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Für mich funktioniert Batman tatsächlich immer am besten, wenn er als Schatten durch die Nächte Gothams zieht, die verrücktesten Verbrecher jagt, Spuren sammelt, nachdenkt und einfach beweist, dass er der weltbeste Detektiv ist. Dieses ganze Herumgeprügel immer und das Kämpfen gegen übermächtige Feinde aus dem Weltraum, zusammen mit seinen Superfreunden – das geht bei mir einfach nicht, weil es in meinen Augen nicht so gut zu seinem Charakter passt. Deswegen bin ich froh, dass ich hier nicht nur einen erstklassigen Noir-Comic vor mir hatte, sondern auch einen ungeheuer komplizierten.

Wann ist denn Batman mal kompliziert?

Der gute Batman wird genau dann kompliziert, wenn da so viel neben der eigentlichen Geschichte passiert, dass man irgendwann den Faden verliert und nicht mehr so richtig weiß, wie der Comic ihn wiederfinden soll und wie sich das alles eigentlich verknüpft. Das Gefühl habe ich hier so ein wenig und auch, wenn es am Ende alles irgendwie Sinn ergibt, ist es zwischenzeitlich doch ein bisschen schwierig, der Geschichte zu folgen.
Im Kern handelt sie nämlich von von einem verschwunden Mädchen, dessen Mutter Batman das Versprechen gibt, sie zu finden, weil sie einfach nicht wahrhaben möchte, dass sie womöglich schon lange tot ist. Auf dem Weg, dieses Geheimnis zu lüften, gerät Batman aber in eine Verschwörung, die sich nicht nur auf den schmutzigen Straßen Gothams abspielt, sondern bis in die höchsten Kreise reicht, in denen auch gerade der Pinguin verkehrt. Menschenhandel ist da eines der schlimmsten Verbrechen und sogar Mr. Freeze, der immer noch glaubt, seine Frau wäre nicht unrettbar verloren. ES ist kompliziert und gleichzeitig total bedrückend, weil wir hier ein Gotham sehen, das die Menschen einfach verschluckt, durchkaut und wieder ausspruckt, wobei man nie weiß, wie sie wieder zurückkehren.

Eigentlich mag ich diese Komplexität, weil das den Comic nicht zu einer einfach Serie macht, die hier in einem Band zusammengefasst ist, sondern eher schon zu einer Saga, fast schon einem Epos, der so detailreich und gehaltvoll ist, dass ich im Moment des Aufschlagens vermutlich einfach nicht damit gerecht hatte und es mich ein bisschen kalt erwischte. Am Ende war das aber eine Story, die irgendeinen Nachgeschmack hinterlässt. Vermutlich einen zwischen Traurigkeit und Bestürzung und die Gewissheit, dass wir nicht das Ende bekommen haben, das wir uns erhofften und irgendwie auch nicht das, was wir erwarteten, weil da eben doch einige Fragen offen bleiben. Batman gibt sich aber so, als hätte er alle Antworten gefunden, als Leser bin ich da an manchen Stellen aber nicht richtig mitgekommen, wofür ich mir allerdings nur selbst die Schuld gebe. Das hier ist nämlich so ein Comic, den man überaufmerksam lesen muss und mit den wirklich sehr stimmigen, düsteren Zeichnungen von Ramon Bachs hat man auf jeder Seite auch immer so viel anzuschauen, dass man sich dafür direkt doppelt Zeit nehmen muss.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, leider aber ohne Leseprobe.

Erscheint am: 16.09.2014
Seiten: 292
Format: Softcover
Original-Storys: “Detective Comics” #800-808, #811-814
Autor: David Lapham
Zeichner: David Lapham, Ramon F. Bachs
Preis: 24,99 €
U-Bahn-Lesetauglichkeit: Nehmt euch dafür lieber richtig Zeit und lasst euch nicht von äußeren Einflüssen stören.
Rating: 4 von 5 Lehmmenschen fanden das gut.