Wisst ihr noch, wie Martin Scorsese vor einer Weile über die Marvel-Filme gerantet hat und dabei natürlich auch total Recht hatte?

“I don’t see them. I tried, you know? But that’s not cinema,” Scorsese told Empire. “Honestly, the closest I can think of them, as well made as they are, with actors doing the best they can under the circumstances, is theme parks. It isn’t the cinema of human beings trying to convey emotional, psychological experiences to another human being.”

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Tatsächlich mag ich das alles auch nicht mehr. Während es anfangs für mich natürlich genauso aufregend war, wie für jeden Comic-Fan, war es am Ende eher eine nervige Prozedur auf die Filme zu warten, zu spekulieren, sie zu schauen, zu feiern, um dann alles nochmal von vorne durchmachen zu müssen, während man hier und da Mikro-Enttäuschungen ertragen muss und Stan Lee kurz ins Bild gerollt wird, damit man popcornbedeckt aus dem Kinosessel auf ihn zeigen kann, um „Stan Lee“ zu sagen, als würde man über eine Landstraße fahren und Pferde sehen. „Pferde“.

Jetzt habe ich aber dieses Video hier gesehen und bin irgendwie sowas wie angeekelt. Offenbar wird eine Technik namens „Previs“ benutzt, um die Szenen eigentlich schon Jahre vor dem Dreh soweit durch zu planen, dass die Darsteller eigentlich nur das machen müssen, was ihre digitalen Doppelgänger irgendwann mal vorgemacht haben, während die Regisseure sagen können „Nee, das war anders“. Das menschliche Element ist komplett austauschbar und wenn wir nochmal 10 Jahre weiterdenken und sich Deepfaking adäquat weiterentwickelt hat, müssen die Leute vermutlich auch nur noch ihre Gesichter ausborgen und so ein Filmdreh ist nur noch durch die zeit des Renderns bestimmt, wobei diese Previs jetzt schon so aussehen, wie die guten Computeranimationen aus den 90ern.

Es ist halt einfach alles trivial, sowohl der Dreh, als auch der Inhalt und die Umsetzung und das ist wohl das schlimmste, was einem kreativen Produkt passieren kann.