt der Menschen noch wesentlich schlechter klar kommt, als unser Arthur, was man später in einer kleinen Eskalation sieht, in der sie lediglich Hundefutter kaufen wollte, aber den Verkäufer dann den Arm bricht und einen Vater, der sein Kind mit einer Waffe bedroht, ausdünstet.

Und wie ist das Wasser so gezeichnet?

Prinzipiell kann man an der Arbeit von Ivan Reis immer nur wenig aussetzen. Höchstens vielleicht, dass sie manchmal nichts besonderes ist und hier beispielsweise auch eine Kellnerin, die erzählt, sie müsse drei Kinder durch das College bringen, aussieht, wie eine 18-Jährige. Ansonsten ist das aber alles sehr rund und schön anzuschauen, sticht zwar nur selten wirklich hervor, aber wenn, dann doch. Wenn ihr versteht.

Fazit: Man kann also wirklich ganz getrost sagen, dass Aquaman der Reboot geholfen hat, nochmal ganz von vorne anzufangen. Sicherlich ist ein bisschen was an Vorwissen nützlich (zb warum die beiden überhaupt an Land leben wollen und wer der eine Typ ist, der Aquaman mal töten wollte), aber so im Groben ist das ein frischer Start, der den Helden dabei zeigt, wie er relevant wird. Und irgendwie kann ich mich da wirklich gut hineinversetzen.