AQUAMAN2_Softcover_786[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 13.06.2012
Künstler: Geoff Johns, Ivan Reis
Art: A4 Softcover (enthält “Aquaman” #7-13)
Seiten: 180
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: “Guten Tag, ich möchte mit ihnen über Comics reden. Kennen sie eigentlich Aquaman?”
Rating: 5/5 goldbraunen Fischstäbchen.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Unerklärlicherweise ist das Gerücht, dass Aquaman einer der uncoolsten Helden bei DC sei, doch ein sehr verbreitetes. Die Leute sagen immer noch, es sei keine wirklich gute Superkraft, wenn man Fische kontrollieren kann, was ja offensichtlich schon dadurch Unsinn ist, dass 70% der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind. Außerdem ist er der rechtmäßige König von Atlantis und hat einen coolen Dreizack. Das alles sind Argumente, die man nicht einfach so abtun kann. Aber wo kommt das alles eigentlich her? Okay, das mit dem Reden mit Fischen ist so angeboren, wie sein Amt des Königs, aber wo kommt eigentlich der Dreizack hier? Diese Frage und was Black Manta damit zu tun hat und was Arthur Curry eigentlich vor der Justice League trieb finden ihre Antworten in folgender Review.

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Es ist aber eigentlich eher ein Fünfzack!

Weil es der Dreizack eines Königs ist. Nämlich der des ersten Königs von Atlantis, der dafür sorgte, dass das Land im Meer versinkt. In seinem Grab fand Arthur mitsamt seiner Kollegen, die zusammen ‘Die Anderen’ bildeten, verschiedene Artefakte, die sie untereinander aufteilten, da sie natürlich alle verschiedene Fähigkeiten hatten, die den jeweiligen Figuren sehr genehm kamen. Mittels des einen kann man in die Zukunft blicken, ein anderes lässt verschlossene Gegenstände öffnen was die anderen so können, ist nicht weiter wichtig und eigentlich auch nicht von Belang. Auftritt Black Manta. Dieser nämlich hegt einen persönlichen Groll gegen Arthur, da dieser seinen Vater tötet, woraufhin Black Manta dessen Vater tötete und sich beide nun unsterblich hassen. Black Manta arbeiet zudem mit einer geheimen Gruppe (vermutlich Atlanter) zusammen, um Jagd auf Arthur zu machen und nebenbei all diese magischen Gegenstände zu sammeln, um einen weitaus mächtigeren zu bekommen – einen Stab, der Erdbeben auslösen kann, womit einst Atlantis im Meer versenkt wurde.
Bevor Arthur bei der Justice League anheuerte und lange bevor er die zauberhafte Mera zu seiner Gattin nahm, war Arthur eben mit “Die Anderen” unterwegs. Nicht unbedingt um Gutes zu tun, sondern eher um vornehmlich Black Manta zu stellen. Dies ist auch der Teil seiner Vergangenheit, den er jedem, allen voran Mera, vorenthält, da er, wie er selbst sagt, damals ein ganz anderer war. Eben jemand, der von Hass und Rache getrieben wurde und hauptsächlich oberkörperfrei herumlief.

Mera ist doch die Lady in grün!

Viele behaupten, dass Aquaman einer der Helden ist, die vom Reboot total profitiert haben. Natürlich stimmt das auch – der Charakter ist viel interessanter, wesentlich selbstironischer, mit Ecken und Kanten und eben der König von Atlantis. Aquaman ist, ihr werdet es kaum glauben, ein sehr, sehr cooler Held geworden. Aber was vor allem seine Serie hier mitträgt ist nicht Arthur allein, sondern vor allem auch seine Königin Mera. Sie ist eben nicht nur das nett anzuschauende Mädchen an seiner Seite, sondern viel mehr der chaotische Pol, den der mittlerweile ruhigere Arthur braucht, um überhaupt zu funktionieren. Sie ist äußerst emotional, Gewalt ist eine ihrer ersten Optionen und besonders witzig ist es, als in diesem Band eine alte Bekannte von Arthur auftaucht und sie vor Eifersucht fast platzt und später noch mehrmals den Doktor bedroht, der Arthur als Kind untersuchte und der Presse vorführen wollte. Mera, eine wahre Königin.

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Sehen wir da mehr als Wasser?

Optisch ist das hier natürlich auch alles wunderschön, was sich für einen Top-Titel bei DC natürlich auch so gehört. Man erkennt Ivan Reis in den Zeichnungen, die ja immer von sehr hoher Qualität sind. Gesichter, Körper, Tiere, Landschaften und natürlich kommen auch beeindruckende Splashpages nicht zu kurz. Gerade auch, wenn Black Manta diesen Laser aus seinem Helm schießt oder einer von Arthurs Kollegen die Geister anruft, die ihn verfolgen. Ja, das ist auch eine Superkraft und dabei eine sehr betrübliche, aber schön in Szene gesetzte.

Also…

Der Schurke der Geschichte ist natürlich Black Manta, der seine niederen Ziele verfolgt. Besonders schön aber finde ich, dass Arthur hier nicht als glorifizierter Held auftritt, sondern eben auch sehr viele folgenschwere Fehler begangen hat, die ihn nun verfolgen. Die Gruppe, mit der er früher herum hing, könnt in sich kaum unterschiedlicher sein udn alle tragen ihre Problem mit sich herum, die sie stellenweise natürlich auch versuchen zu lösen. Aquaman ist, und wir konnten das ja schon im ersten Band der Serie erahnen, lange nicht mehr der langweilige Held, für den ihn die meisten halten. Er ist endlich wieder in der obersten Liga angekommen, wurde facettnreicher, als man es sich hätte vorstellen können, hat mit Mera einen tollen Sidekick und vermutlich eine goldene Zukunft in der Comicwelt.

Fazit: Wer bei Aquaman immer noch denkt, dass er lediglich mit Fischen reden kann und die Umweltsünden im Meer bekämpft, verpasst hier vermutlich eine der herausragendsten Serien, die DC neugestartet hat und bei Panini ganz wunderbar gesammelt werden. Wir haben hier Spannung und kaum die Gewissheit, welche der Figuren das Abenteuer eigentlich überleben. Der Held selbst hat eine dunkle Vergangenheit, trägt schwere Last mit sich herum und schlittert ganz offenbar einer ungewissen Zukunft entgegen. Aber das erfahren wir dann auch erst in der nächsten Ausgabe.