Das erste Bild von Sagittarius A*, dem supermassivem schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie

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Ich kann gar nicht adäquat beschreiben, wie glücklich und selig und erstaunt und geheilt mich diese Errungenschaft macht. Es ist in etwa so ähnlich wie neulich, im Jahre 2019, als wir das erste Bild eines schwarzen Lochs überhaupt, namentlich Messier 87 oder M87, bekamen. Jenes ist um einiges größer als unseres und auch sehr weit entfernt und wurde damals mit dem Event Horizon Telescope, einem Verbund vieler kleiner terrestrischer Teleskope, aus vielen Einzelbildern zusammen gestückelt. Hier nun auch wieder das gleiche Verfahren, aber eben bei uns zuhause, quasi direkt in der 26’670 Lichtjahre entfernten Auffahrt vor unserem Haus.

Natürlich muss ich euch nicht sagen, dass man es Sagittarius A Stern ausspricht und es von uns den Namen wegen seiner Position im Sternbild des Schützen bekam und ungefähr so massereich ist, wie 4.3 Millionen unserer Sonnen, was einfach für mich unbegreifbar viel ist. Was ich euch aber noch sagen möchte, ist, dass diesem schwarzen Loch da so ziemlich alles egal ist. Es ist ihm egal, wie ihr wählt, wie viel Torte ihr esst, dass wir systematisch unseren Planeten zerstören, dass wir von zu viel Sonne einen Sonnenbrand bekommen und von zu wenig Wasser Kopfschmerzen. Es ist ihm egal, dass wir uns gegenseitig wie Scheiße behandeln und wir uns über die Köpfe streicheln und versichern, dass alles gut wird. Dieses schwarze Loch da wird sich noch lange weiter drehen und seine über 400 Milliarden Sterne um sich herum wirbeln, während es von unserer Existenz schon lange keine Beweise mehr gibt (außer vielleicht Voyager 1) und irgendwie ist das tatsächlich auch ein sehr schönes Gefühl, das mir tatsächlich eine Art von Frieden gibt. Das Universum existiert auch ohne uns weiter und wir sollten eigentlich unserer selbst willen das beste aus unseren Existenzen machen. Also alle unsere Existenzen, nicht nur die jeweils persönliche. Bilder und Errungenschaften wie diese zeigen uns ganz gut unseren Platz im Universum und der ist wirklich nicht besonders groß und schon gar nicht relevant. Und vermutlich schauen und schauten und werden auch andere Wesen auf dieses Gebilde schauen und sich etwas ganz ähnliches denken oder eben gar nichts.

Aber ich habe weder Physik, noch Astronomie und schon gar nicht Philosophie studiert und sollte diese Gedanken vermutlich nicht weiter in Worte fassen und mich lieber darüber freuen, dass ich zu einer Zeit lebe, in der ich sowas hier sehen und auch noch darüber schreiben darf. Es war schon mal schlimmer gewesen, so im Allgemeinen.

Auf den Seiten der NASA gibt es dazu noch einen etwas ausführlicheren Bericht und beim Event Horizon Telescope wird über das Unterfangen nochmal genauer berichtet, in dem dann so schöne Zitate von Chi-kwan Chan, einem der beteiligten Wissenschaftler, stehen, um uns das alles ein bisschen greifbarer zu machen.

But where gas takes days to weeks to orbit the larger M87*, in the much smaller Sgr A* it completes an orbit in mere minutes. This means the brightness and pattern of the gas around Sgr A* was changing rapidly as the EHT Collaboration was observing it — a bit like trying to take a clear picture of a puppy quickly chasing its tail.

Beim MDR gibt es dann noch einen richtig tollen Artikel über dieses Bild, aber auch über schwarze Löcher im Allgemeinen und wie man Bilder von ihnen aufnehmen kann. Das ist alles höcsht empfehlenswert. Das MIT hat natürlich auch darüber geschrieben und ich verlinke es einerseits, weil es wirklich ein guter Artikel ist, und andererseits, weil ich mir immer ein bisschen schlauer vorkomme, wenn ich Artikel von den Seiten des MIT verlinken kann.

Und weil ich bei dem Begriff „Supermassive Black Hole“ immer an den Song von Muse denken muss und ich eben kein Wissenschaftsblog bin, poste ich den jetzt auch noch. Es ist halt auch ein echt guter Song.


1 Comment

TURBOMARCOW (@Fadenaffe) · 13. Mai 2022 at 11:58

Das erste Bild von Sagittarius A*, dem supermassivem schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie https://t.co/kxNc4Wxqt3

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