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Vermutlich ist es mehr als bekannt, dass Christchurch Ende Februar 2011 von einem schweren Beben (eigentlich dem Nachbeben eines Erdbebens aus dem September 2010) getroffen wurde, wobei 185 Menschen ihr Leben verloren und viele Hundert verletzt wurden. Das Beben traf die Stadt gegen Mittag und daher sehr unvorbereitet, wodurch die Schäden immens waren.

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Heute gibt es gefühlt zwei verschiedene Christchurchs. Das eine besteht aus dem historischen Stadtzentrum, das die sichtbarsten Schäden davon trug, während das andere dasteht, als sei gar nichts geschehen . Die alten Gebäude waren für solch eine Katastrophe einfach nicht geschaffen und zerfielen zu Staub. Die moderneren Gebäude hingegen sind nahezu unbeschädigt. Das kuriose allerdings ist, dass die modernen Gebäude eigentlich noch benutzbar wären, würden sie sich nicht in der Red Zone befinden. Dies ist ein Areal, das nicht betreten werden darf, da hier die Aufräumarbeiten immer noch andauern, die allerdings so aussehen, dass man abreisst, was nicht mehr zu retten ist.

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Die Arbeiten dauern allerdings noch immer an und man fragt sich, wie das alles so lange dauern kann. Vermutlich ist es einfach eine filigrane, gefahrvolle Arbeit, die man nicht überstürzen darf.

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Das ursprüngliche Stadtzentrum ist nun nicht mehr wirklich betretbar und größtenteils eingezäunt, allerdings müssen die Ladeninhaber, die ihre Geschäft Hals über Kopf verlassen mussten (mitunter liegen dort noch immer Waren in den Regalen) ja auch irgendwohin, wodurch sich ein neues Einkaufszentrum bildete. Der Clou: Es ist eine ziemlich eindrucksvolle, schöne Containerstadt, mit spannenden Geschäften und einem ganz eigenen Flair.

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Ein bisschen fühlt es sich aber auch so an, als würde die Stadt diese Opferrolle geniessen. Klar, das Beben ist schrecklich und dass Vororte umgesiedelt werden müssen, da dort das Wasser aus dem Boden trat und man aus diesen Gebieten nicht mehr machen kann, als viele schöne Parks, ist schlimm und furchtbar und alles. Trotzdem gibt es beispielsweise ein Museum, das sich mit dem Beben befasst und es gibt Touren durch die zerstörten Teile der Stadt. Aber vielleicht macht man das einfach so, wenn seine Heimat halb zerstört wurde, und irgendwie das beste draus.

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Nichtsdestotrotz ist Christchurch wirklich wunderschön und überaus modern und auch, wenn die Zerstörung allgegenwärtig ist, allein durch den Verkehr, der nicht mehr durch das Zentrum geführt werden kann, echt ein, zwei Blicke wert. Aber das zeigen euch ja meine Bilder.

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Trotzdem scheinen die Neuseeländer in Christchurch ziemlich tapfer zu sein. Es ist ein bisschen, wie mit dem Elbhochwasser in Dresden – jeder hat eine Geschichte und noch viel wichtiger eine Meinung dazu. Es gibt Leute, die wollen die ganze Stadt umsiedeln, was natürlich totaler Unsinn ist, funktioniert das meiste doch noch. Gelitten haben sie vermutlich alle unter diesem Beben, aber wie die Kiwis hier halt so sind, wird es schon irgendwie weitergehen. Mit einem Lächeln im Gesicht geht es immer weiter.

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Wie immer gilt: Auf Twitter und Instagram ist das alles ein bisschen zeitnaher.