Dass es der Kunstszene in Berlin und generell überall vermutlich gerade richtig kacke geht, ist sicherlich kein Geheimnis. Dass Kunst aber wichtig für die Gesellschaft ist, vergisst man ob der ganzen drohenden Probleme, die uns als Gesellschaft, aber auch als Menschheit, so beschäftigen, auch ganz gerne mal. Vor allem auch, weil uns Kunst und Kultur dabei helfen kann, diese und eben auch ganz andere Probleme und Herausforderungen zu verstehen, zu meistern und auch zu verarbeiten.

Kunst und deren Wahrnehmung kann nicht vom gesellschaftlichen Kontext losgelöst werden. Beispiele von Rand- oder Subkulturen die die popkulturelle Fantasie bedienen sind mannigfaltig: Von Andy Warhol, über Bansky bis Lady Gaga, unsere Faszination für das Ungesehene lässt sich nicht ignorieren. Doch leider werden künstlerische Arbeiten, die sich mit den versteckten Seiten und Bedürfnissen der Gesellschaft befassen häufig erst im Nachhinein relevant, oder wenn sie zum Mainstream werden.

Der von cray cray produzierte Film, unter der Regie von Sonder soll einen Anstoß geben, um die Erhaltung der Kulturszene in all ihren Facetten und Räumen und um die Wertigkeit und Notwendigkeit von Kunst und Kultur ohne Unterschiede für eine moderne Gesellschaft zu diskutieren.

Ganz davon ab, dass der Film den Augen und dem Kopf richtig gut tut, könnte man das vielleicht auch mal wieder zum Anlass nehmen, um selbst etwas zu schaffen oder sich zumindest mit etwas Kunst (im weitesten Sinne) zu beschäftigen. Und wenn man nur mal wieder den Wikipedia-Artikel eines bekannten Künstlers liest, wenn man schon nicht die Muße hat, einen dicken Bildband durch zu blättern. Selbst etwas zu erschaffen, um sich irgendwie auszudrücken oder seine Gedanken in eine Form zu bringen, wäre schon echt next level – aber warum eigentlich nicht? Mit Kneipennächten, gerade in Berlin, ist ja sowieso erstmal Schluss.