Comicreview: „Superman/Wonder Woman Bd. 1 – General Zods Rückkehr“

Published by Marco on

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Eines der Dinge, die mich beim DC-Neustart, der im Allgemeinen nur New52 genannt wird, gestört hatte, war wohl, dass Superman und Lois Lane kein paar mehr sind. Damit wurde glaub ich eine meiner Grundfesten erschüttert, wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich nur ganz selten mal einen Superman-Comic las. Nachdem Clark Kent jedenfalls den Daily Planet verließ, um auch einer von diesem Bloggerpack (bah, ekelhaft) zu werden, war es um deren Romanze geschehen. Weil aber auch Steve Trevor und Diana Prince, die wir auch als Wonder Woman kennen (oder Wundergirl, wenn ihr ein bisschen älter seid) kein Paar mehr sind (was Steve natürlich total cool nimmt), geschieht, was geschehen musste: Ein permanentes Crossover zwischen dem Mann von morgen und der Prinzessin der Amazonen.

Ich hatte mir wirklich fest vorgenommen, den Comic nicht zu mögen. Zum Beispiel brauchte ich wirklich lange, um mich an den neuen Superman zu gewöhnen, was allein schon beim Kostüm anfängt (wo ist die rote Unterhose?) und vermutlich bei seinen Lebensumständen aufhört (Blogger und Superheldenanfänger und ohne Lois), aber auch der Stil, in dem Wonder Woman gezeichnet ist, gefällt mir nicht wirklich gut, wenn man beispielsweise die Version von Cliff Chiang kennt. Aber dann stand auf dem Cover auf einmal Charles Soule, den ich mindestes seit „She-Hulk“, aber auch für „Inhuman“, sehr mag. Dazu noch Tony S. Daniel, der irgendwie überall mal seine Finger drin hatte – da ist man doch zumindest neugierig. Und wisst ihr was? Am Ende erwischte ich mich dabei, dass ich den Comic tatsächlich mochte. Und ich war da vermutlich am überraschtesten von uns allen.

Die beiden sind dann jetzt also ein Paar?

Das ist der eigentliche Kern der Story, an den wir uns vermutlich erstmal gewöhnen müssen. Allerdings ist es vermutlich auch einfach eine logische Konsequenz, dass die beiden mächtigsten Wesen auf der Erde irgendwann zueinander finden. Auf der einen Seite haben wir also Wonder Woman, die Prinzessin von Themiscyra, die es gewöhnt ist, von allen angehimmelt zu werden, und auf der anderen Seite haben wir Clark Kent, der seine geheime Identität schützen will, eben weil er als Mensch erzogen wurde und diesen Anker braucht, um sich als einer von uns zu fühlen. Okay, das ist jetzt #justMetahumanThings, für die beiden aber eben doch ein bisschen belastend.
Richtig kritisch wird es dann aber, als die Kollegin von Clark die Story veröffentlicht, dass die beiden nun halt zusammen sind, ohne jedoch wirklich die Quellen zu prüfen. Es wurde ihr einfach auf einem USB-Stick zugeschickt, sie witterte die Story, brachte sie und nun ist das Geheimnis raus, ohne dass sie weiß, von wem sie kam. Zwar ist der Blog jetzt der meistgeklickte der Welt, die Beziehung der beiden macht es aber nicht einfacher.
Aber eigentlich geht es ja um die Schurken, denen sich die beiden Stellen müssen. Da ist kurz Doomsday, der ein bisschen im Pazifik aufräumt, da ist Apollo, der sich in seinem Stolz verletzt fühlt, nachdem Superman ihn quer durch die Schmiede von Hephaistos schubbste (er ist ja der Gott der Sonne – sehr ihr die Ironie?) und vor allem ist da General Zod, der frisch aus der Phantomzone (sowas wie ein dimensionales Gefängnis voll von dem Kram, den keine andere Dimension möchte) kommt und natürlich nicht die besten Absichten hat. Natürlich geschieht aber, was geschehen muss und so holt er noch seine angetraute Faora dazu, mit der er die Welt erobern will, Apollo lädt die beiden mit Sonnenenergie auf und am Ende wird es noch ein bisschen abgefahrener, aber da will ich jetzt nicht zu weit vorgreifen.

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Aber werden sie am Ende glücklich?

Wer am Ende nämlich glücklich wurde, war ich, weil der Comic wirklich nicht so furchtbar war, wie ich es befürchtete. Tatsächlich war er sogar ziemlich gut und die Wonder Woman hier ist auch nicht die am schlechtesten gezeichnete, die ich je gesehen habe. Auch diese Dynamik zwischen den beiden funktioniert ziemlich gut, was vermutlich auch irgendwie daran liegt, dass deren Beziehung zwar exzeptionell, in gewisserweise aber auch ziemlich trivial ist und man sich da sicherlich auch irgendwie wiederfindet. Dabei ist es aber keine romantische Schnulze, wie man sie für 20 Cent am Bahnhofskiosk bekommt, sondern doch ein Superhelden-Crossover mit zwei der bekanntesten Figuren im DC-Universum, Gastauftritten einiger anderer Figuren aus dem Dunstkreis der beiden und eben am Ende auch eine Geschichte mit einem Ende, das einschlägt, wie eine Bombe. Wenn ihr versteht. Was ihr vielleicht tut, wenn ihr den Comic gelesen habt.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Erscheinungsdatum: 04.11.2014
Seiten: 172
Format: Softcover
Original-Storys: „Superman/Wonder Woman“ #1-7
Autor: Charles Soule
Zeichner: Tony S. Daniel, Paulo Siqueira
Preis: 16,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Obwohl hier viel zerstört wird, ist es eben doch immer noch FSK-12
Rating: 4 von 5 Mitgleider der Justice League unterstützen die beiden.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar

1 Comment

STOP! In the name of (@Fadenaffe) · 17. Februar 2015 at 18:00

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