STIEGLARSSONMILLENNIUMVERBLENDUNGBAND1_875[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 12.03.2013
Künstler: Denise Mina, Leonardo Manco, Andrea Mutti
Art: A4 Softcover (enthält “The Girl with the Dragon Tattoo” #1-6)
Seiten: 144
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Das geht total gut, da man die Zeichnungen nur aus dem Augenwinkel nicht erfassen kann
Rating: 1 von 5 mit einem Blatt gefüllte Bilderrahmen. Die anderen sind leer.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Ich glaube an der Millenium-Trilogie ist die letzten Jahre niemand vorbeigekommen. Erst war es als Buch ein außerordentlicher Erfolg und später waren die Werke von Stieg Larssons auch als Filme hochgeschätzt. Nun liegt hier vor mir die Comic-Version der Geschichte und tatsächlich ist das die bisher einzige Version der Geschichte, mit der ich mich auseinandersetzte. Irgendwie schaffte ich es immer ganz gut, mich sowohl vor den Büchern, als auch den Filmen zu verstecken. Lest also die nun folgende Review von jemanden, der das alles nicht kennt und völlig unbedarft an die Sache heran geht. Ob die Story etwas taugt, ob die Charaktere wirklich so interessant sind, wie alle sagen und wie ich das alles fand, könnt ihr in folgender Review nachlesen.

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Worum geht es eigentlich?

Es hat den Anschein, dass die Geschichte zumindest bisher noch aus zwei voneinander unabhängigen Teilen besteht, was sicherlich allein dadurch Sinn macht, als dass die Welt der Protagonisten erst geschaffen werden muss und diese dem Leser vorgestellt werden müssen. Logisch. Der eine Teil handelt von Mikael Blomkvist, einem Reporter einer kleinen, unabhängigen Zeitung, der wegen eines Artikels mit gefälschten Quellen verurteilt wurde und bald eine Haftstrafe antreten muss. Dieser von von einem Mitglied der Familie Vanger angeworben, das Verschwinden seiner lieben Tochter Harriet im Jahre 1966 zu untersuchen und ihn dafür fürstlich zu entlohnen. Das Problem ist nämlich, dass sie zwar eindeutig tot zu sein scheint, verschwand sie doch bei einem Familientreffen scheinbar spurlos. Trotzdem schickt sie ihm jedes Jahr zum Geburtstag ein Geschenk, was sie schon tat, als sie noch lebte. Mysteriös.
Lisbeth Salander hingegen ist von einem ganz anderen Schlag. Sie ist tätowiert, gepierct, auffällig und kann mit Menschen überhaupt nicht umgehen. Sie zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie als Hackerin (das sagt auch der Einband des Buches – komisches Wort) schnell und zuverlässig Informationen beschaffen kann, woran natürlich viele Menschen großes Interesse haben.
In diesem Buch treffen sie noch nicht aufeinander, allerdings ist diese Entwicklung sehr absehbar. Viel mehr haben beide Protagonisten noch sehr viel mit sich selbst zu tun. Blomkvist beginnt zu recherchieren und bemerkt, dass bei der stinkereichen Familie so einige Leichen im Keller zu liegen scheinen und Salander hat offenbar einen Vormund, den sie schnellst möglich loswerden muss. Die Geschichte klingt auf jeden Fall spannend und es macht auch sehr viel Spaß, sie zu verfolgen, aber…

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Aber? Die Zeichnungen, oder? Es sind immer die Zeichnungen.

… aber die Zeichnungen sind überaus schwierig. Wenn man den Einband betrachtet, erwartet man natürlich großartiges. Das Cover ist ganz offensichtlich extrem schön, sowohl vom Motiv her, als auch von der Umsetzung. Auch der Rücken ist in einer schönen Kombination aus schwarz und hellem grün gehalten, während ein geprägter Drachen schön im Licht glänzt. Auch die Vorderseite ist sonst eher Rauh, während die Tattoos der netten Person aus eben jenem glänzenden Material bestehen. Das ist wirklich eine sehr, sehr schöne Sache.
Aber die Zeichnungen in dem Band, Freunde, die sind wirklich furchtbar. Sie scheinen, als hätte der Zeichner Fotos abgepaust und wüsste nicht so recht, wie man mit Schatten arbeitet. Mal sind es schwarze Flächen, ein anderes mal schwarze Punkte und alles in allem sind die Gesichter aufgrund der Ausdruckslosigkeit bestenfalls sehr schwierig zu lesen oder fast bis zu Unkenntlichkeit verzerrt. Auf jeden Fall ist das alles nicht schön und hindert sogar daran, die Story zu geniessen. Für Leute, die sie schon aus Büchern und Filmen kennen, mag es gehen, wenn man sich aber, wie ich, zum ersten Mal damit auseinandersetzt, wirkt das durchaus abschreckend. Leider.
Es gibt eine, okay zwei, äußerst brutale und verstörende Vergewaltigungsszene, die wirklich sehr, sehr schwer verdaulich ist. Da passt der Stil des Künstlers wiederum ganz schön gut. Diese Verzerrte, diese eigenartigen Schatten, die Tiefe vermitteln sollen, komischerweise funktioniert das hier ganz schön gut.

Zusammenfassend als eher nein?

So schön der Einband auch ist und so erfolgreich die Geschichte in ihren Versionen bisher auch gewesen sein muss, ich glaube nicht, dass sie es als Comic sein wird. Nicht in der Qualität. Der Einband ist wirklich selten schön, die Zeichnungen im Buch halten dieses Versprechen allerdings leider gar nicht. Die Geschichte scheint spannend und interessant zu sein und die Figur der Lisbeth Salander scheint eine zu sein, die man wirklich kennen lernen sollte. Allerdings glaube ich, dass man mir den Büchern weitaus besser aufgehoben sein könnte.

Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar.