Diese Video (und auch die darauf folgenden Videos) von Razputen haben mir ein bisschen die Augen geöffnet. Er selbst spielt sehr gerne, die Frau mit der er zusammen lebt (und die er praktischerweise auch heiratete) hatte dazu aber nie einen Zugang, bis sie es irgendwann aber doch mal probieren wollte. Anstatt ihr aber einfach irgendwas vorzusetzen, was er geil und sie vermutlich überfordernd findet, hat er ihr eine Auswahl zusammen gestellt und die ersten Level spielen lassen (darunter auch das von mir so geschätzte „Doom“ (2016), „Portal, „Dark Souls“, „Super Mario 1-1“, „Skyrim“) dabei aber auch beobachtet, wie sie sich verhält, welchen Hürden sie begegnet und dabei tatsächlich einiges Erstaunliches herausgefunden. Viele Spiele setzen nämlich bereits ein gewisses Grundwissen voraus, das wir, die wir eigentlich schon immer irgendwie zocken, lange schon indoktriniert bekamen, das bei neuen GamerInnen aber einfach nicht vorhanden ist. Viel schlimmer ist da mitunter sogar noch die Situation um Tutorials, die manchmal zu wenig, manchmal gar nichts oder manchmal auch einfach viel zu viel von den SpielerInnen erwarten und sie mit zu vielen Infos überlasten. Das ist total spannend und streift auch direkt noch die Fachgebiete des Designs, der UX und eben auch der Gestaltung der Controller selbst. Ein Beispiel zeigte die zu drückenden Buttons auf dem Controller in Relation zu den anderen, was viel besser funktionierte, als lediglich den Button zu nennen, zumal sie ja auf vielen Systemen unterschiedlich heißen. Und während wir Gamerleut wissen, dass A (oder X) irgendwie immer eine Aktion oder springen ist, ist das für neue ZockerInnen kein Wissen, das einfach so vorhanden ist.

Spannend wird es dann auch nochmal, wenn sie falsche Dinge lernt oder auch, wenn sie erkennt, dass sie eben doch nicht so frei in ihren Entscheidungen ist, wie sie zuvor immer annahm oder gar befürchtete, und dann traurig ist, wenn ihr Weg nicht funktioniert oder die Spiele für sie gar nicht den so großen Reiz ausüben, den sie sich erhoffte.

Cooler, oder anders cool, wird es dann nochmal bei reinen Multiplayer-Games, bei denen er auch eine interessante Auswahl traf und zu sehr erstaunlichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen kam. Auch hier werden wieder Tutorials kritisiert, aber auch, wie NeuspielerInnen überhaupt an die Materie geführt werden und wo eigentlich die ganzen Frustrationen stattfinden.

Ich selbst hab mich da auch total in seiner Rolle wieder erkannt, wenn ich jemandem das Spielen näher bringen wollte, aber nicht so richtig verstand, wie man manche Dinge nicht wissen kann, weil ich einfach nicht wusste, dass vieles auf Konventionen beruht, die ich so sehr verinnerlicht habe, dass sie mir gar nicht mehr auffallen.

Was ich aber vor allem lernte, ist, dass man Leute, die am Zocken interessiert sind, vor allem die Scheu davor nehmen muss, etwas falsch zu machen, weil gerade das Falschmachen ja zum Lernen führt. Wichtig ist aber vielleicht auch drüber zu sprechen, ohne zu belehren. Und da muss ich mir glaub ich auch ein bisschen an meine eigene Nase fassen.

Es gibt noch zwei weitere tolle Videos zu dem Thema (MineCraft und warum sie Legend of Zelda: Breath of the Wild so mochte und warum das ein tolles Spiel ist), die ihr noch zusätzlich schauen könnt.