Heute bin ich ja richtig spät dran mit den guten Nachrichten, aber ich bin auch gerade arbeitstechnisch so voll, dass es da manchmal ein bisschen schwierig für mich ist, selbst gemachte Termine einzuhalten. Ihr kennt das. Hoffentlich. Ehrlicherweise ist es für mich aber derzeit auch wirklich schwierig, das Gute in der Welt zu sehen, wenn beispielsweise einfach der Ozean anfängt zu brennen, weil eine marode Pipeline eines bankrotten Energieversorgers kaputt geht und eben wirklich wörtlich das Wasser brennt. Wir leben einfach in einer Welt, in der das möglich gemacht wurde, während ich noch immer höre, dass wir alle auf unseren persönlichen Fußabdruck achten müssen und vielleicht mal eine Avocado weniger essen sollten, als wäre das einfach die Lösung des Problems. Ist es nämlich nicht, fühlt es sich doch eher nach Augenwischerei an und nach Schuldzuweisungen zu Leuten, die vermutlich eh schon ihr Bestes geben. Klar will ich nicht, dass die Welt brennt. Würde ich es dadurch verhindern können, dass ich nie wieder eine Avocado esse, ich wäre traurig, dass ich nie wieder eine Avocado essen könnte, aber es wäre irgendwann auch ok für mich. Mich nervt dieses Narrativ, dass die Entscheidung beim Verbraucher liegt, aber ich steck die Hühner da nicht in Legebatterien und ich holze auch nicht den Regenwald ab. Ich sitze hier nur manchmal auf dem Klo und lese in den Nachrichten irgendwas von brennenden Ozeanen, immer neuen Skandalen von austauschbaren Politikern, versuche die Symptome von der Delta-Variante auswendig zu lernen, ohne sie direkt bei mir zu spüren, und nebenbei erfahre ich noch, wie ich Fett verbrennen und gleichzeitig Muskeln aufbauen kann (das Geheimnis sind Avocados).

Es macht mich einfach alles sehr müde und ich bin bereit jegliche Verantwortung für das Leid der Welt von mir zu weisen, wie das auch immer Leute machen, die das eigentlich nicht sollten. Ok, das ist vielleicht nicht ganz richtig. Würde ich die CDU wählen, wäre ich auch dran Schuld. Oder würde ich die FDP wählen. Eine Teilschuld hätte ich auch als SPD-Wähler und mal gucken, welche Buchstabenkombination mich dann im September am meisten anspricht, wobei ich auch zugeben muss, dass mich der ganze Mist immer weiter in die Linke Ecke (kein Tippfehler) drängt. Der Zustand der Welt hat mich linksradikalisiert.

Aber eigentlich bin ich ja hier, um unseren Fokus auf die guten Dinge in der Welt zu lenken, angefangen bei meinen persönlichen. Ich war die Woche in einer Kneipe trinken und das war cool. Dann hab ich das am Freitag nochmal gemacht und das war auch cool. Gestern saß ich in der Natur und das war auch schön. Das sollten wir noch genießen, solange es geht. Nun ja. Die folgenden guten News sind vermutlich ein bisschen substanzieller und enthalten unter anderem auch kleine Minischweinchen. Viel Spaß!

Die Unterschriftenaktion einer Bürgerinitiative war erfolgreich: Die EU muss Legehennen oder Kälbern per Gesetz mehr Freiheit garantieren – allerdings nur schrittweise. Die EU-Kommission will die Käfighaltung von Nutztieren wie Legehennen und Schweinen schrittweise beenden.

EU-Kommission will Käfighaltung von Nutztieren ab 2027 beenden (zeit.de)

In Frankreich steht die künstliche Befruchtung nun auch Singles und lesbischen Frauen offen. Die Leihmutterschaft bleibt aber weiter verboten. Die Pariser Nationalversammlung hat das sogenannte Bioethik-Gesetz besiegelt.

Bioethik-Gesetz Frankreich öffnet künstliche Befruchtung für alle Frauen (spiegel.de)

Lautsprecherlinse statt Hörgerät: Forscher haben eine neuartige „Hör-Kontaktlinse“ entwickelt – ein Miniatur-Hörgerät, das direkt auf dem Trommelfell aufliegt.

Eine Kontaktlinse fürs Ohr (scinexx.de)

Eine Kombination aus lebenden Parasiten und Medikamenten kann helfen, Menschen vor Malaria zu schützen. Das zeigen erste klinische Tests mit einem Impfstoffkandidaten.

Malaria: Impfstoff aus lebenden Malariaparasiten zeigt erste Erfolge (spektrum.de)

China hat den Kampf gegen die Infektionskrankheit Malaria gewonnen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, wurde das bevölkerungsreichste Land der Welt offiziell als malariafrei eingestuft. 

China erstmals seit 70 Jahren frei von Malaria (zeit.de)

In Deutschland und allen anderen EU-Mitgliedstaaten sollen sämtliche Einwegplastikprodukte aus dem Handel verschwinden.

EU-Plastikverbot tritt in Kraft: Keine Wegwerfprodukte mehr (taz.de)

Ein Peptid aus der Sonnenblume könnte zu einem neuartigen Schmerzmittel führen, das ähnlich wirkt wie ein Opioid – aber nicht süchtig macht oder berauschend wirkt.

Ein Schmerzmittel aus der Sonnenblume (scinexx.de)

65 Zentimeter lang und etwa acht Kilogramm schwer – eher durch Zufall entdecken Wissenschaftler diese Wildschweinart Anfang der 70er Jahre in Indien. Zu diesem Zeitpunkt gilt das Porcula Salvania als ausgestorben. Seit Jahren wird nun versucht, die Art wieder anzusiedeln.

Kleinste Wildschweinart ausgewildert (n-tv.de)