marvel-now-panini

Neben DC hatte auch Marvel vor einiger Zeit einen Reboot, der allerdings gerne als weicher bezeichnet wird. Anders als DC starteten sie nämlich nicht ihr ganzes Universum in einem Rutsch neu, sondern liessen sich Serien einfach beenden, starteten sie mit anderen Creative Teams neu und liessen trotzdem andere Serien weiterlaufen. Also im Prinzip ist Marvel Now! das Ende alter Serien und der Beginn neuer und ähnlicher, während andere davon unangetastet sind. Comprende?
Was wird natürlich gern gemacht, weil man als Verlag natürlich Leser braucht und neue Serien mit großen Namen als kreative Köpfe ziehen neue Leser, wie sonst nur warme und vorgeschnittene Teigendprodukte.
Was sind das aber für Serien, die Panini da jetzt veröffentlicht? Und wie sind sie kombiniert? Und sind sie gut, besser oder schlechter als ihre Vorgänger? Lebt Deadpool wieder? Und kann man hier als neuer Leser einsteigen, ohne irgendein Vorwissen haben zu müssen? Und was ist eigentlich mit Tee? Diese und weitere Fragen versuche ich mal in folgendem Artikel zu klären, hoffend, dass ich nicht wieder welche vergesse.

Avengers #1

AVENGERS1_Heft_937[1]Erscheinungsdatum: 09.07.2013
Seiten: 52
Format: Heft (enthält “Avengers” #1+2)
Autor: Jonathan Hickman
Zeichner: Jerome Opena
Preis: 4,99 €

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

avengers-1Klar, “Avengers” ist bei Marvel immer schon ein Flagshiptitel gewesen, weswegen man um diesen, wenn man hauptsächlich Titel von diesem Verlag mag, wohl kaum herumkommt. Denn hier hat man sie echt alle! Captain America, Iron Man (die zwar grundverschieden sind, aber so die beiden Anführer sind), Hawkeye und Black Widow (da geht doch noch was) und natürlich Hulk und Thor.
Tony und Steve planen allerdings die Avengers auf ein neues Level zu heben, sehen sie sich doch in Zukunft massiveren Bedrohungen gegenübergestellt, als es bisher je der Fall war. Kaum den Gedanken zu Ende gedacht, wird die Menschheit auch schon von einem Schurken auf dem Mars bedroht, der sich selbst als Schöpfer sieht und einen Roboter dabei hat, der unwertes Leben tötet und sich wertes Leben weiterentwickeln lässt (Green Lantern lässt grüßen). Die Avengers unterlegen alle und nur der Cap kann sich retten, um schnell den Plan, den er mit Tony ersann, auszuführen – die Aufstockung der Avengers. Plötzlich haben wir ganz neue, weitere Helden im Team, wie Captain Marvel, Spider-Man, Wolverine und viele weitere.
An sich finde ich die Idee ganz nett, man muss aber dazu sagen, dass ich das wenig originell und spannend finde. Der Schurke ist ein generischer Psychopath, der seine Taten mit Floskeln rechtfertigt, die man so schon tausend mal hörte. Seine Waffe, eine Art Terraformingbombe, ist ganz cool und wurde offenbar auch schon öfter eingesetzt, aber irgendwie ist das alles komisch. Ich weiß noch nicht, ob das meins wird. Dafür ist hier aber ein echt schniekes Doppelposter drin.

 

Spider-Man #1

SPIDERMAN1_Heft_770[1]Erscheinungsdatum: 09.07.2013
Seiten: 52
Format: Heft (enthält “Superior Spider-Man” #1+2)
Autor: Dan Slott
Zeichner: Ryan Stegman
Preis: 4,99 €

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

spider-man-1Ich muss zu meiner großen Schande gestehen, dass ich die letzten Ausgaben der Spider-Man-Serie (ich glaube “Amazing…”?) nicht verfolgte, wo er mit der #111 starb und sich das Bewusstsein von Doc Ock ihn ihn übertrug, woraufhin dieser im Schnelldurchlauf alle Erinnerungen Peter Parkers verarbeitete. Aber es klingt cool. Und dieser Comic hier ist auch cool, denn Doc Ock, der jetzt Spider-Man ist, ist vielleicht die optimale Mischung aus beiden. Auf der einen Seite will er irgendwie Gutes tun, um seinem Leben einen Sinn zu geben und auf der anderen Seite ist er immer noch der kalkulierende Top-Wissenschaftler, der sich Geräte baut, die seine Arbeit erleichtern. Dafür tut er auch Dinge, die Peter Parker vielleicht nicht unbedingt gutheissen oder gar tolerieren würde, wie beispielsweise jemanden töten. Glücklicherweise ist aber noch irgendwo ein Stück von Peter vorhanden, der ihn als Geist verfolgt, ihn gerade so aufhalten kann, aber vor allem miterlebt, wie er sich an seine Mary Jane (die jetzt übrigens Topmodel und Disko-Inhaberin ist) schmeisst. Allerdings tut er auch Dinge, die Spider-Man nie tun konnte – zum Beispiel mit Mary Jane Schluss. So permanent.
Ach das macht Spaß und ist frisch und unterhaltsam, und wir haben trotzdem noch genug Peter Parker und ein bisschen neuen Spider-Man und alles macht total viel Spaß. Vor allem auch die Stelle, in der Spider-Man die fallende Mary Jane retten will, Geist-Peter aber schreit, dass ihr das das Genick brechen würde. So als kleiner Wink in die traurige Vergangenheit.
Außerdem ist ein echt großes und cooles Poster dabei. Yeah.

 

Wolverine & Deadpool #1

WOLVERINEUNDDEADPOOL1_Heft_126[1]Erscheinungsdatum: 09.07.2013
Seiten: 52
Format: Heft (enthält “Wolverine” #1, “Deadpool” #1)
Autor: Paul Cornell, Gerard D. Duggan, Brian E. Posehn
Zeichner: Alan Davis, Tony Moore
Preis: 4,99 €

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

wolverine1Deadpool starb ja bekanntlich in seinem letzten Heft (ODER DOCH NICHT???), ist jetzt aber wieder so zurück, als sei nie etwas gewesen. Okay, Daniel Way ist nicht mehr der Autor, was ein bisschen sehr schade ist, und er muss sich das Heft nun mit Wolverine teilen, was auch ein bisschen komisch ist. Bestimmt aber nur, weil beide Kanadier sind, abre ich will da niemandem Diskriminierung vorwerfen.
Die Geschichte des titelgebenden Wolverine ist, na ja, ganz okay. Es geht irgendwie um irgendetwas, das Menschen befällt und sie eigenartig handeln lässt. Ein Vater wollte mit seinem Sohn eigentlich nur Sneaker kaufen gehen, als der plötzlich zu einer Waffe greif und Leute (darunter auch Wolverine) damit verdampft. Kaum ist Wolverine geheilt, erlegt er den Vater und der zuvor noch schockierte Sohn macht genau so weiter, überfährt noch ein paar Menschen mit einem Polizei-Auto und macht sich dann aus dem Staub. Klar, dass Wolverine da ermitteln muss. Die beste Stelle aber eigentlich ist, als eine befreundete Polizistin den Jungen erschiessen will und Wolverine die Kugel an der Mündung der Pistole mit der Hand abfängt, als sei es eine Kleinigkeit, was es für ihn ja auch ist.
Deadpool hingegen kämpft gleich direkt zu Anfang gegen ein fieses, großes, godzillaähnliches Monster, wird gefressen und schneidet sich aus deren Leib. Die eigentliche Geschichte handelt aber von einem Nekromanten, der verstorbene Präsidenten wiederbelebt, weil das Land ja bekanntlich vor die Hunde geht. Diese Zombiespräsidenten haben aber nicht vor das Land zu retten und so muss Deadpool, von Shield angeheuert, für Ordnung sorgen.
Man merkt, wie sehr Daniel Way der Figur damals seinen Stempel aufdrückte, da einem sein Einfluss ein wenig fehlt. Okay, es ist immer noch blutig und abgefahren, aber beispielsweise seine Gedankenstimmen fehlen total.Spaß macht es aber trotzdem, obwohl es weit weniger Abgefucktness und Anarchie beinhaltet. Aber vielleicht wird das ja.
Wolverine ist… na ja… ganz nett. Eben genau so, wie man es erwartet, aber auch nicht richtig besonders. Aber okay.

 

Iron Man & Hulk #1

IRONMANHULK1_Heft_656[1]Erscheinungsdatum: 23.07.2013
Seiten: 52
Format: Heft (enthält “Iron Man” #1, “Indestructible Hulk” #1)
Autor: Kieron Gillen, Mark Waid
Zeichner: Greg Land, Leinil Yu
Preis: 4,99 €

Kaufbar bei Amazon oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Neben Deadpool und Wolverine müssen sich auch Iron Man und Hulk nun ein Heft teilen. Wie das zustande kommt – es ist mir ein Rätsel. Iron Man, auf der einen Seite, muss ganz dringend das mittlerweile gut bekannte Virus Extremis zurückbeschaffen, das seine Freundin (es ist kompliziert) entwickelte. Auf einer Auktion muss er dann gegen Extremis-Mutanten kämpfen, aber eigentlich geht es er darum, was man damit anstellen kann, was es genau ist und weniger darum, was man bisher damit tat. Weil eigentlich erschaffen die Leute ja immer nur feuerspuckende Übermenschen. Die Geschichte ist allerdings ganz nett, weil Tony hier ein halbes Heft lang versucht eine Frau aufzureissen, bis sich herausstellt, dass sie sich eher dümmlich stellt, es aber eigentlich nicht ist, was Pepper Potts auch eher ankotzt. Außerdem ist seine Rüstung nun eher schwarz und gelb, aber das ist nichts besonderes.
Hulk, bzw. Bruce Banner, hingegen versucht bei SHIELD Fuss zu fassen und weiterhin den Hulk in sich zu kontrollieren. Er will für sie arbeiten, uneingeschränkte Mittel und ein cooles Labor und will dafür schnieke Ding erfinden, weil er superclever ist. Außerdem dürfen SHIELD ihn in seinen Hulkphasen jederzeit einsetzen, um für Ordnung zu sorgen, was auch direkt (mittels Brett an Kopf!) ausprobiert wird. Mark Waid, Ladies and Gentlemen. Selbst, wenn in einer Geschichte von Mark Waid nicht viel passiert, hat sie überaus gute Ideen und wird mindestens durch ihre Dialoge getragen, was auch genau hier der Fall ist. Mit diesem Bruce Banner muss ich zwar erst warm werden, aber hui. Ich glaube das geht ganz schnell.

 

Die neuen X-Men #1

DIENEUENXMEN1_Heft_717[1]Erscheinungsdatum: 23.07.2013
Seiten: 52
Format: Heft (enthält “All New X-Men” #1-2)
Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Stuart Immonen
Preis: 4,99 €

Kaufbar bei Amazon oder direkt bei Panini mit Leseprobe bei mycomics.

Es ist schwer davon auszugehen, dass dies hier die wichtigste X-Men-Serie im Panini-Marvel’verse werden könnte, was man allein schon an Brian Michael Bendis festmachen kann. Allerdings frage ich mich gerade, die wieviele Inkarnation der klassischen X-Men in den letzten 3 Jahren das ist? Vielleicht die dritte? Egal.
Die Welt geht vor die Hunde, denn Cyclos hat sich mit Magneto zusammengetan und scharrt nun junge Mutanten um sich, um eine Revolution anzuzetteln, nachdem er ja in AvX auch schon Professor X tötete. Storm, Wolverine und die anderen wissen natürlich, dass das genau der falsche Weg ist und letzlich bringt gerade Iceman Beast auf die glorreiche Idee, in die Vergangenheit zu reisen und die ursprünglichen X-Men in die Zukunft zu holen, dass sie ihm zeigen, wie falsch er liegt.
Das Problem ist nur, dass Beast langsam stirbt, weil eine erneute Mutation bei ihm auftritt, die er vielleicht nicht überlebt. Die Kids sind also in der Zukunft gefangen, wollen sich aber mit dem Problem befassen.
Zeitreisen, puh. Das kann gut sein, muss es aber nicht, allerdings traue ich Bendis da echt viel zu, zumal das hier auch eine Serie ist, die unerfahrenen X-Men-Enthusiasten Spaß bereiten kann, ohne sie völlig zu überfordern, was ja immer auch ein bisschen mein Problem ist. Die X-Men sind cool, keine Frage, aber vor allem in der Mischung hier könnte das echt äußerst unterhaltsam werden.

 

Fazit

Im Großen und Ganzen kann man glaub ich sagen, dass wir hier fünf echt super coole Serien haben, die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte. Einfacher kommt man bestimmt nicht in das Marvel-Universum und gerade Deadpool (na ja, mit Wolverine), werde ich wohl auch weiter verfolgen. Vielleicht auch die X-Men und Hulk ist ja auch ziemlich cool. Überrascht hat mich auf jeden Fall der Spider-Man und etwas enttäuscht die Avengers, aber vielleicht muss man da auch erstmal reinkommen.

 

Das Wichtigste kommt zum Schluss!

Übrigens hat Panini da gerade ein Angebot, das ihr vermutlich nicht ablehnen könnt. Ihr könnt alle fünf Serien ins Abo nehmen, müsst aber nur vier davon bezahlen (mit DC-Serien geht das übrigens auch). Ich glaube, da kann man dann auch nochmal die Avengers mitnehmen, oder? Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für die Rezensionsexemplare!