Über Tauben und Problemlösungsstrategien und Good News Everyone CLXXIII

Published by Marco on

Also ich muss sagen, meine vergangene Woche war ziemlich gut. Das lag vor allem auch am Herrentag (daran erkennt ihr, wo ich ursprünglich herkomme), den ich mit der Freundin verbrachte, weil man sich halt doch mag und es am Ende eher einfach ein freier Tag ist, als ein Ehrentag. Trotzdem finde ich es cool, Männerbanden ausgelassen durch die Straßen ziehen zu sehen, sich ein bisschen selbst feiernd, die Sonne auf die Stirn scheinen lassend, betrunken nicht mehr den obligatorischen Döner essen könnend, High-Fives hier und da. Feiert euch, ihr Kings – ihr habt das auch verdient!

Klar denkt man jetzt, puh, betrunkene Männerbanden, dies das. Aber so meine ich das gar nicht, aber es zeigt auch ganz gut, wie wir die Welt so wahrnehmen, wenn man direkt so denkt. Das ist ziemlich schade, aber leider auch nicht falsch. Aber darum soll es gar nicht gehen. Viel mehr soll es wieder um eine Taube gehen!

Ich fühle mich ein bisschen wie Picasso mit seiner Tauben. Wir kennen ihn ja vermutlich eher als einen (oder den) Begründer des Kubismus, vielleicht kennt man noch seine blaue Phase, aber tatsächlich hatte Picasso auch so ein Taubending am Laufen. Irgendwie mochte er die Vögel, was ein bisschen anstrengend ist, wenn man sich mal eine Picasso-Ausstellung anschaut und halt einfach nicht Milliarden von Tauben in verschiedensten Formen erwartet. Jedenfalls saß ich mit meiner Freundin, wie vermutlich auch Picasso mit seiner Olga, Françoise oder Jaqueline, so rum und trank Radler. Wir beobachteten dabei eine Taube, die vergnügt aber völlig ineffektiv auf einem Stück Muffin herumpickte. Dabei sprang das Backwerk natürlich immer wieder weg, die Taube tapste hinterher, pickte weiter, der Muffin sprang weg und so ging das locker eine halbe Stunde. Die Freundin sprach aus, was wir wohl beide dachten: Halte das Scheißteil doch bitte mit deinem Fuß fest ey, boah!

Über Tauben muss man aber wissen, dass sie eigentlich Körnerpicker sind, aber die Körner nicht im Schnabel enthülsen können. Also schlucken sie das einfach ganz, was sicherlich auch Teil der Fortpflanzung dieser Gewächse ist. Es gab also mal eine Zeit, in der die Tauben, wie wir sie kennen, locker in irgendwelchen Bäumen lebten, Körner und Samen aufpickten, und eben so ihr Taubenzeug erledigten (nach einem ausgiebigen Strecken natürlich). das hat richtig gut für Tauben funktioniert, bis Menschen erkannten, dass die ja auch immer richtig gut nach Hause finden, was zur Entwicklung der Brieftauben führte. Unabhängig davon entwickelten sich aber auch Post und Telefone, wodurch die Brieftauben nicht mehr nötig waren und einfach ausgesetzt wurden. So entstand die Brieftaube und weil das alles noch gar nicht so super lange her ist, hat die Stadttaube an sich immer noch die gleichen Lösungsstrategien, wie ihr einstiger Urahn im Wald – Picken. Sie pickt so lange an Problemen herum, bis sie sich irgendwie lösen oder eben nicht, und wenn nicht, dann ist das für die Taube auch ok, weil es sicherlich andere Probleme gibt, die sie mit Picken bewältigen kann. Die Taube kommt aufgrund ihrer Erziehung, Prägung, genetisch geprägten Verhaltensweisen gar nicht auf die Idee, den Muffin einfach kurz mit dem Fuß fest zu halten, weil sie einfach nicht so gestrickt ist. Selbst ,wenn sie andere Vögel dabei beobachtet, wie die das so machen, sagt sie sich nicht: Oh, gute Idee, ich hab ja auch noch Füße. Die Taube weiß einfach, was sie wie zu tun hat und es hat ja auch bisher ganz gut geklappt. Sicherlich ist es anstrengend und alles, aber bis hier her hat es ganz gut funktioniert, also bleibt sie einfach dabei.

Da fragt man sich schon, welche Verhaltensweisen und Problemlösungsstrategien man selbst eigentlich hat, die von außen betrachtet totaler Unsinn sind, aber gerade gut genug funktionieren, dass man nicht über Alternativen nachdenken muss. Viele Dinge macht man einfach schon immer so und man denkt gar nicht drüber nach, ob es vielleicht auch anders ginge, weil es einem die Eltern vielleicht auch schon so beigebracht haben oder weil es automatisch und irgendwie genetisch so diktiert wird. Damit meine ich gar nicht diese psychologischen Problemlösungsstrategien wie über zwischenmenschliche Probleme sprechen, statt sie einfach tief in sich zu vergraben, oder anderen, schwierigen Meinungen wie ein Kind mit Bockigkeit zu begegnen, obwohl sich das so auch bewährt hat. Irgendwie. Viel mehr fängt das ja schon in den simplen Dingen an, wenn man sich mal auf Pinterest oder so diese ganzen Haushaltshacks anschaut, in denen Leute bspw. eine Klopapierrolle etwas zusammendrücken, damit sie sich auf dem Klopapierhalter nicht so schnell abrollt. Oder wie herum man eine Banane besser öffnen sollte.

Also ich habe ein bisschen den Faden verloren, weil ich gerade mehrere dieser Haushaltshacksvideos auf Youtube angeschaut habe und jetzt auch erkannt habe, dass es viele Lösungen für Probleme auch eine sehr schlechte Lösung sein können oder ein Problem lösen, das gar kein wirkliches Problem ist. Ich habe gesehen, wie jemand mit einer Heßklebepistole ein Loch in eine Plastikdose schmilzt, um dann einen Anspitzer daran fest zu kleben und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Nichts vermutlich. Ich weiß auch nicht mehr, was ich mit diesem ganzen Artikel ausdrücken wollte, außer vielleicht, dass manches halt nicht so sinnvoll ist, nur weil man es immer so macht, und das Altarnativen manchmal auch einfach die schlechtere Idee sind.

Gar keine schlechte Idee sind aber zum Beispiel diese guten NAchrichten der Woche! Viel Spaß!

Spaniens Parlament hat einen Gesetzentwurf gebilligt, nach dem sexuelle Übergriffe als Vergewaltigung betrachtet werden, auch wenn sich das Opfer nicht wehrt. Zuletzt gab es immer wieder Proteste für ein strengeres Sexualstrafrecht.

»Nur Ja heißt Ja«-Gesetz Spanien verschärft das Sexualstrafrecht (spiegel.de)

Wildtiere wie Tiger oder Krokodile könnten schon bald nicht mehr als Haustiere gehalten werden dürfen, dafür sprachen sich am Dienstag mehrere EU-Länder aus.

Mehrere EU-Länder wollen Wildtiere als Haustiere verbieten (derstandard.de)

Der Anteil bei ARD/ZDF steigt 2020 auf 29 Prozent. Und weitere Verbesserungen sind in Sicht Bei deutschen Kino- und Fernsehfilmen führen zunehmend Frauen Regie.

Mehr Frauen führen Regie (tagesspiegel.de)

Warum gesunde Babys plötzlich im Schaf sterben, war lange unklar. Nach dem Tod ihres Kindes machte sich eine australische Forscherin auf die Suche – und entdeckte wohl die Ursache für den plötzlichen Kindstod: ein Enzym.

Mögliche Ursache für Plötzlichen Kindstod gefunden (dw.com)

Die Church of Scotland erlaubt künftig ihren Pastoren und Diakonen, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Das entschied die Generalversammlung der schottischen Protestanten, auch Presbyterianer genannt, am Montag in Edinburgh.

Church of Scotland erlaubt gleichgeschlechtliche Hochzeiten (rnd.de)

Ein bahnbrechendes Urteil, das im Vorjahr den gleichgeschlechtigen Paaren in Kroatien das Adoptionsrecht gewährte, ist rechtskräftig.

Urteil zum Adoptionsrecht für Homosexuelle in Kroatien rechtskräftig (derstandard.at)
Categories: Good News

2 Comments

Tom Braider (@Tom_Braider) · 30. Mai 2022 at 16:19

RT @Fadenaffe: Über Tauben und Problemlösungsstrategien und Good News Everyone CLXXIII https://t.co/UltXeGtgJK

27 „Kleinigkeiten“ gegen Langeweile am 05.06.2022 - Meine Link-Tipps der Woche · 5. Juni 2022 at 9:01

[…] hat auch diese Woche wieder lauter gute Nachrichten für uns […]

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