Das ist echt ein Teaser, wie er gerne mal sein darf. Statt nur irgendwie einen Titelbanner zu zeigen, wie das eigentlich alle anderen Filme zu machen scheinen, wird hier die ganze Vorgeschichte des Candyman in einem Schattenspiel aufgeführt. Nia DaCosta, die Regisseurin des Films, hatte das kürzlich auf Twitter geteilt, was in der heutigen Lage der USA einfach der perfekte Move ist, um die richtigen Leute zu erreichen, handelt der Film doch auch von massivem Rassismus gegen Schwarze bis hin zur Selbstjustiz, und eben auch am Ende der Rache der Opfer. Ich glaube und weiß eigentlich auch, dass uns der Film allen sehr gut tun wird und warum das so ist, habe ich an anderer Stelle schon mal sehr ausführlich beschrieben. Ich will mich da nicht unbedingt wiederholen, aber eigentlich schon:

Herausragend wird der Film aber gerade erst dadurch, dass wir hier zwar ein durchaus rassistisches Motiv als Prämisse annehmen können, da ein großer schwarzer Mann eine wehrlose weiße Frau verfolgt, um sie zu töten. Betrachtet man das Werk aber weiter, kann man aber auch ganz leicht Robitaille in der Rolle des (oder eines) Opfers argumentieren. Und jetzt stellen wir uns das alles nochmal 1992 vor, als die Gesellschaft noch wesentlich unreflektierter und es völlig normal war, dass ein Schwarzer der Schurke ist. Der Film hatte damals einfach auf grandiose Weise mit den Vorurteilen der Zuschauer gespielt, nur um sie dann irgendwann zu erkennen zu lassen, dass genau dieses Mindset erst dazu führte, dass er zu diesem Rachegeist wurde.

Am 20. September kommt der Film wohl in die Kinos, aber da kann man sich ja zur Zeit auch nicht so sicher sein.