TheLastOfUs_Comic_cvr_rgb[1]Herausgeber: Cross Cult
Veröffentlicht: 31.07.2013
Künstler:  Faith Erin Hicks, Neil Druckmann
Art: Softccover
Seiten: 104
Sprache: deutsch
Preis: 14,80 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Trotz der für Cross Cult etwas ungewöhnlichen Größe, ist es noch sehr gut hantierbar und öffentlich lesbar
Rating: 3 von 5 Pilzköpfen hätten das gerne gelesen, aber die haben ja gar keine Augen mehr!

Kaufbar bei Amazon(Partnerlink) oder direkt bei Cross Cult, mit ausführlicher Leseprobe.

Natürlich habt ihr schon von “Last Of Us” gehört, einem Spiel (exklusiv für die Playstation 3) das nicht nur überaus erfolgreich ist, sondern auch total großartig sein soll. Gespielt habe ich es zwar nicht, aber man muss schon blind sein, wenn man nicht zumindest in groben Zügen mitbekommen hat, worum es hier geht. Offenbar nämlich sorgt ein Pilz dafür, dass Geschwüre auf den Köpfen der Menschen wachsen und sie zu zombieähnlichen Wesen werden lassen – aggressiv und unbarmherzig. Die Welt steht am Abgrund und das Spiel verfolgt die Geschichte von Ellie und Joel, wie sie versuchen in dieser von der Seuche zerstörten Welt versuchen zu überleben. Während das Spiel am Anfang noch die Geschichte von Joel erklärt (okay, ich habe ein Let’s Play gesehen), schweigt es sich doch über Ellies Vergangenheit aus, denn diese Aufgabe übernimmt nun der Prequelcomic. Ob es sich hierbei auch wieder nur um mittelmäßige Lizenzware handelt, ob der Comic die Welt des Spiels erweitert und ob er auch eigenständig funktioniert, erfahrt ihr in folgender Review.

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Und was hat die gute so vor ihrem Abenteuer im Spiel angestellt?

In dieser Welt ist es nämlich so, dass sich jede Waise mit dem Beginn des 13. Lebensjahrs entscheiden muss, ob sie ihr Glück auf eigene Faust sucht, oder lieber in den Dienst der Armee tritt, um auf dem vielleicht verlorenen Posten weiter zu kämpfen. Allerdings ist Ellie ein Mädchen, dass mehr vom Ärger gefunden wird, als ihn wirklich sucht. Direkt an ihrem ersten Tag im Internat trifft sie auf die etwas ältere, aber ebenso störrische Riley, mit der sie nicht nur das Internat, sondern auch die verbotenen Zonen um die Schule herum erkundet. Sie lernt reiten, sich zu wehren und eben auch, dass Riley viel lieber mit den Fireflies losziehen würde, einer Gruppe von Leuten, die zwar den Pilz bekämpfen, aber dem Militär nicht sonderlich wohl gesonnen gegenüberstehen.

Das klingt ein bisschen trivial, oder?

Das ist ja jetzt auch nur ein grober Umriss der Geschichte, tatsächlich aber werden hier zwei Charaktere wirklich ausführlich gezeichnet und man erfährt Dinge über Ellie, die für Fans des Spiels sicherlich überraschend sein könnten. Beispielsweise woher die ihr Messer hat oder dass sie doch nochmal Kontakt zu ihrer Mutter hatte. Das ist sicherlich für Leute, die das Spiel erlebten (es ist ja ein bisschen mehr als einfaches Spielen) ein schöner Wink und sorgt für eine Vollständigkeit, zeichnet für Leute, die mit dem Spiel gar nichts zu tun hatten, einen viel runderen Charakter, wodurch sich die Geschichte wie eine Episode eines Mädchens in einer völlig kaputten Welt anfühlt.

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Also kann man hier auch Spaß haben, wenn man von dem Game gar nichts weiß?

Unbedingt! Wie gesagt sah ich ja ein Let’s Play, wenn auch nur ein paar Folgen am Anfang, und ich hatte beim Comic nie das Gefühl, irgendwelche Dinge nicht zu wissen, die jetzt wichtig für die Geschichte wären. Das mag daran liegen, dass es sich hierbei um ein Prequel handelt, tatsächlich sorgt es aber dafür dass man ungeheuer viel Lust darauf bekommt, zu erfahren, wie es mit der kleinen Ellie weitergeht.
Darüberhinaus hat man hier eher eine Art ganz wundervoller Kurzgeschichte aus einer Welt, die schon lange nicht mehr unsere ist, mit ganz tollen Artworks, starken Charakteren und ordentlich viel Storytelling. Natürlich kommt aber auch die Action nicht zu kurz, steht dabei allerdings nicht im Vordergrund.

Also hat es auch optisch etwas zu bieten?

Die Zeichnungen sind tatsächlich unglaublich schön anzuschauen. Sie sind düster, reduziert, aber doch detailreich, man entdeckt in verschiedenen Ecken immer wieder Neues und tatsächlich wirken sie auf mich auch ein bisschen, wie ausführlichere, wenn nicht gar differenziertere Zeichnungen von Bryan Lee O’Malley. Auch, wenn ich natürlich weiß, dass sie nicht von ihm stammen, aber Einflüsse sind schon ein bisschen erkennbar. Nichtsdestotrotz sind sie sehr schön, sehr düster, gemäßigt an richtiger Stelle und alles in allem äußerst passend und sehr ausdrucksstark.

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Fazit: Lizenzware lässt immer erst die Alarmglocken läuten, gibt es da doch wirklich viel Mist, der von einem fremden ins Comicmedium transportiert wurde. Tatsächlich war ich hier aber mehr als angenehm überrascht, haben wir hier zwar eine Geschichte, die eigentlich auf einem Videospiel basiert, trotzdem aber allein erstaunlich gut funktioniert. Die Zeichnungen sind erstklassig und die Stimmung der Geschichte angenehm bedrückend. Vermutlich ist dieser Comic sowieso für jeden Pflichtlektüre, der das spiel spielte, aber diejenigen, die zuerst Hand an den Comic legten, kommen vermutlich nur sehr schwer um das Spiel herum.

Disclaimer: Vielen Dank an Cross Cult für das Rezensionsexemplar