MARVELSEASONONETHOR_SC_920[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 05.11.2013
Künstler: Matthew Sturges, Pepe Larraz
Art: Softcover (enthält komplett “Thor: Season One”)
Seiten: 116
Sprache: deutsch
Preis: 14,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Thor finden doch alle gut, damit findet man schnell Freunde
Rating: 4 von 5 Schmiedewerkzeuge

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Spätestens seit dem neuen “Thor: The Dark World” ist die Marvel-Variante des nordischen Gottes allen bekannt. Seit dem ersten Teil glaubt man vielleicht auch zu wissen, was eigentlich seine Origin ist. Oder? Weiß man das wirklich? Natürlich gibt es einige Comics, die das behandelt haben, zu allererst natürlich seine eigene Serie, damals Anfang der 60er. Aber wie es eben so ist, müssen Dinge manchmal auch modernisiert werden, um dem Zahn der Zeit zu entgehen. Dabei hilft uns die “Season One”-Reihe, die immer wieder bei Panini erscheint. Was in dieser Origin-Geschichte passiert, ob es so anders ist, als im Film und ob es tatsächlich auch Spaß macht, erfahrt ihr in folgender Review.

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Wie ist denn nun dieses Mal die Origin?

Eigentlich blieb alles beim alten, klar, aber noch eigentlicher blieb alles beim ganz alten. Im Film wurde Thor ja lediglich als er selbst auf die Erde geschickt, um Demut zu lernen. Im Comic, und auch im originalen Original, war es aber so, dass Thor in einen gebrechlichen Körper ohne jegliche Erinnerung an sein eigentliches Leben gesteckt wurde, der auf den Namen Dr. Donald Blake hört und Arzt ist. Während er mit seiner Freundin im Anwesen seiner Eltern Urlaub macht, wird er von Steinriesen angegriffen. Aus Panik klopft er mit seinem Gehstock auf den Boden und verwandelt sich in den Donnergott Thor.
Währenddessen freut sich natürlich Loki, der schon herausbekam, dass er eigentlich der Spross der feindlichen Eisriesen ist und Thor mittels einer Intrige von seinem Vater Odin aus Asgard verbannen lies.
Während Dr. Blake also mit seiner merkwürdigerweise fehlenden Erinnerung und seinen neuen Fähigkeiten kämpft, gleichzeitig aber eine Praxis aufbauen will, strebt Loki noch weitaus größere Ziele an – die Rache an seinem Vater. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück den ahnungslosen Thor angreifen zu lassen und seinen Vater Odin und den König der Eisriesen in ein Duell zu verwickeln, bei dem Odin tödlich verletzt wird.

Das klingt nach viel mehr, als im Film abging.

Tatsächlich! Die Geschichte wird von den drei Nornen erzählt, die das Schicksal der Menschen spinnen, was eine nette objektive Perspektive auf die Geschehnisse schafft. Darüber hinaus ist die Geschichte wesentlich komplexer, als man es mitunter von dieser Serie gewohnt ist. Loki ist ein ganz wunderbar gezeichneter Charakter und gerade das innere Zerwürfnis von Thor, welche seiner Identitäten nun die richtige ist, stellt eine ziemlich interessante philosophische Frage, welche Person nun wertvoller ist – Donald Blake, weil er irgendwie ein bisschen von Jane Foster geliebt wird, oder Thor, weil er das Erbe seines Vaters antreten und die Erde beschützen muss.
Dabei ist die Geschichte auch mit schönen Nebencharakteren gespickt, die auch alle eigene, gut entwickelte Persönlichkeiten besitzen und nicht nur schnödes Beiwerk sind. Die gute Entwicklung der Charaktere geht sogar so weit, dass man am Ende erkennt, dass Loki gar nicht der Superschurke ist, für den man ihn vielleicht die ganze Zeit hält, sondern viel mehr ein beleidigter, kleiner Junge mit viel zu viel Macht ist. Grauzonen machen Spaß und dieser Comic spielt ziemlich gut mit ihnen.
Dabei ist der Comic auch optisch ziemlich hübsch. Er ist zwar nicht super aufwändig, aber wirklich schön anzuschauen, an den richtigen Stellen aufgeregt, hauptsächlich sehr bunt, zusammen mit der Geschichte aber genau richtig und sehr unterhaltsam.

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Fazit: Vielleicht ist dies nicht der beste Thor-Comic, allerdings ist es eine sehr schöne und in sich sehr logische und toll gemachte Modernisierung der Origin des Helden. Für einen ersten Eindruck des Helden ist es aber allemal genug und im Vergleich zu anderen Ausgaben der Reihe ist er einer der besten eben jener. Während die Reihe ja bekanntlich äußerst durchwachsen ist, haben wir hier endlich mal wieder eine sehr, sehr gute Ausgabe.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar