SUPERAGENTFRANKENSTEIN228VON229_Softcover_250[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 08.04.2014
Künstler: Matt Kindt, Alberto Ponticelli
Art: Softcover (enthält: “Frankenstein, Agent of SHADE” #0 & #10-16)
Seiten: 180
Sprache: deutsch
Preis: 16,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Zur Not sieht das ja irgendwie wie klassische Literatur aus.
Rating: 2 von 5 Finger einer untoten Hand.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Es ist jetzt schon eine ganze Weile her, dass ich euch hier den ersten Band der Serie vorstellte. Jetzt geht es weiter mit Frankensteins Monster, der sich her selbst Frankenstein nennt und für eine geheime Organissation namens S.H.A.D.E. gegen andere Monster kämpft, dabei in Selbstzweifeln versinkt und so gut wie alles opfert, um die Menschheit, die ihn so verachtet, zu retten. An seiner Seite stehen natürlich noch ein paar weitere Helden, aber ob sie vereint gegen einen Leviathan und sogar gegen einen Maulwurf bei S.H.A.D.E. bestehen können, erfahrt ihr in folgender Review.

Frankensteins Monster als einer der Guten?

Wenn sich ein Verräter in den Reihen einer geheimen Organisation befindet, die sich mit allerlei übernatürlichen Dingen beschäftigt, dann ist die kacke ganz offensichtlich sehr am Dampfen. Wir reden hier von tötenden Riesenkäfern und noch größeren Wesen, genannt Leviathan, die so groß sind, dass sich ganze Städte in ihnen befinden, wohin S.H.A.D.E. nicht mehr gebrauchte und unbequeme Agenten abschiebt. Da braucht es schon jemanden, der nicht nur nahezu unsterblich ist, sondern eine so kaputte Persönlichkeit besitzt, dass er solche Schrecken mühelos bestehen kann. Die Rede ist natürlich von Frankenstein, der momentan von Selbstzweifeln zernagt wird, fragt er sich doch, was er Gutes tun kann, wenn er doch selbst aus Teilen von Mördern und anderen Verbrechern besteht.
Em Ende wartet aber eine noch viel größere Prüfung auf ihn und seine Freunde: Das Rot!
Das Rot stammt aus einer sehr umfangreichen Storyline von “Animal Man”, die auch in “Swamp Thing” aufgegriffen wurde und, entgegen dem Grün, für das Verderben, die Fäulnis und schlichtweg den Tod steht. Es korrumpiert, vernichtet und ist einfach eklig. Allerdings ist Frankenstein die perfekte Waffe dagegen, ist er doch selbst mehr tot als lebendig, weswegen ihm das Rot nicht viel anhaben kann. Allerdings ist da auch noch sein Schöpfer, der im Dienste des Rot steht, und so einige Kniffe kennt, um Frank das Leben schwer zu machen.

1395835615_image08[1]

Aber macht das alles Sinn?

Anfangs hatte ich noch “Swamp Thing” verfolgt, weswegen ich mit der Story um das Rot noch etwas anfangen konnte. Als mir das aber zu viel wurde und ich merkte, dass der Comic doch nichts für mich ist, hatte ich da aufgegeben und irgendwie auch komplett vergessen. Daher konnte ich mit der Story in diesem Band schon etwas anfangen, obwohl mir doch einige Bezugspunkte fehlte und ich am Ende eigentlich doch nicht so richtig genau wusste, worum es geht und was das soll. Daher glaube ich, dass es für Leute, die weder “Animal Man” noch “Swamp Thing” lasen, hier unglaublich schwer werden könnte. Der erste Band der Serie war zwar sehr spaßig und äußerst frisch, aber der hier ist dann doch ein bisschen schwieriger, wenn man die begleitenden Umstände nicht kennt. Ich kann mir vorstellen, dass da auch einer der Gründe sein könnte, warum das der letzte Band dieser Serie ist, wurde sie doch in den USofA eingestellt. Wenn ein neuer Held, und Frankenstein tauchte ja erst mit dem New 52 auf, sich eine große Storyline mit anderen Serien teilen muss und so wirklich nicht richtig etwas eigenes hat, hat er es eben sehr schwer. Man hätte viel mehr aus der Figur machen können, viel mehr absurde Dinge erzählen und zeigen und das ganze übernatürliche Zeug komplett über den Haufen werfen können. Leider hat man die Chance vertan, was die Leser mit schlechten Verkaufszahlen quittierten. Heute ist Frank öfter mal in anderen Serien zu sehen und ob er so schnell nochmal eine eigene bekommt, ist fraglich. Das ist natürlich verständlich, aber eben auch schade, weil ich das Gefühl habe, dass man mit dem Charakter noch viel mehr Dinge hätte anstellen können.

Fazit: Die Geschichten sind, trotz meiner Kritik, natürlich trotzdem äußerst spannend und sehr unterhaltsam, was wohl auch daran liegt, dass Frankenstein hier ein sehr angenehmer und äußerst schwermütiger Charakter ist, den man auch gut und gerne seitenweise tiefgründige Monologe um seine eigene Existenz halten lassen könnte. Dennoch wurde hier eine große Storyline aufgegriffen, was schwierig für neue Leser ist oder jene, die eben in diesem Event nicht zuhause sind. Das trübt die Lesefreude doch sehr. Der erste Band ist allerdings immer noch ziemlich gut und irgendwie gehört der zweite dann ja auch dazu. Zumindest kann man dann sagen, dass man eine komplette Serie in zwei Bänden im Regal zu stehen hat.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar.