Unwissenheit ist eine Tugend und so lässt sich ziemlich gut ausblenden, unter welchen Umständen die Billigklamotten produziert werden. Ab und zu mal kommt ein kleines Skandälchen, dass ja auch die Mitarbeiter in solchen Läden nicht besonders viel verdienen und dabei wird auch von der Produktion eben jener Kleidung gesprochen, aber eigentlich ist Verdrängung doch das Mittel der Wahl damit umzugehen.

Der Automat hier, der scheinbar am Alex‘ in Berlin aufgestellt war, zeigt jedenfalls beim Kauf eines Billigshirts, wie und von wem es genau produziert wurde und macht dabei augenscheinlich auch ein schlechtes Gewissen und lässt uns hoffen, dass die Menschen eben doch nicht so kalt sind, wie man immer gerne annimmt. Andererseits will ich aber auch wirklich nicht den Shimpansen sehen, der meinen Abdeckstift getestet hat, oder das Schweinchen, das meine Kopfschmerztabletten ausprobieren musste. Ich will nur einen guten Abdeckstift und funktionierende Kopfschmerztabletten.
Interessant sind da übrigens auch Menschenstudien, die nochmal ganz andere Probleme aufwerfen. Ihr wollt ein Medikament, das gegen Krebs hilft? Da zu muss man auch erstmal ein paar Dutzend an Menschen ausprobieren, die dann aber vielleicht nicht bei allen wirken. Wenn es dabei aber doch bei einem ganz wunderbar funktioniert, muss die Forschung trotzdem wieder eingestellt werden und er steht ohne da. Aber das nur am Rande.

Wenn wir jedenfalls direkt mit den Konsequenzen unseres Handelns konfrontiert werden, ist mir schon ganz klar, dass wir das nicht so arschige Verhalten wählen, aber diese Weitsicht ragt bekanntlich auch nicht über meinen engeren Bekanntenkreis hinaus. Würdet ihr denn den Knopf drücken, der euch eine Million Euro schenkt, dabei aber einen x-beliebigen Menschen tötet? (via die Blogrebellen, die das vermutlich nicht würden.)