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Mittlerweile glaube ich wirklich, dass Deadpool am besten in seinen eigenen Heften funktioniert, und weil Panini das offenbar auch glaubt, haben sie ihm direkt noch ein Special präsentiert, in dem er scih sogar direkt mit SHIELD anlegt, Agent Coulson kennenlernt, für völliges Chaos sorgt und am Ende eben doch macht, dass wir wieder Mitleid mit dieser gescheiterten Persönlichkeit haben, nachdem wir so viel über ihn lachen durften. Es ist wie immer eine Achterbahnfahrt, also haltet schon mal die Eintrittskarten bereit. Die Fahrt geht gleich los.

Deadpool kommt gerade aus seinem traumatischen Urlaub zurück, in dem er seine Ex-Freundin und offenbar auch seine Tochter verlor, und Agent Prestons Geist ist noch immer in seinem Kopf, aber jetzt geht es endlich daran, sie auch wieder da rauszuholen. Und tatsächlich gibt es da eine Möglichkeit, die sich LMD nennt, was für Life Model Decoy steht und eigentlich nur ein sehr hochentwickelter Android ist. Allerdings gibt es schon einen LMD mit Prestons Abbild, der allerdings gerade als Drogenkurier eingesetzt wird und manchmal vom korrupten SHIELD-Mitarbeiter Gorman, der Deadpool noch einen Haufen Kohle für das Töten diverser Präsidenten schuldet, zum Laubhaken missbraucht wird. Nur muss man da irgendwie ran! Hilfreich ist nicht, dass Gorman für Ultimatum (sowas wie Hydra) arbeitet und massenhaft Geld beiseite geschafft hat und sich davon einen eigenen Helicarrier baute. Die Ratte. Klar, dass Deadpool da auf Anweisung von Agent Coulson reinmuss, um ihn auszuschalten, schließlich will er ja auch an sein Geld. Bis dahin hat Gorman aber jedem Killer gesagt, dass es für den Kopf Deadpools $10’000’000 gäbe, weswegen jetzt jeder hinter ihm her ist. Das ist aber gerade der denkbar schlechteste Zeitpunkt, weil Deadpool gerade Gewalt benutzt, um mit seinen Erlebnissen klar zu kommen, weswegen auch einer der Killer an einen Heißluftballon gebunden wird, in dem er bis zum Ende des Heftes stecken bleibt, ihn irgendwann als Floß benutzt und sich sogar von Möwen ernähren muss.

Jedenfalls Deadpool als einsamer Killer auf einem Helicarrier? Das schreit nach einer “Alien”-Parodie, die natürlich gewohnt witzig, gewohnt blutig und gewohnt großartig umgesetzt wird. Und während ein Teil von Deadpool nicht will, dass die gute Seele Preston seinen Verstand verlässt, will er sie natürlich auch zu ihrer Familie zurückbringen. Er will sie allerdings so sehr behalten, dass er eine Kopie in seinem Geist anfertigt, die allerdings auf einmal sehr blutrünstig ist. Am Ende ist aber alles so, wie es sein muss, wir haben alle viel gelacht und viel Gewalt genossen (wirklich erstaunlich viel, sogar für einen Deadpool-Comic) und am Ende sind wir doch wieder bedrückt, wenn seine Erfahrungen ihn einholen und er vor lauter Frust mit seinem vielen Geld nach Europa flüchtet, um endlich mal auszuspannen.

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Fazit: Deadpool ist immer so… schwierig. Er ist unglaublich witzig in seiner wahnsinnigen Art, sehr unterhaltsam mit dem vielen Blut, eigentlich ein Arsch, aber ein lieber, und doch dann überraschend tiefgründig, traurig und von einer Schwere geprägt, die man manchmal einfach nicht erwartet. Im einen Moment klemmt er die Beine des Schurken noch zwischen zwei Autos ein und lässt ihn dann in einem Müllwagen verschwinden, um sich dann einen Sack voll Geld geben zu lassen, auf dem ein riesiges Dollarzeichen gemalt wurde, dann ist er wieder traurig, weil er alles verloren hat, was ihm je etwas bedeutet haben könnte, von dem er aber nicht wusste, dass er es besaß, und mit dieser Art von Dingen auch nichts zu tun haben will, weil er die Menschen, die er liebt, aber nicht kennt, nicht verletzen will. Deadpool. So ambivalent.

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Erscheint am: 18.11.2014
Seiten: 116
Format: Heft
Original-Storys: “Deadpool” #21-25
Autor: Brian Posehn, Gerry Duggan
Zeichner: Mike Hawthorne
Preis: 5,99 €
U-Bahn-Lesetauglichkeit: Vom Lachen zum Weinen und wieder zurück in einem Heft. Hoffentlich nimmt euch keiner fest.
Rating: 5 von 5 erledigte Auftragskiller hätten das gerne noch gelesen.