Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 17.07.2012
Künstler: Dennis O’Neil, Neal Adams
Art: Riesiges Hardcover
Seiten: 100
Sprache: deutsch
Preis: 19,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Zu groß und zu schnieke, um in der Bahn durchgeblättert zu werden.
Rating: Bis zum Gong ein großartiger Comic.

 

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Es gibt Comics, die wie ein Meilenstein die Zeit überstehen und uns wie ein Zeugnis an eine Vergangenheit erinnern, die wohl nur die wenigsten von uns aktiv miterlebten. Einer dieser ikonenhaften Comics ist zweifelsfrei “Superman vs. Muhammad Ali”, der von Panini neu aufgelegt wurde und in neuem Glanz erstrahlt, eine alte Geschichte erzählt und vor nostalgischem Charme nur so sprüht. Ob die Geschichte allerdings auch heute noch funktioniert, wie die Neuaufmachung gelungen ist und wie ich das alles fand, könnt ihr in folgender Review nachlesen.

Wie, Superman gegen Muhammad Ali? SRSLY?

Genau so sieht es aus. Lois Lane, Jimmy Olsen und Clark Kent wollten gerade einen der größten Sportler ihrer Zeit interviewen (DIE KLAMOTTEN EY!), als ein außerirdischer Diktator auftaucht und die Erde zum Kampf herausfordert. Nun, nicht die ganze Erde – eher ihren größten und mächtigsten Kämpfer. Doch wer ist es? Etwa Muhammad Ali, einer der herausragendsten Athleten unserer Zeit, oder Superman, der Dank der gelben Sonne unseres Planeten nahezu unverwundbar ist? Wer darf die Erde in diesem Wettkampf verteidigen und wie wird das entschieden? Der diktator gibt der Welt auch lediglich 24 h Zeit, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Es darf also keine Zeit verschwendet werden und so fliegen die beiden gen Arktis, wo Supes sich und Muhammad in eine fremde Dimension bringt, in der Ali den Stählernen in der hohen Kunst des Boxens unterrichtet.

Natürlich bemerken die außerirdischen Despoten den Betrug und beide werden auf eine fremde Welt gebracht, wo der Kampf ausgetragen werden soll. Ob der Bedeutung dieser Auseinandersetzung ist auch niemand geringeres als Athene selbst die Ringrichterin. Doch so einfach lassen Superman und Muhammad Ali sich nicht zu den Marionetten der Aliens machen und haben einen Plan ersonnen, die ganze Welt zu retten.

Wie lautet dieser Plan?!

Das kann und möchte ich an dieser Stelle wirklich nicht verraten, ist er einerseits ziemlich clever, andererseits auch wie mit dem Holzhammer durchgeführt, in jedem Fall aber ziemlich witzig. Auf eine Art. Allerdings beinhaltet dieser Plan, dass Ali und Supes quasi als Vorkampf gegeneinander antreten, um zu ermitteln, welcher von beiden denn nun der mächtigste Krieger ist, den die Aliens verlangen. Trotzdem ist der Titel des Comics natürlich auch recht reißerisch gewählt, treten die beiden nie wirklich gegeneinander an. Tatsächlich nämlich verbünden die beiden ihr Geschick und ihre Cleverness, um nicht nur die Erde, sondern auch viele andere Planeten zu retten. Das Erstaunliche ist also weniger, dass Ali und Supes gegeneinander kämpfen, sondern dass der eine bzw. der andere (wer das gelesen hat, wird hier nicken) gegen einen riesigen, vierarmigen Alien boxt. Was cool ist. Total cool.

Aber was bedeutet das alles? 

Die Bedeutung dieses Comics ist mehr als offensichtlich, ist es doch einer, wo Muhammad Ali, größter Boxer aller Zeiten, auf Superman, größter Held aller Zeiten, trifft. Das ist in seiner Absurdität natürlich total großartig, zumal Ali die Gelegenheit nutzt, um dem Leser seine Art zu boxen zu erklären. Eben dass es weitaus mehr ist, als den Gegner im Ring zu schlagen, dass der Kampf schon lange vorher beginnt, ein hohes Maß an strategischem Denken erfordert und eher eine Kunst, als eine Prügelei, ist.
Die Erschaffer des Werkes, Adams und O’Neil, sind natürlich beide herausragende Gestalten der Comicwelt und haben hier etwas geschaffen, das auf den ersten Blick womöglich etwas lächerlich wirkt, auf den zweiten, dritten und vierten aber nur so vor nostalgischem Charme sprüht und einen direkt aber ersten Seite packt und nicht mehr loslässt.

Wozu dann die Neuauflage?

Das Original stammt von 1978 und ist natürlich nur schwer oder teuer zu bekommen. Daher sollten wir Panini eigentlich allen Danken, dass auch wir normalen Menschen die Möglichkeit haben, unsere Finger an dieses Werk zu legen und es in unseren Vitrinen zu präsentieren zu können. Bemerkenswert ist, dass diese Ausgabe einer Neukolorierung unterzogen wurde. Natürlich kann man Hardliner sein und sagen, dass nur das Original das einzig Wahre ist, trotzdem muss ich hier sagen, dass die Überarbeitungen echt eine nDeut schöner ist, als die vorherige Ausgabe. Die Farben sind super klar, voll und passen extrem gut in das ganze Konzept. Man darf halt auch nicht vergessen, dass es Ende der 70er spielt – da finde ich volle und strahlende Farben einfach passender. Es heisst auch, dass Panini ein anderes Lettering benutzt, als die Originalausgabe von Ehapa. Sowas bemerke ich aber nie und bin zufrieden mit dem, was ich sehe. Ich glaube, darauf kommt es auch eher an.

Fazit: Hätte ich es nicht schon, würde ich es mir kaufen und gut sichtbar in meiner Wohnung platzieren, was ich ja quasi schon tat. Etwas wie das muss gelesen werden, man muss darüber reden und es jedem zeigen. Klare Empfehlung.

Disclaimer: Mit Dank an Panini für das Rezensionsexemplar.