DERTODVONSUPERMAN128VON429DERTAG2CANDEMSUPERMANSTARBSOFTCOVER_708[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 13.06.2013
Künstler: Dan Jurgens, Louise Simonson, Roger Stern, Jerry Ordway, Tom Grummett, Jon Bogdanove, Jackson Guice
Art: A4 Softcover (enthält “Superman: Man of Steel” #18-19, “Justice League America” #69, “Adventures of Superman” #497, “Action Comics” #684 & “Superman” #74-75)
Seiten: 180
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: So richtig ist Superman noch nicht als cooler Held in der Öffentlichkeit angekommen
Rating: Vier Bam Piff Pow von 5 Bam Piff Pow Krawamms Kapew

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Extra zum 75. Geburtstag des Stählernen verlegt Panini einen Comic, der seinerzeit Schlagzeilen machte, neu und gibt uns somit die Möglichkeit, diesen wichtigen und erstaunlichen Comic neu zu erleben. Erschienen zwischen 1992 und 1993 zeigt er einen Helden, der bis ans äußerste gehen muss, um einen viel zu mächtigen Feind zu besiegen, der auch nur ein Ziel zu verfolgen scheint: Tod und Zerstörung.
Warum er das tut, wie alles ausgeht und warum Superman der einzige ist, der diesem Unwesen Einhalt gebieten kann, könnt ihr in folgender Review nachlesen.

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Also Superman stirbt nun…?

Während Superman ein Fernsehinterview geben muss, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Justice League zu stärken, und später dann noch ein kleines Scharmützel unter Metropolis ausfechtet, prügelt sich ein in grünen Stoff gehülltes Wesen durch eine Stahlwand in die Freiheit. Es ist natürlich Doomsday, der fieseste Gegner, dem Superman begegnen wird.
Zunächst jedoch versucht die 90er-Justice League mit wallendem Haar und anderen furchtbaren Frisuren dem Unhold zu stellen, der eine Spur der Verwüstung auf seinem Weg durch das Land hinterlässt. Wohin er möchte verrät er nicht, dass er dabei aber alles zerstört, weil es ihm vermutlich einfach Spaß macht, ist offensichtlich. Immer wieder tritt die Justice League gegen ihn an, wird nach Strich und Faden von ihm verprügelt, bis schließlich alle unterliegen. Booster Gold kann gerade noch sein Schutzschild anschalten, dass er von Doomsday nicht zu Brei geschlagen dafür aber in hohem Bogen durch die Luft gestoßen wird.
Auftritt Superman, der Booster aus der Luft sammelt. Währenddessen versuchen es die restlichen Helden weiter, zerstören im Kampf ein Kleinfamilienhaus und als Supes auftaucht, versuchen sie ihre Kräfte zu bündeln, um mit allem auf ihn zu feuern, was sie haben. Leider ist das nicht genug und Batterien sowie auch deren organische Äquivalente erschöpfen sich. Doomsday ist an der Reihe und verprügelt wieder alle, bis nur noch Superman steht.

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Also wird Superman mehr verprügelt, als getötet?

Und so prügeln sie sich durch das ganze Land und man fragt, sich eher weniger, warum Doomsday so schlecht gelaunt ist, als viel mehr, warum Superman sich nicht eine coole Idee einfallen lässt. Soll er ihn doch einfach in die Sonne werfen oder das Green Lantern Corps um Hilfe bitten. Und wo ist eigentlich Batman? Ist die Justice League das einzige Heldenteam in den 90ern? Oder nur das einzige, dass sich so gerne verprügeln lässt?
Jedenfalls macht sich Doomsday natürlich auf den Weg nach Metropolis, wo auch schon alle völlig panisch sind. Menschen flüchten und andere steigen in Helikopter, um über das Spektakel zu berichten. Natürlich auch Jimmy Olsen und Lois Lane, die mit einem Helikopter immer dabei sind. Sie bemerken zwar, dass Superman ordentlich einstecken muss, machen sich aber kaum Sorgen, ist es doch schließlich Superman. Der ist so super, Mann, dem passiert schon nichts.

Und dann endlich stirbt Superman?

Und dann begreift Superman, dass Doomsday so unglaublich stark ist, dass nur eines hilft – er muss einfach alles geben. Alles. Er muss so doll zuhauen und sich so doll verprügeln lassen, dass nicht nur Doomsday dabei drauf gehen wird, sondern eben auch Superman selbst. Das ist es, was man als Held so tut. Und dann ist Superman so tot, wie es der Untertitel des Comics versprach und alle weinen.
Irgendwo in der Geschichte taucht auch noch Supergirl auf, die sich aber als was anderes entlarvt, dafür aber mit dem Sohn von Lex Luthor zusammen ist. Das habe ich auch nicht verstanden.

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Puh, traurig, oder?

Es ist ein bisschen lustig, weil der erste Teil des Comics eigentlich nur daraus besteht, wie die Jsutices League mit den schlechten Frisuren durch die Gegend geprügelt wird, während der Rest daraus besteht, dass Superman und Doomsday sich prügeln. Es ist ja nicht so, dass Superman noch andere Superkräfte hätte oder auch recht clever sei und das irgendwie zu seinem Vorteil nutzen könnte. Nö, da wird einfach nur geprügelt.
Etwas subtiler, und das ist schon ein bisschen interessant, ist da die Kritik an den Medien vorhanden. Direkt zu Anfang, als Superman noch sein Fernsehinterview gibt, merkt man, dass der Interviewer liebe pikante Informationen von ihm möchte, als nette Worte. Später, als Lois und Jimmy ihn per Helikopter verfolgen, wird das noch wesentlich deutlicher, weil ihm niemand hilft, aber alle eine total gute Story wollen. Die beste Story ist da wohl, dass er am Ende stirbt und der Daily Planet die Exklusivfotos hat.

Fazit: Vermutlich ist dieser Comic das perfekte Beispiel für Comics aus den 90ern. Die Zeichnungen sind sehr hell, die Helden denken sehr viel nach und erklären dabei die ganze Geschichte, die Frisuren und vor allem die Klamotten! Es ist alles so typisch 90er, dass man im Hinterkopf schon den Eurodance hören kann, während Superman sich durch den ganzen Comic prügelt. Es ist wirklich nicht mehr, als eine riesige Schlägerei auf 180 Seiten, aber das ist nicht schlimm, weil sich in diesem Kitsch auch eine gewisse Schönheit befindet. Und tatsächlich machte dieser Comic ja Schlagzeilen, war das doch in der Zeit, wo niemals jemand damit rechnen konnte, dass Superman irgendwie verletzbar sei. Bis sich die Leute eben Doomsday ausdachten, der genauso gut prügeln und auch genauso gut einstecken kann. Irre. Super.
Ich bin nur mal gespannt, von was die nächsten drei Teile der Serie handeln sollen. Superman ist ja nun schon tot.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar.