DEADPOOLKILLUSTRIERTEKLASSIKER_SC_362[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 05.11.2013
Künstler: Cullen Bunn, Matteo Lolli
Art: A4-Softcover (enthält “Deadpool Killustrated” #1-4)
Seiten: 116
Sprache: deutsch
Preis: 12,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Siehe die beiden Panels hier in der Review, wollt ihr das?
Rating: Die Helden der Literatur sind vielleicht nicht begeistert, wir schon!

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Cross Cult, mit ausführlicher Leseprobe.

Vermutlich erinnert sich der ein oder andere Leser noch an die Review (oder gar den Comic selbst) zu “Deadpool killt das Marvel-Universum“, denn ich habe hier genau drei sehr gute Nachrichten für euch: Es gibt eine Fortsetzung, sie ist bereits bei Panini erschienen und hier kommt die Review! Ob die Fortsetzung mit dem ersten Teil mithalten kann, wie direkt die Fortsetzung ist und ob man den ersten Teil gelesen haben muss, um diesen hier ordentlich geniessen zu können, erfahrt ihr natürlich in dieser kleinen Review.

Wen tötet Deadpool denn nun jetzt dieses Mal?

Während Deadpool im ersten Teil noch alle Superhelden des Marvel-Universums auf höchst spektakuläre und möglichst grausame Art tötete, geht er hier einen Schritt weiter. Er, oder viel mehr diese eine neue Stimme in seinem kopf, welche die anderen verdrängte und ziemlich absurde Ideen hat, erkennt nämlich, dass viele der Marvel-Helden auf Charakteren aus Klassikern der Literatur beruhen. Allein Drakula hat mehrere Vampir-Figuren inspiriert, weswegen der nächst logische Schritt natürlich ist, in die Ideenwelt (so wird das Universum genannt, in denen literarische Figuren leben) zu reisen, um dort alles un jeden zu töten, damit die Helden in den verschiedenen anderen Realitäten gar nicht erst erschaffen werden. Man muss das Problem quasi an der Wurzel packen, statt nur die Auswüchse zu bekämpfen. Klar. Irgendwo macht das Sinn.
So kommt es jedenfalls, dass Deadpool sich mit Moby Dick, Frankenstein (sein Monster wird sein Mitstreiter), Drakula, Tom Sawyer und vielen anderen Figuren anlegt. Natürlich gibt es aber auch jemanden, der sein Schaffen verhindern und die Ideenwelt retten will: Sherlock Holmes. Dieser scharrt dazu Mulan, Beowulf, Lederstrumpf und natürlich auch Watson um sich. Aber können sie ihn aufhalten?

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Muss ich jetzt auch noch den Vorgänger lesen, ey?

Nein eigentlich gar nicht. Was man halt wissen muss, ist, dass Deadpool gerade durch das Multiversum zieht und Helden umbringt, aber das wird auf den ersten paar Seiten relativ schnell deutlich, indem er beispielsweise auf einen Haufen erlegter Spider-Mans blickt. dafür hat man aber recht schnell recht viel Spaß daran ihm beim Töten bekannter Figuren der Weltliteratur zuzuschauen. Welche das sind erkennt man nicht immer sofort, aber glücklicherweise gibt es am Ende noch ein praktisches Nachwort von Christian Endres, in dem sie uns der Reihe nach genannt werden.

Auf einer Skala von 1 bis Hackfleisch von Aldi, wie explizit ist es gezeichnet?

Ungefähr asiatische Fleischtheke. Aber das ist ja auch das, was man bei einem Comic dieser Art erwartet. Wenn ein Comic schon das Töten im Titel trägt und da auch noch Deadpool der Hauptprotagonist ist, will man natürlich kreative Arten des Tötens in höchst expliziten Bildern sehen. Ich glaube, da wird man auf jeden Fall nicht enttäuscht. Tatsächlich ist es sogar ziemlich schön und mitunter sogar ziemlich clever gezeichnet. Beispielsweise die eine Seite, in der Tom Sawyer das zeitliche segnet. Man sieht lediglich den berühmten Gartenzaun, den er anstreichen sollte, und wie er seinen Freunden die Arbeit schmackhaft macht, bis plötzlich ein paar rote Spritzer auf den weißen Gartenzaun treffen. Wie gesagt, clever.

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Und sonst so?

Mir hat der Comic unglaublich viel Spaß gemacht. Man sollte vielleicht keine hohe Literatur erwarten, auch, wenn sie hier erwähnt wird, aber doch ein bisschen Cleverness, ein paar gute Ideen und eben auch genau das, was man erwartet. Man wird also auf keinen Fall enttäuscht und bekommt für das artige Lesen am Ende sogar noch einen One-Shot, der eine weibliche Deadpool (Wanda Wilson) aus einem alternativen Universum begleitet. Das ist dann nochmal auf ganz andere Weise eigenartig, aber witzig. Aber auch ein bisschen eklig. Und witzig. Ihr wisst schon.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar