GREENLANTERN22_Heft_373[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 11.03.2014
Künstler: Geoff Johns, Doug Mahnke
Art: Heft (enthält “Green Lantern” 20)
Seiten: 76
Sprache: deutsch
Preis: 4,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Für euch Nicht-Comicleser: Das ist wie wenn eure Lieblingsserie endet. Wollt ihr diese Gefühlsausbrüche in der Öffentlichkeit?
Rating: 9 von 9 leuchtende Laternen

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Mit dieser Ausgabe der grünen Laternen endet in Deutschland nicht nur eine der spannendsten und komplexesten Storylines seit der Blackest Night, sondern vor allem auch eine Ära. Denn dies ist nämlich die letzte Ausgabe, bei der Geoff Johns, der sich über die letzten zehn Jahre die Geschichten ausdachte und den Epos zu dem machte, was er heute ist, als Autor seine Finger im Spiel hatte. Ob sein Tun zu einem würdigen Abschluss fand, ob die Story zufriedenstellend aufgelöst wurde und ob es Grund zur Trauer gibt, erfahrt ihr in folgender Review.

Zehn Jahre, puh
Die neue Green Lantern nahm mit “Rebirth” ihren Anfang, in der erzählt wurde, wie sich Hal mittels seiner Freunde vom Einfluss Parallax befreien konnte, setzte sich in dem Sinestro Corps War fort, in der Sinestro sein eigenes Corps gründete, im die Guardians zu besiegen, führt unweigerlich zur Blackest Night, in der die Toten auferstanden, und gipfelte schließlich im Geheimnis der ersten Lantern. Zwischendurch gab es natürlich immer wieder andere spannende Stories, die irgendwie auch alle miteinander in Verbindung stehen, allerdings sind das die Meilensteine, an die GL-Fans gerne zurückdenken dürften.
Als wir unsere Helden das letzte mal besuchten, sah alles ganz furchtbar aus. Volthoom schien übermächtig und auch, wenn Mogo endlich wieder da war, schien ein Sieg doch in weiter Ferne, zumal sich auch die Red Lanterns um den neugeborenen Atrocitus anschickten die Wächter zu besiegen. Hal war tot, Sinestro war ob der Zerstörung Korugars verzweifelt und griff zur gelben Laterne und die Wächter selbst waren selbst schon lange nicht mehr in der Lage das Unheil abzuwenden, so sie das denn überhaupt wollten.
Da traf Hal einen folgenschweren Entschluss – den Freitod. Er wählte ihm um Black Hand den schwarzen Ring abzunehmen, um eine weitere Armee auf das Spielfeld gegen Volthoom zu führen und traf auch gerade rechtzeitig ein, was allerdings nur dafür sorgte, dass Volthoom sich ganz auf ihn konzentrierte und die anderen aus dem Geschehen ausschloss.
Und was tut Sinestro? Was tut dieser geniale, besessene, abgrundtief verstörte Schurke, der eigentlich nur das Universum retten wollte? Er greift zu einer Geheimwaffe, die viel mehr ein Doomsday-Device ist, fliegt zur Green Lantern Batterie und befreit die Gelbfehler, um ihn in sich aufzunehmen. Er ist nämlich schon lange keine unbedeutende Lantern mehr, er ist die personifizierte Angst und so stark, dass er Parallax kontrollieren kann, was bisher noch nie jemand schaffte. Mit seiner Macht kann Sinestro Volthoom so lange aufhalten, dass Hal Jordan Nekron beschwören kann, um ihm den Rest zu geben.

green-lantern-22-1

Das scheint ein unglaublich wilder Ritt zu sein
Wenn man damals schon bei der “Blackest Night” Probleme hatte der Geschichte zu folgen, wird man hier völlig verzweifeln, wenn man nicht einen Großteil des Epos mitbekommen hat. Aber das ist es auch genau, was so viel Spaß macht, denn wenn man ein Fan der Serie ist und so gut wie alles verschlungen hat, freut man sich, dass alles irgendwie zu einem mehr als runden Ende führt.
Ich schätze aber auch, dass die Erzählweise einen Großteil dazu beiträgt. Denn anders, als alle anderen Ausgaben der Serie, wird diese hier aus der Zukunft erzählt, in der ein junger Rekrut eine Art Hüter des Wissens (vermutlich Sinestro, aber das wird nicht gesagt) nach der Geschichte von Hal Jordan fragt. Daher kommt es eben auch, dass wirklich jeder der wichtigen Charaktere einen Abschluss bekommt. Beispielsweise enden John Stewart und Fatality als Paar auf der Erde, wo er als Senator kandidiert, Guy Gardner verbringt seinen Lebensabend in Weltraumbars, Hal Jordan und Carol Ferris können endlich heiraten und eine Familie gründen und sogar der Saint Walker wird am Ende nochmal glücklich. Atrocitus und Larfleeze natürlich nicht, aber das liegt ja in deren Art.
Und die Guardians? Nun… eben auch Sinestro konnte sein Ziel erreichen. Was er aber vor dem Universum verheimlich ist, dass er Ganthet und Sayd verschonte. denn sind wir mal ehrlich – die beiden waren die einzig guten Wächter.
Die einstigen Bewacher von Volthoom sind nun die neuen Anführer des Green Lantern Corps verfügen aber noch über ihre Emotionen, weswegen sie wohl auf absehbare Zeit keinen Unsinn anstellen sollten.

green-lantern-22-2

Sind wir glücklich?
Und wie! Sogar mehr als das, denn diese Ausgabe fühlt sich wirklich wie ein sehr, sehr gutes und zufriedenstellendes Ende an. Persönlich habe ich oft ja ein Problem damit, wenn Dinge enden und auch, wenn die Serie selbst weiter geht und wir noch eine Ausgabe bekommen, welche die Nachwehen dieser Story behandelt, ist halt Geoff Johns nicht mehr dabei und was das bedeuten kann, weiß ja niemand so genau. Aber es war toll. Die letzten zehn Jahre waren toll, diese Ausgabe ist großartig und sogar so gut, dass ich mitten drin Gänsehaut bekam und sie direkt ein zweites und drittes Mal lesen musste, weil hier so viele Dinge geschahen, die ich beim ersten Mal nicht begreifen konnte. Und das passiert mir bei einem Mainstream-Titel wirklich selten. Nun also meine Bitte an euch: Lest das alles, damit wir drüber reden können. Wenn ihr eure Lesehandschuhe mitbringt, könnt ihr das auch mal bei mir durchblättern und wenn ihr keine habt, dann kann ich euch welche borgen.