JENNIFERBLOOD3MDCHEALLEINGENDCGTNICHT_Softcover_368[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 19.11.2013
Künstler: Al Ewing, Kewber Baal, Eman Casallos
Art: Softcover (enthält “Jennifer Blood” #13-18)
Seiten: 148
Sprache: deutsch
Preis: 18,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Ich glaube in U-Bahnen kann man alles lesen. Es kommt halt auf die Linie an.
Rating: 1 von 5 geistern verstorbener Polizisten mochten das.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Viele kennen die gute Jen Fellows als treue Ehefrau, Hausmütterchen und gute Nachbarin, denn so ziemlich niemand weiß, dass sie im ersten Band bereits ihre ganze alte Gangsterfamilie, die Blutes, auslöschte und im zweiten Teil versuchte ihre Spuren zu verwischen. Das ging alles ziemlich blutig von statten, während sie immer darauf bedacht war ihr Image zu wahren, um bloß kein Aufsehen zu erregen. Jetzt geht es im dritten Teil der Serie weiter, doch womit eigentlich? Sind nicht schon alle Geschichten erzählt?

Ja was kann man über die gute Jen denn noch erzählen?

Zum Beispiel gibt es da die Polizistin Elaine Pruitt, dessen Kollege von Jennifer Blood umgebracht wurde. Die Gute ist nun auf Rache aus, spricht dabei mit dem Geist ihres verstorbenen Partners, und handelt eher außerhalb der polizeilichen Routine. Und dann ist da auch noch Jennifers Mann Andrew, der nach Jahren eine alte Freunde (eine sehr, sehr gute Freundin) wieder trifft, die einen wichtigen Platz in seinem Leben hatte, bevor Jennifer in jenes trat. Das kann eine Blute natürlich nicht auf sich sitzen lassen ist doch der Schein nach außen das wichtigste in ihrem makaberen Spiel.

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Also wie viel Leute sterben dieses Mal?

Tatsächlich sterben weniger Leute als in den anderen Teilen, dafür sind die Tode in dieser Ausgabe mehr als überraschend. Dass die Polizistin stirbt ist relativ klar, und dass sie sich um die Sache mit Andrews verflossener kümmern muss ist noch ein bisschen klarer. Dass die Jennifer allerdings völlig geistesgestört ist und mittlerweile gar kein Problem mehr damit hat, irgendjemanden zu töten, wird spätestens klar, als sie die Freundin Andrews in ihrem Bett anzündet. Richtig furchtbar wird es allerdings, als Andrew selbst dahinter kommt, was sie die ganzen Nächte so getrieben hat. Wirklich richtig furchtbar. Und genau das ist irgendwie auch der Punkt, an dem der Comic versucht gut zu sein, es aber aufgrund der Härte irgendwie nicht schafft.

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Der Comic ist zu hart um gut zu sein?

Eigentlich ist es ja Jennifers Bestreben gewesen den Status Quo aufrecht zu erhalten, um bloß keinen Verdacht auf sie zu lenken. Während ihr Handeln im ersten Teil noch klar von Rache getrieben wurde und sie dabei alles klar und analytisch anging, darauf bedacht war, keine Fehler zu begehen, habe ich hier ein bisschen das Gefühl, dass ihre Morde extra brutal inszeniert werden. Die Geschichte mit Andrews Ex-Freundin wirkt total inszeniert und die Stelle, an der er ihr Geheimnis aufdeckt, wirkt völlig übertrieben. Eher wie eine Ode an die brutale Gewalt, als wirklich wie der verzweifelte Versuch eines betrogenen Mädchens sich an ihren Peinigern zu rächen. Es ist einfach hart, ohne sinnig zu sein. Es wirkt ein bisschen aufgesetzt, als ob man einen derben Cut braucht, um endlich aus der Vorstadt in die weite Welt entfliehen zu können. Ob es daran liegt, dass hier nicht mehr Garth Ennis der Autor ist, kann ich nicht so genau sagen, obwohl sich diese Entwicklung schon im zweiten Teil abzeichnete. Aber wenigstens sind die Cover von Tim Bradstreet immer noch totale Knüller.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar