„AlphaGo – The Movie“ – Eine Doku über eine KI, die den weltbesten GO-Spieler besiegte

Published by Marco on

Ihr wisst ja, dass ich den Begriff KI nicht gerne so lax verwende, wie es eigentlich vor allem gerne die Medien machen, denn bevor wir nicht mal genau wissen, was Intelligenz eigentlich genau bedeutet und was sie auszeichnet, können wir auch keine künstliche herstellen. Was wir aber können, also wir als Menschheit, sind selbst lernende neuronale Netze, die Probleme analysieren und Lösungswege ermitteln. Aber auch das ist schon ganz schön geil.

Nun ist Go gleichermaßen ein sehr einfaches Spiel mit wenigen Regeln, aber unglaublich hoher Komplexität. Man, und diese Doku hier auch, sagt, dass es mehr Brettvariationen gibt, als Atome in unserem Universum und im ostasiatischen Raum, also China, Korea und Japan, wo das Spiel hauptsächlich gespielt wird, wird es mit den klassischen Künsten des Schreibens, Zeichnens und der Poesie gleichgestellt. Ziel ist es dabei nicht unbedingt zu gewinnen (schon auch), sondern eher mit seinem Gegner zusammen zu existieren. Wer zu agressiv ist, verliert. Es werden mit den Steinen nämlich Gebiete abgesteckt und annektiert, aber wer zu gierig ist, offenbart sich zu sehr und bietet zu viel Angriffsfläche. Da steckt auch sehr viel Philosophie drin und ich wollte das unbedingt mal spielen, kam aber über eine sehr intensive Tutorialphase nicht wirklich hinaus. Vermutlich auch, weil ich keine Mitspieler finde, na ja…

Nun ist das Ranking beim Go auch noch relativ interessant. Bei Kampfsportarten zum Beispiel muss man Prüfungen ablegen und auch beim Schach gibt es Ranglisten. Beim Go ist es eher subjektiver. Wenn man oft gegen einen gewissen Dan, also Rang, gewonnen hat, ist man vermutlich auch selbst dieser Rang und kann diesen Rang tragen und nennen. Verliert man gegen niedrigere Ränge, sollte man vielleicht auch lieber seinen Rang verringern, denn es ist einfach nicht sinnvoll, sich einen höheren Rang zu geben, da man sonst gegen ebenso hohe Ränge spielt und davon hat niemand etwas, denn man spielt ja, wie gesagt, eher zusammen, als wirklich gegeneinander.

Go ist superkompliziert und eben auch nie wirklich eindeutig, weswegen es so als der heilige Gral der KI-Forschung angesehen wird, einen professionellen, hochrangingen Go-Spieler zu besiegen. Die Firma DeepMind hat sich das zur Aufgabe gemacht und am Ende in Lee Sedol einen würdigen Gegner gefunden, der witzigerweise anfangs noch ein bisschen protzig auftritt, am Ende aber unglaublich fair und wunderschön reagiert. Es gibt da eine Stelle, in der AlphaGo einen Stein platziert, das die Experten alle für einen Fehler halten und sich drüber lustig machen, während Lee es als wunderschön und sehr kreativ bezeichnet. Und das ist irre. Diese ganzen philosophischen Fragen, die hier gestellt werden, sind einfach irre. Es bedeutet es ein Mensch zu sein, reicht es ein Mensch zu sein, sind wir alle Menschen und gehört da AlphaGo nicht auch irgendwie dazu, ist es doch menschengeschaffen?

Die Doku ist, auch wenn man mit Go vielleicht nicht so viel anfangen kann, unglaublich schön und tierisch packend und am Ende ist es eigentlich gar nicht so wichtig, wer da gewinnt und warum – die Reaktionen und die Bedeutung des ganzen ist einfach viel größer und viel schöner.

Hey ho, let’s go!

Categories: Film & TV

2 Comments

TURBOMARCOW (@Fadenaffe) · 22. April 2021 at 16:15

„AlphaGo – The Movie“ – Eine Doku über eine KI, die den weltbesten GO-Spieler besiegte https://t.co/HC4dTQ3NQf

Kleinigkeiten · 2. Mai 2021 at 8:51

[…] „GO“ ist bei uns als Spiel ja nicht so verbreitet, aber es gibt einen besten Weltspieler, eine KI, die diesen geschlagen hat, und eine Dokumentation über eben jenes Ereignis. […]

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