TeenageMutantNinjaTurtlesDieZeitenE4ndernsich_Comic_548[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 16.07.2013
Künstler: Kevin Eastman, Tom Waltz, Dan Duncan
Art: Softcover (enthält “Teenage Mutant Ninja Turtles” #1-4)
Seiten: 108
Sprache: deutsch
Preis: 12,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Passt auf, dass ihr nicht High-Threes verteilt!
Rating: 5 von 5 Cowabungas!

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Wenn TMNT-Miterfinder Kevin Eastman sich einer neuen Inkarnation seines Meisterwerks widmet, dann sollten wir alle die Ohren spitzen und die Lesebrille zurecht rücken, denn das hier dürfte nicht nur eingefleischten Fans der Figuren gefallen, sondern auch für Neulinge interessant sein. Ich selbst bin ja ein riesiger Fan der Ninja-Schildkröten, hatte ich doch als Kind eine riesige Sammlung an Figuren, die allerdings mittlerweile alle irgendwie verschwunden sind und langsam aber sicher von mir wieder nachgekauft werden. Leider ist das ein recht aufwändiges Unterfangen, aber das hat auch eigentlich nichts mit dem Comic hier zu tun, obwohl er menie zukünftige Sammlung nicht nur bereichert, sondern sogar noch verschönert!

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Ist denn alles so wie immer? Vier Turtles? Ein Sensei? Ooze?

Jein. Wir haben zwar vier Schildkröten, die Dank des Ooze zu mächtigen Ninjas werden, allerdings ist es in dieser Origin auch so, dass Splinter vorher eine Ratte und kein menschlicher Karatemeister war. Alle zusammen wurden in einem Labor als Versuchstiere gehalten, die durch einen Raub des Footclans entkamen, durch eine nUnfall mit dem Mutagen in Kontakt kamen und sich in mächtige Supersoldaten verwandelten. Leider wurde davon auch eine Katze namens Old Hob betroffen, die eine der Schildkröten, Raphael, gerne als nächtlichen Snack beanspruchen wollte. Während Splinter, der schon als Ratte für die Schildkröten sorgte und sie als seine Familie ansah, drei der Turtles retten konnte, war Raphael verschwunden und musste sich allein durch die Gassen New Yorks schlagen. Splinter gab die Hoffnung die auf den verlorenen Sohn noch zu finden, obwohl sich unter den anderen Turtles langsam Zweifel breit machte, ob Raphael denn überhaupt noch lebt. Und April O’Neil? Die war Praktikantin in jenem Labor und wurde von dem Überfall ebenso überrascht, wie die gutmütige Ratte.

Es ist also alles ein bisschen anders, aber genauso gleich

Im Detail ist die Origin der Figuren eine andere, im Großen und Ganzen aber eine total sinnige und logische, was das alles mehr als verkraftbar macht. Die Charaktere sind ja im Prinzip die gleichen. Donatello ist weiterhin der clevere Tüftler, Micheangelo der lustige Partyboy und Leonardo der treue Anführer. Tatsächlich macht das sogar ein bisschen mehr Sinn, ist doch Raphael vermutlich im Laufe der späteren Geschichte der raubeinige Einzelkämpfer, der vieles hinterfragt und gut allein klar kommt. Was er ja seit Beginn seines neuen Lebens eben auch musste.
Dieser nämlich musste ganz allein klar kommen, wusste nicht, woher er kommt und sieht nur die Reaktionen der Leute auf sein Aussehen. Eines Tages bemerkt er einen handgreiflichen Streit zwischen einem Vater und seinem Sohn, bei dem er interveniert. Es stellt sich heraus, dass der Sohn niemand anderes als Casey Jones ist, der zwar von seinem Vater misshandelt wird, aber auf ganz eigene Weise für Ordnung auf den Straßen sorgt – mit Hockeymaske und Baseballschläger. Da kommt ihm Raphael als Sidekick ganz gelegen.

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Und wird denn alles gut?

Die Geschichte an sich ist sehr düster und langsam erzählt und wird immer wieder von Rückblenden unterbrochen, in denen die Geschichte vor der Verwandlung der Mutanten erzählt wird. Natürlich läuft alles darauf hinaus, dass die vier Brüder samt Rattenvater zueinander finden, aber der Weg ist ein langer und mitunter auch sehr trauriger. Als Splinter seinen verlorenen Sohn allerdings in die Arme schließt – also man muss schon ein Herz aus Stein haben, um davon nicht gerührt zu sein. Old Hob ist zudem auch ein recht interessanter Gegner, obwohl wir schon einen kleinen Ausblick auf General Krang bekommen.
Generell wird mit Anspielungen auf vorherige Eigenheit der Turtles sehr schön umgegangen. Nicht nur, dass bereits hier einige der beliebten Charaktere auftreten, auch Dinge wie der Schlachtuf der Turtles, “Cowabunga”, werden angesprochen. Okay, Raphael findet ein Shirt, auf dem es steht, wirft es aber mit dem Kommentar, dass es totaler Unsinn ist, fort.
Außerdem tragen alle Turtles rote Augenbinden – yeah!

Du hast ganz vergessen über das Optische zu reden

Ich habe ganz vergessen über das Optische zu reden. Es ist klar, recht düster mit starkem Ausdruck und sehr schön in Szene gesetzten Actioneinlagen. Wenn ihr befürchtet, dass es so computergeneriert und bunt sein könnte, wie die neue Animationserie, kann ich euch total beruhigen. So sieht es in keinster Weise aus. Wenn ihr hofft, dass es wie die alte Cartoonserie aussieht, muss ich euch enttäuschen. Es sieht ganz anders aus. Ähnlich zwar, aber eigentlich gar nicht, dafür aber besser und echt toll.

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Fazit: Selbst, wenn ihr mit den Turtles noch nicht so viel zu tun hattet oder gar die alte Fernsehserie nicht geschaut habt, solltet ihr diesem Comic hier dringend eine Chance geben. Alte Fans entdecken viel bekanntes und bekommen trotzdem eine neue, sehr schöne und super toll geschriebene Geschichte, während angehende Fans vielleicht etwas entdecken, dass ihnen sehr viel Spaß bereiten könnte. Nein, wird! Sie wird euch allen total viel Spaß bereiten und ihr werdet euch dabei erwischt fühlen, wie ihr Sympathie für eine Ratte empfindet, was vermutlich auch nicht allzu oft geschehen dürfte. Ich liebe es. Die Turtles, sie sind wieder da!